FC St. Pauli

Der neue Eric Smith: völlig fit und mit anderer Frisur

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Eric Smith konnte bislang höchstens elf Spiele in Folge bestreiten.

Eric Smith konnte bislang höchstens elf Spiele in Folge bestreiten.

Foto: TimGroothuis / WITTERS

St. Paulis schwedischer Abräumer wünscht sich eine Saison ohne Verletzungen. Seit 2021 fehlte der 25-Jährige 21-mal verletzt.

Hamburg.  Manchmal sieht man sofort, wer eine Wette verloren hat. Während also Jackson Irvine weiterhin mit seinem pferdeschwänzchengebändigten Haupthaar beim FC St. Pauli durch das Mittelfeld wirbelt, läuft Eric Smith seit einigen Wochen mit einem extremen Kurzhaar-Raspelschnitt herum, Irvine selbst legte Hand an. „Ich verrate nicht, worum es bei der Wette ging“, sagte der Schwede, „aber die Haare mussten ab.“ Und so läuft da jetzt ein „neuer“ Eric Smith über den Trainingsplatz an der Kollaustraße – äußerlich. Doch die Haare sollen nicht die einzige Veränderung bleiben.

Gelegenheit für einen kleinen Haar-Witz: „Vielleicht bin ich deshalb gerade nicht verletzt, weil der Körper ohne die Haare etwas leichter ist und es sich einfacher laufen lässt.“ Sicherlich … Tatsächlich genießt der 25-Jährige, dass er derzeit ohne jede Beschwerden ist, dass er sich voll auf das Spiel, das Training konzentrieren kann. Und dass vielleicht, vielleicht seine Leidenszeit nun wirklich einmal vorbei ist.

FC St. Pauli: Smith fehlte 21-mal verletzt

Seit Smith Anfang 2021 vom FC St. Pauli verpflichtet wurde, stand er 27-mal im Kader, gehörte 23-mal zur Startelf – fehlte aber 21-mal verletzt. Das ist kein gutes Verhältnis und brachte auch die Planungen von Trainer Timo Schultz immer wieder durcheinander. Als St. Pauli mit sechs sieglosen Partien zwischen dem 28. und 33. Spieltag den möglichen Aufstieg verspielte, war der Stamm-Sechser Smith mit einer Wadenverletzung abwesend. Ein oft unterschätzter Grund für diese entscheidende Negativserie.

„Ich denke, man kommt in eine Abwärtsspirale, nach der ersten Verletzung trainiert man anders, belastet falsch, und dann kommt die nächste Verletzung“, hat Smith für sich analysiert und ist nun optimistisch, dass diese Phase vorbei ist: „Es ist gut, dass ich die Vorbereitung ohne Rückschläge gemacht habe und den Körper so stark wie möglich für die Saison aufbauen konnte. In der Lage zu sein, täglich zu trainieren, hilft, keine neuen Verletzungen zu erleiden.“

Smith ist bereit, mehr Verantwortung zu tragen

Eric Smith in Bestform bringt im defensiven Mittelfeld wichtige Stabilität. Er ist im Ligavergleich überdurchschnittlich gut bei seinen Abwehraktionen, beim Stören des Aufbaus, bei defensiven Kopfbällen und abgefangenen Bällen. In Ballbesitz kann er mit langen Pässen zu einer wichtigen Figur im Umschaltspiel werden. Eine Qualität, die seinem Vertreter Afeez Aremu etwas abgeht. Smith hat das Zeug zu einem „Ankerspieler“, deshalb hat Sportchef Andreas Bornemann ihn nach dem Ende einer Leihe im Sommer 2021 von KAA Gent auch fest verpflichtet.

Von den Kollegen wurde Smith in den Mannschaftsrat gewählt, er ist auch bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen. „Auf meiner Sechser-Position muss man den anderen helfen, besser zu spielen und auch zu foulen, wenn es nötig ist“, sagt er, „Timo erwartet vielleicht, dass ich in der Kabine noch etwas mehr rede.“

FC St. Pauli: Smith startet optimistisch in neue Saison

Den Saisonstart empfand er als ermutigend: „Es sind immer noch viele Jungs von den beiden Jahren dabei, in denen wir uns sehr entwickelt haben“, sagt Smith: „Wir werden besser mit unserem System, das sieht man seit der Vorbereitung, und wir werden uns weiter steigern, wenn die Neuen das System hundertprozentig kennen.“

Es darf ihm halt nichts passieren, der „Neuzugang“ Eric Smith muss mal dauerhaft einsatzfähig sein. Und wenn Aberglaube dabei hilft, auch gut: „Meiner Frau gefällt die Frisur, ich denke, die Haare bleiben jetzt kurz.“

( ah )

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