Fussball-Regionalliga

Eintracht Norderstedt springt auf achten Tabellenplatz

Jan Lüneburg erzielte in der 16. Minute sein 50. Regionalliga-Tor für Eintracht Norderstedt.

Jan Lüneburg erzielte in der 16. Minute sein 50. Regionalliga-Tor für Eintracht Norderstedt.

Foto: noveski.com

Jan Lüneburg, Johann von Knebel und Nathaniel Amamoo treffen beim verdienten 3:1-Heimerfolg gegen Aufsteiger Hannoverscher SC.

Norderstedt.  Kopien sind erfahrungsgemäß selten besser als das Original. Der Spielfilm des 3:1 (1:0) von Fußball-Regionalligist Eintracht Norderstedt in der zweiten Auflage der Partie gegen Aufsteiger Hannoverscher SC machte da eine Ausnahme. Der erste Versuch am 28. August war nach einer Spielzeit von 50 Minuten und vier Sekunden wegen eines heftigen Gewitters abgebrochen worden.

Die dramaturgischen Elemente der damaligen Begegnung: Norderstedt war spielerisch überlegen, vor dem Tor zu ineffizient, eine viel zu dünne 1:0-Pausenführung durch Jan Lüneburg glichen die Gäste mit der ersten Torchance nach dem Seitenwechsel aus.

Jan Lüneburg beweist seinen Torriecher

Nun schien der Fußballgott zwei Wochen später den 485 Fans im Edmund-Plambeck-Stadion ein fast identisches Drehbuch vorsetzen zu wollen. Die Eintracht war noch dominanter als im ersten Duell, traf früher – natürlich durch Lüneburg – zum 1:0. Einen 30-Meter-Flachschuss von Nick Brisevac ließ der sonst starke HSC-Torwart Sascha Algermissen auf dem regendurchtränkten Rasen nach vorne abprallen, „Lüne“ schob den Ball mühelos ins Gehäuse der Gäste (16.). Diese sahen sich einer erdrückenden Übermacht der sich phasenweise wie berauscht spielenden Garstedter gegenüber. 8:1 lautete das Chancenverhältnis zur Pause – von der Anzeigentafel blinkte aber nur ein 1:0.

Slapstick-Eigentor durch Rico Bork

Im zweiten Durchgang ließ die Eintracht zunächst die Zügel schleifen, die biederen Gäste fanden besser ins Spiel. Den Ausgleich erzielten indes die Hausherren: Einen langen Pass eines Hannoveraner Spielers köpfte Rico Bork von der Strafraumgrenze ohne Not an seinem herauseilenden Torwart Lars Huxsohl vorbei ins eigene Netz (68.).

Doch die Eintracht rappelte sich auf und verschenkte nicht drei Punkte wie so manch ein Regisseur seine gute Grundidee durch ein mieses Ende. Jordan Brown wühlte sich in der 76. Minute auf der rechten Seite durch, passte in die Mitte auf Johann von Knebel – und der riss das Publikum zu Standing Ovations hin. Annahme mit rechts plus Drehung in einer fließenden Bewegung, Abschluss mit links in die kurze Ecke. „Ich hatte letzte Woche Geburtstag. Dieser Treffer ist mein nachträgliches Geschenk“, jubelte von Knebel (76.). Nach einem Konter sorgte der kurz zuvor eingewechselte Nathaniel Amamoo mit seinem 3:1 nach Vorlage von Michael Kobert endgültig für klare Verhältnisse (87.).

Trainer Jens Martens ist zufrieden

„Nach dem Eigentor haben wir wohl alle gedacht: ,Geht die Scheiße schon wieder los!‘ Daher war das 2:1 sehr wichtig. In der ersten Halbzeit haben wir ein überragendes Spiel gemacht, über 90 Minuten gesehen ein gutes. Ich bin sehr zufrieden“, sagte Eintracht-Trainer Jens Martens.

Durch den zweiten Sieg innerhalb von drei Tagen haben sich die Norderstedter (13 Punkte/20:17 Tore) auf den achten Tabellenplatz der Regionalliga Nord vorgeschoben.

Eintracht Norderstedt – Hannoverscher SC 3:1 (1:0). – Zuschauer: 465. – Tore: 1:0 Jan Lüneburg (16.), 1:1 Rico Bork (67./Eigentor), 2:1 Johann von Knebel (76.), 3:1 Nathaniel Amamoo (85.). – Eintracht Norderstedt: Huxsohl – Marxen, Nuxoll, Bojadgian, Bork – Koch – Brown, Brisevac (80. Amamoo), von Knebel, Brüning (89. C. Williams) – Lüneburg (50. Kobert).