Basketball

Hamburg Towers sind noch nicht bundesligareif

Wenig Durchkommen für die Hamburg Towers in ihrer ersten Bundesligasaison.

Wenig Durchkommen für die Hamburg Towers in ihrer ersten Bundesligasaison.

Foto: Witters

Basketballer verlieren auch zweites Bundesligaspiel 83:104 gegen den Mitteldeutschen BC. Prominente Gäste.

Hamburg. Es sollte das erste Ausrufezeichen nach dem Aufstieg in die Basketball-Bundesliga werden, doch nach der 83:104 (17:27, 23:19, 24:36, 19:22)-Niederlage gegen den gegenüber der vergangenen Saison aufgerüsteten Mitteldeutschen BC aus Weißenfels taucht vor allem eine Frage auf: Sind die Hamburg Towers gut genug für die höchste deutsche Spielklasse?

Cheftrainer Mike Taylor beantwortete sie nach dem Spiel wie folgt: „Wir haben gesehen, dass wir noch viel zu tun haben. Das wussten wir, deshalb werden wir weiter hart arbeiten.“ Die nächsten Aufgaben machen es nicht leichter: In Gießen (11. Oktober) und in Frankfurt (19. Oktober) stehen jetzt zwei schwere Auswärtsspiele in Folge an.

Towers: Die ersten Würfe sorgten für Jubelstürme

Anders als bei der deprimierenden 55:111-Auftaktniederlage am vergangenen Montag beim deutschen Meister Bayern München lösten die Towers diesmal zumindest mit ihren ersten Würfen Jubelstürme bei ihren Fans aus. Tevonn Walker erzielte die 2:0-Führung, Marshawn Powell netzte zum 4:2 ein. Dieses Niveau hielt allerdings nicht lange an, besonders bei den Distanzschüssen fehlte fast über die gesamte Spieldauer die ruhige Hand.

Einer von sieben flutsche dank des Niederländers Yannick Franke (Topscorer mit 15 Punkten) im ersten Viertel durch den Ring (insgesamt 5 von 21), die Weißenfelser Dreipunktespezialisten freuten sich dagegen über vier Treffer bei sechs Versuchen und über eine herausragende Quote (insgesamt 14 von 25). Die Folge: Die Hamburger lagen nach zehn Minuten 17:27 zurück.

Abiturient versagen die Nerven

Basketball ist jedoch ein Spiel, das ständigen Wechseln unterliegt. Und als die Hamburger im zweiten Viertel besser verteidigten, konzentrierter kombinierten und wieder trafen, stand Justus Hollatz in der 15. Minute beim Stand von 34:35 an der Freiwurflinie, hatte plötzlich die Chance, sein Team wieder in Führung zu werfen. Der 18 Jahre alte Abiturient, vor der Begegnung als bester Nachwuchsspieler der 2. Bundesliga ProA geehrt, verfehlte aber zweimal das Ziel – und die Sachsen-Anhaltiner bauten ihre Führung 90 Sekunden später auf 41:36 aus.

Aber, und das machte zumindest etwas Mut für die zweite Halbzeit, die Towers traten mit weit mehr Selbstbewusstsein als im Münchner Audi Dome auf. „Die Stimmung in der Kabine war absolut positiv“, berichtete Co-Trainer Benka Barloschky in der Pause, „wenn wir das Tempo weiter hochhalten, können wir das Spiel noch drehen.“

edel-optics.de-Arena zum 19. Mal ausverkauft

Die erste und, wie sich später herausstellte, letzte Chance dazu eröffnete sich schon 90 Sekunden nach dem Seitenwechsel beim Stand von 45:46. Center Prince Ibeh, noch nicht erstklassig unter den Körben unterwegs, aber statt des bundesligaerfahrenen Jannik Freese im Kader, vergab sie aus kurzer Distanz, wonach ein laut vernehmbares Stöhnen aus dem Publikum zu hören war. Unter den 3400 Zuschauern in der zum 19. Mal in Folge ausverkauften edel-optics.de Arena in Wilhelmsburg gab sich auch der neue US-Generalkonsul für Hamburg, Darion Akins, die Ehre.

Die Zuschauer müssen geahnt haben, dass sich eine Möglichkeit wie diese nicht allzu schnell wiederholen würde. Sie sollte sich aber in den restlichen 18 Minuten überhaupt nicht mehr ergeben, auch weil die Towers ihre Gegenspieler oft nur mit Fouls bremsen konnten, was zu zahlreichen Freiwürfen für die Weißenfelser führte.

Der Rückstand von 64:82 nach 30 Minuten drückte dann auch mächtig auf die Stimmung in der Halle. Und die sollte in den letzten zehn Minuten nicht euphorischer werden. Eine mögliche Wende lag inzwischen in weiter Ferne, bis zur Schlusssirene gelang es den Towers trotz einzelner guter Aktionen nicht einmal, den Rückstand zu verkürzen.

Neuer Sponsor für die Towers

Die DAK-Gesundheit steigt als 68. Partner bei den Towers ein. Deutschlands drittgrößte Krankenkasse mit Hauptsitz in Hamburg und rund 5,6 Millionen Versicherten wird „Presenter“ sämtlicher Towers-Nachwuchs-Camps in dieser Saison, von denen bisher vier geplant sind.

Die Statistik

Hamburg Towers - Synt. MBC Weißenfels 83:104 (17:27,23:19,24:36,19:22)

Punkte: Hamburg Towers: Franke 15, Yebo 14, Powell 13, Dukes 10, Schaffartzik 10, Walker 8, Beech 6, Hollatz 4, Ogunsipe 2, Müller 1

Synt. MBC Weißenfels: Kajami-Keane 31, Kerusch 23, Gbinije 12, Jackson 10, Turudic 10, Novak 8, Warren 5, Zylka 4, Micovic 1