Derby-Held

„Schlangen-Franz": Was macht eigentlich Franz Gerber?

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Carsten Harms
Es war der 3. September 1977: Franz Gerber (FC St. Pauli) jubelt über sein 1:0 im Hamburger Derby gegen den HSV mit Rudi Kargus. Das Spiel endete 2:0.

Es war der 3. September 1977: Franz Gerber (FC St. Pauli) jubelt über sein 1:0 im Hamburger Derby gegen den HSV mit Rudi Kargus. Das Spiel endete 2:0.

Foto: Witters

Er narrte Rudi Kargus und das HSV-Star-Ensemble: Franz Gerber siegte mit St. Pauli im Derby 1977. Was ihn so besonders machte.

Hamburg. Er spielte bei den Bayern und 1860 München, in Tampa, Calgary und – beim FC St. Pauli. Letzteres tat Franz Gerber nicht nur einmal, vielmehr kehrte er sogar zweimal ans Millerntor zurück. Der frühe Weltreisende in Sachen Fußball schrieb beim zweiten Engagement auf dem Kiez ein ganz besonderes Kapitel Hamburger Fußballgeschichte – als erster Torschütze im Stadtderby gegen den HSV seit Gründung des Profifußballs.

Am 3. September 1977 schoss Gerber im Volksparkstadion den Ball cool am herausstürzenden HSV-Torwart Rudi Kargus vorbei ins lange Eck zur 1:0-Führung für den Aufsteiger. Der HSV war als Europacupsieger der Pokalsieger und mit Kevin Keegan als neuem Topstar in die Saison gegangen. Doch das half wenig an jenem Sonnabend, St. Pauli siegte 2:0, Wolfgang Kulka erzielte kurz vor Schluss den zweiten Treffer.

Franz Gerber: Tor im Derby gegen den HSV historisch

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Bundesliga antwortete Gerber auf die Frage nach seinem ganz persönlichen Bundesliga-Moment: „Das ist ganz klar mein Tor zum 1:0 beim HSV im Volksparkstadion. Das kann ich schon deshalb gar nicht vergessen, weil die Fans von St. Pauli mich noch Jahrzehnte danach darauf ansprechen. Peter Nogly vom HSV hatte angekündigt, dass wir eine 8:0-Klatsche kriegen.“

Auch wenn der damalige HSV-Kapitän später dieser Version widersprach, änderte das nichts an der Blamage und daran, dass Tausende HSV-Anhänger am Ende St. Pauli lautstark anfeuerten – heute undenkbar. Trotz des Derbysiegs und Gerbers 16 Saisontoren stieg St. Pauli am Ende direkt wieder ab.

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Nach seiner aktiven Karriere war der heute 67 Jahre alte Gerber als Sportchef und Trainer bei diversen Clubs tätig, auch wieder beim FC St. Pauli. Inzwischen ist er beim FC Rot-Weiß Erfurt als Geschäftsführer und auch als Investor aktiv und will den finanziell gebeutelten und in die Oberliga abgerutschten Traditionsclub wieder in höhere Gefilde führen. Die 3. Liga sei in ein paar Jahren wieder möglich, meint er.

Gerber wurde in seiner aktiven Zeit "Schlangen-Franz" genannt, weil er Nattern und eine Kreuzotter hielt und eine Vorliebe für Reptilien hatte.

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