Basketball

Towers unterliegen Bonn nach schlechtester Saisonleistung

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Justus Hollatz (Towers) reist am Sonntag zur Nationalmannschaft.

Justus Hollatz (Towers) reist am Sonntag zur Nationalmannschaft.

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Hamburgs Bundesliga-Basketballer weisen bei 71:78-Pleite schwache Trefferquoten aus dem Feld und Defizite beim Rebound auf.

Hamburg. Die Hamburg Towers beklagen ihre erste Ergebniskrise in dieser Saison. Gegen die Telekom Baskets Bonn, eher eine Mannschaft für die untere Tabellenhälfte der Basketball-Bundesliga, verloren sie am Freitagabend in der heimischen edel-optics.de Arena mit 71:78 (21:19, 19:16, 13:23,18:20) innerhalb von acht Tagen das dritte Spiel in Folge, bleiben dennoch Tabellensiebter. Das Hinspiel hatten die Towers 93:63 gewonnen.

Lieferten die Hamburger am Mittwoch beim unglücklichen 88:89 in Oldenburg ihre bisher beste Saisonleistung, folgte am Freitagabend die schwächste. Ausschlaggebend waren die schwache Trefferquote aus dem Feld, 47 Prozent Zweier, 30 Prozent Dreier, und erneute Defizite beim Rebound (26:40).

Hamburg Towers spielen beim Tabellenvorletzten

Am Sonntagabend (20.30 Uhr, MagentaSport) steht für die Towers vor der zehntägigen Länderspielpause das letzte Spiel dieser Woche beim Tabellenvorletzten Gießen 46ers an, der allerdings am Freitagabend beim -fünften Oldenburg 97:93 gewann. Towers-Talent Justus Hollatz (19) ist danach weiter im Einsatz. Er gehört zum finalen Zwölferkader von Bundestrainer Henrik Rödl für die (bedeutungslosen) EM-Qualifikationsspiele in Podgorica gegen Großbritannien (20. Februar) und Gastgeber Montenegro (22. Februar).

Es wären Hollatz‘ erste Einsätze für die A-Nationalmannschaft, für die er sich gegen Bonn als Topscorer neben Jordan Swing (beide 15 Punkte) und mit seinem bisher besten Saisonauftritt empfahl. Als Co-Ausrichter ist die deutsche Auswahl für das Turnier im September 2022 gesetzt.

Towers machen zu Beginn mehr Fouls als Punkte

Aller Anfang – später auch der Schluss – fiel auch diesmal den Towers schwer. Gegen Bonn standen für sie in den ersten vier Minuten mehr Fouls (3) als Punkte (2) in der Statistik, vor allem die Quote aus der Nahdistanz gab (nicht nur) im ersten Viertel mit nur 27 Prozent Treffern Anlass zur Sorge. Weil aber Terry Allen, Swing, T.J. Shorts und Hollatz (2) von der Dreipunktelinie (57 Prozent) weit zielsicherer agierten, führten die Hamburger nach den ersten zehn Minuten 21:19, da den Bonnern mehr Fehlwürfe unterliefen. Das lag wenigstens in dieser Phase auch an der Defense der Towers, die die nötige Aggressivität aufs Feld und an den Mann brachte.

Die Probleme im Angriff aber blieben das gesamte Spiel über. Trainer Pedro Calles versuchte in der 16. Minute beim Stand von 28:31 mit seiner ersten Auszeit mehr Struktur ins Spiel zu bringen. Das gelang zumindest mit der danach folgenden Aktion. Kameron Taylor stopfte nach einem perfekten Hollatz-Pass über sechs Meter den Ball mit einem Dunking in den Bonner Korb, löste damit auf der eigenen Bank spitze Schreie, Beifall und einen 11:4-Lauf bis zur Halbzeitpause aus. Mit einer 40:35-Führung gingen die Towers in ihre Kabine, dank jetzt mehr erfolgreichen Zwei-Punkte-Würfen (45 Prozent nach 20 Minuten) und zwölf Ballgewinnen bei nur zwei eigenen Ballverlusten.

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Die zeitweise positiven Ansätze blieben indes, was sie waren: Ansätze. Die Hamburger trafen auch fortan weiterhin öfter den Ring als das Netz. Bonn hatte wenig Mühe, im dritten Viertel auszugleichen und mit drei erfolgreichen Dreierwürfen in Folge die Führung zu übernehmen. 58:53 lautete diese vor dem letzten Spielabschnitt, nachdem Topscorer Chris Babb (insgesamt 16 Punkte) in letzter Sekunde noch einen Dreier draufgesetzt hatte.

Die erhoffte Aufholjagd der Hamburger im letzten Viertel blieb jedoch aus, 58:72 lautete der entscheidende Rückstand 2:40 Minuten vor der Schlusssirene, die dann für die Spieler und Trainer Calles wie eine Erlösung geklungen haben muss.

( rg )