Basketball

Kapitän Taylor geht bei den Hamburg Towers von Bord

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Alexander Berthold
Bryce Taylor wird die Hamburg Towers nach einer Saison wieder verlassen.

Bryce Taylor wird die Hamburg Towers nach einer Saison wieder verlassen.

Foto: Witters

Ob der 34 Jahre alte Deutschamerikaner seine aktive Karriere fortsetzt, ist noch noch unklar. Abschiedsbrief an die Fans.

Hamburg. Die Entscheidung hat sich Bryce Taylor nicht leicht gemacht. Gemeinsam mit seiner Frau Jennifer hat der 34 Jahre alte Basketballprofi alle möglichen Szenarien durchgespielt, ob und wie seine Karriere weitergehen könnte. Zumindest eine Entscheidung ist bereits gefallen. Taylor wird nicht zu den Hamburg Towers, bei denen er in der vergangenen Saison Kapitän war, zurückkehren.

Taylor war stolz, das Towers-Trikot zu tragen

In einem offenen Brief an die Fans erklärte der Führungsspieler seine Karriereentscheidung, nicht nach Hamburg zurückzukehren. "Liebe Towers-Familie,
meine Familie und ich haben beschlossen, unsere Reise woanders fortzusetzen, was bedeutet, dass ich in der nächsten Saison nicht zu den Towers zurückkehren werde. Ich möchte den Towers dafür danken, dass sie meine Familie und mich letztes Jahr auf so tolle Weise aufgenommen haben", schrieb Taylor.

In seinem Abschiedsbrief macht der BBL-Veteran, der in 392 Partien für die Telekom Baskets Bonn, Alba Berlin, Artland Dragons Quakenbrück, den FC Bayern München, Brose Bamberg und zuletzt die Towers aktiv war, und 3965 Punkte erzielen konnte, wie sehr es ihm in Hamburg gefallen hat.

Trainer Pedro Calles (37) und Sportdirektor Marvin Willoughby (42) haben Taylor die Chance gegeben, trotz anhaltender Verletzungsprobleme, einen neuen Anlauf in der Bundesliga zu nehmen.

Towers haben Taylor trotz Verletzungshistorie verpflichtet

Als die Towers ihn verpflichtet hatten, laborierte er an den Folgen einer Achillessehnen-Verletzung. "Alle, mit denen ich täglich zusammengearbeitet habe, haben mich mit Respekt und Würde behandelt und die Atmosphäre hat es mir leicht gemacht, meinen Teil als Spieler zu leisten. Vor allem möchte ich Marvin und Pedro dafür danken, dass sie mir die Chance gegeben haben, meine Karriere fortzusetzen und mir die Ehre zuteilwurde, unser Team als Kapitän zu führen. Dafür werde ich immer dankbar sein und in ihrer Schuld stehen. Ich wünsche dem Team weiterhin viel Erfolg! Alles Gute", schrieb Taylor.

Ob der Dreipunktewurf-Spezialist seine Karriere auf Clubebene fortsetzt, ist noch unklar. Als nächstes will er ab Mitte Juli tzunächst mit einem Team ehemaliger Oregon-Studenten beim renommierten "The Basketball Tournament" antreten. Bei dem Sommerturnier treten zahlreiche NBA- und Europa-Legionäre – zumeist Collegeabsolventen, die ihre Alma Mater Farben repräsentieren – in 64 frei zusammengestellten Teams in Do-or-Die-Spielen gegeneinander an. Dem Gewinnerteam winkt ein Preisgeld von einer Million US-Dollar.

Towers-Sportchef Willoughby auf dem Transfermarkt gefordert

Bei den Towers wird Taylor eine Lücke auf dem Feld und vor allem in der Kabine hinterlassen. "Bryce ist ein riesiges Vorbild, als Sportler und als Person. Er ist einer der ganz wenigen Spieler, die die BBL über mehr als ein Jahrzehnt geprägt haben. Wir können sehr glücklich sein, dass er im vergangenen Jahr das Towers-Trikot getragen hat und seine Erfahrungen an das Team und die Organisation weitergegeben hat“, sagt Towers-Geschäftsführer Willoughby, der in den kommenden Wochen besonders gefragt ist.

Mit Taylor und dessen Namensvetter Kameron (25), der zu Maccabi Tel Aviv wechselt, haben bereits zwei namhafte Spieler den Club verlassen. Abgesehen von Lukas Meisner (25), der zu den besten deutschen Spielern der abgelaufenen Saison gehörte, wurden mit Zachary Brown (25), Eddy Edigin (25) und Robin Christen (30) bislang ausschließlich Ergänzungsspieler verpflichtet.