FC St. Pauli

Park macht einen Platz frei – weitere Abgänge könnten folgen

| Lesedauer: 4 Minuten
Neue Aufgabe im Visier: St. Paulis Yiyoung Park

Neue Aufgabe im Visier: St. Paulis Yiyoung Park

Foto: imago/Baering

St. Paulis Südkoreanergeht als Leihgabe zu Türkgücü München. Neue Trainernamen werden als Luhukay-Nachfolger gehandelt.

Hamburg.  Sein bisher schönster Tag als Profi des FC St. Pauli ist schon wieder mehr als zwei Jahre her. Mit einem Geniestreich erzielte Yiyoung Park am 6. Mai 2018 den Siegtreffer zum 1:0-Erfolg über Arminia Bielefeld und sicherte seinem mal wieder abstiegsgefährdeten Team damit einen Spieltag vor Schluss den Klassenverbleib. Aus spitzem Winkel hatte der Südkoreaner Bielefelds Keeper Stefan Ortega düpiert. Jetzt wird der inzwischen 26 Jahre alte Südkoreaner für eine Saison an den Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München verliehen, um wieder Spielpraxis zu sammeln.

Mit dem Siegtor gegen Bielefeld im Mai 2018 schien Park so richtig in der Zweiten Liga angekommen zu sein und vor einer ansehnlichen Karriere zu stehen, zumal er so vielseitig war, dass er nicht nur alle Positionen in der Abwehrkette bekleiden, sondern auch als „Sechser“ im defensiven Mittelfeld agieren konnte. Auf immerhin 15 Einsätze war er in der Saison 2017/18 gekommen.

Parks Vertrag bei St. Pauli läuft noch bis zum 30. Juni 2022

Doch die Laufbahn des heute 26-Jährigen geriet ins Stocken. In der Saison danach kamen nur noch sieben Einsätze in der Zweiten Liga dazu, in der gerade abgelaufenen Serie lief er nur noch am ersten Spieltag auf, beim 1:1 ausgerechnet in Bielefeld.

Danach warf ihn eine Schulteroperation aus der Bahn, und im Januar entschied Trainer Jos Luhukay, dass Park und vier seiner Kollegen fortan nicht mehr mit dem Profiteam, sondern nur noch mit der U-23-Mannschaft trainieren durften, weil sonst die Trainingsgruppe zu groß gewesen sei. Es war ein herber Rückschlag für den beidfüßig beinahe gleichstarken Defensivspieler, der sich letztlich nie für eine feste Position richtig empfehlen konnte. Das ist die Schattenseite der Vielseitigkeit.

Lesen Sie auch:

Trotz Corona: FC St. Pauli verkauft alle 15.500 Dauerkarten

Der FC St. Pauli sucht einen Trainer für Offensivfußball

Die Suche beim FC St. Pauli nach der richtigen Balance

Angesichts des immer noch (zu) großen Kaders war es jetzt die sinnvollste Entscheidung, sich auf ein befristetes Leihgeschäft für ein Jahr einzulassen. Parks Vertrag bei St. Pauli läuft noch bis zum 30. Juni 2022. Im August 2018 hatte der damalige Sportchef Uwe Stöver den Kontrakt mit Park ein wenig euphorisch gleich um vier Jahre verlängert.

Weitere Leihgeschäfte oder endgültige Transfers denkbar

„Yiyoung kam mit dem Wunsch, verliehen zu werden, auf uns zu. Nach einer für ihn nicht zufriedenstellenden Spielzeit erhofft er sich mehr Spielzeit bei Türkgücü München. Wir glauben, dass das für ihn der richtige Schritt ist, um wieder an sein Leistungsniveau anzuknüpfen“, sagte jetzt St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann. „Nach einer für mich persönlich schwierigen Saison möchte ich mich in der starken Dritten Liga beweisen und weiterentwickeln.

In der vergangenen Saison konnte ich mich leider nicht richtig zeigen“, sagte derweil Yiyoung Park. Weitere derartige Leihgeschäfte oder auch endgültige Transfers sind bei einigen weiteren Spielern denkbar, um mehr finanziellen Spielraum für Verstärkungen zu gewinnen. Als Kandidaten kommen etwa Jakub Bednarczyk, Florian Carstens, Ersin Zehir, Kevin Lankford und Boris Tashchy in Betracht.

Unterdessen werden jetzt neben „Eigengewächs“ Timo Schultz und Michael Köllner, der mit 1860 München die Dritte Liga als Tabellenachter abschloss, auch Torsten Lieberknecht, der mit dem MSV Duisburg als Vierter gerade die Rückkehr in die Zweite Liga verpasste, und Daniel Thioune (VfL Osnabrück) als mögliche neue Cheftrainer gehandelt. Letztgenannter gilt mittlerweile allerdings als Topkandidat beim HSV.

( C.H. )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: St. Pauli