Aus der SED-Parteizentrale wird der Nobelklub Soho House

Berlin. Was wohl Wilhelm Pieck dazu sagen würde? Künftig kann man für Veranstaltungen einen Raum namens "Politbüro" in jenem Haus mieten, in dem der DDR-Staatspräsident ein und aus ging. Das in den 20er-Jahren erbaute Eckgebäude an der Torstraße ist typisch für die Zeitläufte von Berlin-Mitte. Früher war es ein Warenhaus, das Juden gehörte. Dann war es in den Händen der Nazis, danach Parteizentrale der SED und später Institut für Marxismus und Leninismus. Nach dem Mauerfall: Leerstand.

Heute öffnet dort das Soho House, das die Kreativen aus aller Welt anlocken soll. Nach London, New York und Hollywood ist es der erste Ableger des Klubs in Deutschland. Nach britischem Vorbild sind bestimmte Bereiche wie die Dachterrasse mit dem Pool und die Fitnessgeräte nur für Mitglieder zugänglich. Elitär soll es aber nicht zugehen, die Mitgliedschaft kostet 75 Euro. Es soll schon 800 Anwärter geben. Eingerichtet ist das Haus in einer Mischung aus englischem Klub-, Retro- und Habitat-Stil. Hotel und Sauna sind für jedermann geöffnet. Das "Politbüro" zum Mieten ist zur Eröffnung allerdings noch nicht fertig geworden.

Das Soho-Original steht im Londoner Szeneviertel Soho. An der Greek Street hatte der Millionär Nick Jones vor 15 Jahren einen Treffpunkt für Medienleute eröffnet. Er will die Wichtigen und Wohlhabenden im Showbiz an einem Ort zusammenbringen. Wer die Mitgliedskarte haben will, benötigt zwei Empfehlungen.