Mehr als 100 Nachbeben in Norditalien - siebtes Todesopfer

Modena. Schwere Nachbeben haben in Norditalien auch gestern Angst und Schrecken verbreitet. Die Zahl der Todesopfer stieg auf sieben, die der Obdachlosen seit den ersten Erdstößen am Sonntagmorgen, die eine Stärke von 6,0 erreichten, auf 4500.

Regierungschef Mario Monti reiste vorzeitig vom Nato-Gipfel in Chicago zurück in die Heimat. Heute will die Regierung über Finanzhilfen beraten. Bisher gibt es keine Schätzung der Gesamtschäden. Allein der Verband der italienischen Landwirte sprach von 150 Millionen Euro Schaden an zerstörten Gebäuden und Anlagen.

Die zwei schwersten Nachbeben schreckten die Menschen am frühen Montagmorgen auf. Sie erreichten nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa eine Stärke von 3,7 und 3,6. Insgesamt gab es dem Internetportal "corriere.it" zufolge mehr als 100 kleinere Beben. "Es wird wahrscheinlich noch mehrere Nachbeben geben, aber ich habe keine Angst - auch wenn mein Haus ganz schön gewackelt hat", sagte der ehemalige Geologieprofessor Carlo Elmi aus Modena. In Modena hielten sich die Schäden in Grenzen, schlimmer sei die Lage in Sant'Agostino oder Finale Emilia. Ein Erdbeben in der Region sei nichts Ungewöhnliches, viele Häuser seien aber nicht entsprechend der geologischen Beschaffenheit der Region gebaut.

( (dpa) )