Volleyball

Der VT Aurubis bastelt am Kader für die neue Saison

| Lesedauer: 3 Minuten
Björn Jensen

Die Verantwortlichen bauen überwiegend auf eigene Talente. Als Ersatz für Zuspielerin Staelens kommt Femke Stoltenborg aus Dresden.

Hamburg. Am vergangenen Montag hat für die Bundesliga-Volleyballerinnen des VT Aurubis die Saison 2012/13 begonnen. Noch bis Ende Juni absolviert der bisher acht Spielerinnen umfassende Kader die erste Aufbauphase, in der viel im technischen und athletischen Grundlagenbereich gearbeitet wird. Nach der Sommerpause im Juli, die für die ausländischen Nationalspielerinnen wegen internationaler Wettkämpfe entfällt, trifft sich das Team dann voraussichtlich am 30. Juli, um die Vorbereitung auf die Mitte Oktober startende Saison wieder aufzunehmen.

Bis dahin soll das zwölf bis 13 Spielerinnen umfassende Aufgebot komplett sein. Nach den Abgängen von Zuspielerin Kim Staelens (nach Polen), den Außenangreiferinnen Lousi Souza Ziegler (nach Schwerin) und Julia Stojanowa, Diagonalangreiferin Rachel Bragg und Mittelblockerin Cindy Ramirez (alle Ziel unbekannt) haben Trainer Jean-Pierre Staelens und Manager Helmut von Soosten in den kommenden Wochen viel Arbeit, um für Ersatz zu sorgen. „Wir haben, nachdem unsere Qualifikation für den Europapokal feststand, eine Menge Angebote bekommen, die wir jetzt nach und nach sichten“, sagt von Soosten.

So jubelt der Zweitliga-Meister

Auch im Volleyball hat mittlerweile fast jede Spielerin einen Berater. Diese bieten ihre Klientinnen mittels umfangreichen Videomaterials bei den suchenden Klubs an. Staelens sichtet das komplette Material, trifft eine Vorauswahl und legt diese von Soosten und Co-Trainer Sebastian Leipold vor. Dann wird entschieden, welche Kandidatinnen zum Probetraining geladen werden, oder ob sogar das vorliegende Videomaterial reicht, um eine Verpflichtung zu rechtfertigen. Ein Scoutingsystem wie in anderen Profiligen gibt es nicht. „Den deutschen Markt kennen wir, da wir ständig Bundesligaspiele, die Partien unserer Zweiten Damen in der Zweiten Liga und auch Juniorenspiele sehen“, sagt von Soosten. Auf dem internationalen Markt sei man dagegen auf das Videomaterial angewiesen. „Wir haben nicht die finanziellen Mittel, um durch Europa zu reisen und Spielerinnen zu sichten“, so der Manager.

Ersatz für Zuspielerin Kim Staelens ist mit deren niederländischer Nationalteamkollegin Femke Stoltenborg, die aus Dresden nach Hamburg wechselt, gefunden. Auch für drei weitere Positionen hofft von Soosten innerhalb der kommenden drei bis vier Wochen Abschlüsse vermelden zu können. Danach wird sich die Suche dann auf die Schlüsselposition konzentrieren, die durch den Abgang der besten Punktesammlerin Souza Ziegler vakant geworden ist. „Wir suchen eine Punktballspielerin, die perfekt annimmt und auch noch gut blockt. Das Problem ist, dass solche Spielertypen weltweit gesucht werden“, sagt von Soosten.

Den Kader wegen der Doppelbelastung aus Meisterschaft und Europapokal auf 14 Spielerinnen aufzustocken, ist kein Thema. „Wenn wir das täten, dann müssten wir das benötigte Geld einsparen, indem wir eine Topspielerin weniger holen. Aber wir wollen uns qualitativ verbessern“, so der Manager, der im Notfall Spielerinnen aus dem Zweitligateam holen würde. Einen internen Qualitätssprung erhofft sich das Führungsteam auch von den drei deutschen Toptalenten Julia Hero, Saskia Radzuweit und Eva Michalski. „Die haben ein Jahr Erfahrung gesammelt und werden nun die nächste Entwicklungsstufe nehmen“, glaubt von Soosten.