Erdogan-Affäre

Nach Wirbel um Özil-Kritik: Bierhoff entschuldigt sich

Oliver Bierhoff (r.) sorgte mit seienr Kritik an Nationalspieler Mesut Özil für viel Wirbel.

Oliver Bierhoff (r.) sorgte mit seienr Kritik an Nationalspieler Mesut Özil für viel Wirbel.

Foto: dpa

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff wurde für seine Äußerungen zu Mesut Özil heftig kritisiert. Nun rudert er zurück.

Frankfurt. Nach seinen umstrittenen Aussagen über Nationalspieler Mesut Özil in einem Zeitungsinterview hat sich DFB-Teammanager Oliver Bierhoff erneut zu Wort gemeldet. Im Fernsehsender ZDF sprach er am Freitagabend von einem Missverständnis. „Ich kann nur wiederholen, ich habe mich da missverständlich ausgedrückt.“

Es tue ihm leid, sagte Bierhoff zur Debatte um die von ihm geäußerten Worte zu Özils WM-Nominierung. Seine Antwort in einem Interview der Zeitung Die Welt sei falsch interpretiert worden. Warum die „missverständlichen“ Formulierungen im Interview denn nicht bei der Autorisierung korrigiert wurden, fragte ZDF-Moderator Oliver Welke. Die Antwort des DFB-Managers: Weder ihm noch drei weiteren Kollegen, die das Interview gegengelesen hätten, seien die entsprechenden Passagen aufgefallen.

Interview sorgte für Furore

Das Welt-Interview hatte für Furore gesorgt: Neun Tage nach dem desaströsen WM-Aus hatte Bierhoff darin Mesut Özil wegen der Erdogan-Affäre eine Mitschuld am peinlichen Scheitern in Russland gegeben: „Wir haben Spieler bei der deutschen Nationalmannschaft bislang noch nie zu etwas gezwungen, sondern immer versucht, sie für eine Sache zu überzeugen. Das ist uns bei Mesut nicht gelungen. Und insofern hätte man überlegen müssen, ob man sportlich auf ihn verzichtet.“ Damit hatte er die Zukunft Özils im DFB-Team in Zweifel gezogen.

Anschließend hatte Bierhoff bereits der „Bild“-Zeitung gesagt: „Es tut mir leid, dass ich mich da offenbar falsch ausgedrückt habe und diese Aussagen missinterpretiert werden. Sie bedeuten in keinem Fall, dass es im Nachhinein falsch gewesen sei, Mesut mitzunehmen.“ Ein Ende der Nationalmannschaftskarriere Özils habe er nicht implizieren wollen. Was er sage, sei, „dass wir im Vorfeld der WM vor der Frage standen, ob er aus sportlichen Gründen mitfährt. Wir haben uns bewusst für ihn entschieden. Und dazu stehen wir auch.“ Man werde in der Analyse „natürlich auch mit Mesut über dieses Thema sprechen“.

Bierhoff will bleiben

Bei der anstehenden WM-Aufarbeitung werde auch seine Rolle und die von Bundestrainer Joachim Löw im Mittelpunkt stehen, versicherte Bierhoff im ZDF. „Ich sehe es auch so, dass wir Teil des Problems sind. Ich hoffe, das ist richtig rübergekommen. Deswegen habe ich gesagt, wir müssen erst bei uns anfangen.“

Trotz wachsender Kritik will Bierhoff selbst an seinem Posten festhalten. „Ich bin lange dabei, man hat häufig Kämpfe auszufechten", sagte der 50-Jährige. „Nach 14 wunderbaren Jahren kann man sich nicht vom Acker machen, wenn es einmal schlecht läuft. Wir stehen da in der Verantwortung und müssen die Kritik annehmen.“ Er sei überzeugt, „dass wir das schaffen können“. (gold)