Gewichtheber-Gold für Deutschland

Steiner ist der Stärkste

Bewegender Moment für den deutschen Sport: Der 145-Kilogramm-Mann Matthias Steiner springt nach seinem Sieg im Gewichtheben wie wild auf der olympischen Bühne herum. Bei der anschließenden Siegerehrung kullern ihm die Tränen über die Wangen.

Peking. Superschwergewichtler Matthias Steiner hat völlig überraschend die Goldmedaille in der Königsklasse der Gewichtheber gewonnen und sich mit einer Zweikampfleistung von 461 kg zum stärksten Mann der Welt gekrönt. Der 145-kg-Recke aus Chemnitz gewann zugleich das erste deutsche Gewichtheber-Gold seit 16 Jahren und als erster deutscher Hantelstemmer der Geschichte Zweikampf-Gold im Superschwergewicht.

Vor 7000 Zuschauern in der ausverkauften Halle der Universität für Luft- und Raumfahrt verwies der gebürtige Wiener, der seit dem 2. Januar dieses Jahres deutscher Staatsbürger ist, den Russen Jewgeni Tschigischew mit einem Kilo Vorsprung auf Platz zwei. Dritter wurde Viktors Scerbathis aus Lettland mit 448 kg. Der zweite deutsche Starter, Almir Velagic aus Kaufbeuren, steigerte seine persönliche Bestleistung um vier Kilo auf 413 kg und belegte Platz acht.

Dramatischer hätte der Wettbewerb nicht verlaufen können: Steiner steigerte im Reißen zwar seine Bestleistung um zwei Kilo auf 203 kg, schaffte aber im Anschluss die erhofften 207 kg nicht und geriet so für das Stoßen in Zugzwang. Erst im letzten Versuch der Konkurrenz wuchtete der 25-Jährige vom Chemnitzer AC 258 kg im Stoßen in die Höhe, acht Kilo mehr als seine bisherige Bestmarke und genau jene Last, die für den Sieg reichte. Bei der Siegerehrung verdrückte der starke Mann dann ganz gerührt einige Tränen beim Erklingen der deutschen Nationalhymne.