Handball-Bundesliga

HSV-Handballer müssen Füchse schlagen und auf Patzer hoffen

Hamburger müssen trotz ihres 35:31 (18:15)-Sieges in Balingen um die Champions-League-Teilnahme bangen. Schwalb: „Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und auf einen Ausrutscher der Füchse hoffen“

Hamburg. Für die SG Flensburg-Handewitt ist die Vizemeisterschaft in der Handball-Bundesliga greifbar nah, für den Nordrivalen HSV Hamburg hingegen scheint die erneute Qualifikation zur Champions League unerreichbar. Am Pfingstwochenende lösten beide Clubs zwar erfolgreich ihre Pflichtaufgaben – doch unterschiedlicher könnten die Vorzeichen drei Partien vor Saisonende kaum sein. „Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand“, konstatierte HSV-Coach Martin Schwalb trotz des 35:31 (18:15)-Arbeitssiegs in Balingen.

„Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und auf einen Ausrutscher der Füchse Berlin hoffen“, skizzierte Schwalb die Perspektive für das Saisonfinale. Das erste von drei „Endspielen“ kommt schon an diesem Dienstag, wenn die viertplatzierten Füchse in Hamburg vorspielen. „Aus dem Hinspiel ist noch eine Rechnung offen“, schickte Torhüter Johannes Bitter schon mal eine Kampfansage in die Hauptstadt.

Berlin (47:15 Punkte) rangiert aktuell drei Zähler vor den Hanseaten (44:18) und kann mit einem Erfolg in der Hansestadt Platz vier sichern, der zur Teilnahme am Qualifikationsturnier für die „Königsklasse“ berechtigt. „Theoretisch besteht auch die Chance, über den Gewinn der Champions League eine Wildcard für die Qualifikation zu erhalten“, merkte Schwalb zwar an. Er schien aber angesichts des Halbfinal-Duells mit dem Titelverteidiger THW Kiel beim Final Four in Köln am übernächsten Wochenende nicht so recht daran zu glauben.

Deutlich besser stehen die Chancen rund 150 Kilometer nördlich. Flensburg kann sich nach seinem 37:26 (18:17)-Pflichtsieg beim Abstiegskandidaten TV Neuhausen berechtigte Hoffnungen auf die erneute Vizemeisterschaft machen. „Platz zwei oder drei ist eigentlich egal“, meinte Nationalspieler Holger Glandorf, „Priorität hat erst mal, dass wir sicher dabei sind“. Als Dritte liegt die SG (48:14) zwei Punkte hinter den Rhein-Neckar Löwen (50:14), die allerdings schon ein Spiel mehr absolviert haben.

„Ich freue mich schon auf die Begegnungen“

„Es kommen noch schwere Aufgaben“, betonte Glandorf. „Am vorletzten Spieltag müssen wir zum Beispiel noch nach Göppingen.“ Im Beisein von Bundestrainer Martin Heuberger lieferte der 30-Jährige eine bärenstarke Partie ab und glänzte mit elf Treffern.

Nach seiner langwierigen Achillessehnen-Verletzung hat Glandorf zu seinem alten Leistungsvermögen zurückgefunden. „Sein Wille und seine Einstellung zum Spiel sind überragend – er ist ein Profi“, lobte SG-Coach Ljubomir Vranjes seinen Rückraumschützen. Der blickt den EM-Qualifikationsspielen in Montenegro und gegen Israel voller Zuversicht entgegen: „Ich freue mich schon auf die Begegnungen und möchte mithelfen, dass wir es schaffen.“