Millerntor

FC St. Pauli erhält Standortsicherheit für sein Stadion

Der Standort des Millerntorstadions ist gesichert.

Der Standort des Millerntorstadions ist gesichert.

Foto: Bildagentur-online/Joko/picture alliance

Der Verein unterzeichnet am Donnerstag eine neue Vereinbarung mit der Stadt. Es geht um Verlängerung der Erbbaurechtsverträge.

Hamburg.  Hohen Besuch von Vertretern der Stadt Hamburg erwartet der FC St. Pauli an diesem Donnerstag. Finanzsenator Andreas Dressel, Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (beide SPD) und Arne Kuchenbecker vom Landes­betrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) haben sich angekündigt. Vom FC St. Pauli werden Präsident Oke Göttlich, Vizepräsidentin Christiane Hollander und Martin Urban, der Geschäftsleiter Operations, dabei sein. Anlass ist die Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen dem Zweitligaclub und der Stadt bezüglich seines Stadions. „Der FC St. Pauli sichert sich eine langfristige Standort- und Planungssicherheit für das Millerntor-Stadion“, heißt es in der Einladung für diesen Termin. Der Verein habe sich mit dem LIG auf einen entsprechenden „Letter of Intent“ verständigt.

Nach Informationen des Abendblattes geht es bei der Vereinbarung vor allen Dingen um die Angleichung und Verlängerung der Erbbaurechtsverträge zwischen dem FC St. Pauli und der Stadt. Während das 29.546 Zuschauer fassende Millerntor-Stadion, das in der jetzigen Form im Sommer 2015 fertiggestellt worden ist, Eigentum des Vereins ist, gehört das Grundstück, auf dem das Stadion errichtet wurde, der Stadt. Dabei haben die verschiedenen Pachtverträge bisher offenbar unterschiedlich lange Laufzeiten. In diesem Punkt soll es jetzt mit der neuen Vereinbarung zu einer Synchronisierung und auch Verlängerung kommen.

Geringere finanzielle Belastung kommt dem Profi-Etat zugute

Auch wenn es derzeit nicht vorstellbar ist, dass die Stadt das Stadion-Areal in absehbarer Zeit anderweitig nutzen und den FC St. Pauli vom gewohnten Standort verdrängen wollte, hilft die langfristige Standortsicherheit dem Verein bei seinen weiteren Planungen erheblich. Wie berichtet, beabsichtigt der FC St. Pauli, mittelfristig die bisher offene Stadionecke zwischen der Haupt- und der Nordtribüne zu schließen und dort insbesondere weitere Büroräume einzurichten. In den vergangenen Jahren ist das Personal auf der Geschäftsstelle, die in der Südtribüne untergebracht ist, nach dem Rückkauf der Merchandisingrechte und zuletzt der Umstellung von einer Fremd- auf eine Eigenvermarktung erheblich angewachsen. Es besteht hier Handlungsbedarf. Eine Maßnahme war bereits, dass die Mitarbeiter der Medienabteilung in ein neu geschaffenes Büro im Medienbereich auf der Haupttribüne umgezogen sind.

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Zudem verspricht sich der FC St. Pauli von der langfristigen Standort-Garantie auch die Möglichkeit, seine Darlehensverträge für das Stadion, dessen Neubau rund 62 Millionen Euro gekostet hatte, zu modifizieren. Ziel ist dabei offenbar, die jährliche finanzielle Belastung über Zinsen und Tilgungsbeträge zu senken. Bisher hatte der Verein geplant, das Stadion in acht Jahren abbezahlt zu haben. Dies hatte der bis Ende September 2019 amtierende Geschäftsführer Andreas Rettig im Abendblatt-Interview berichtet. Ein jährlich geringerer finanzieller Aufwand für das Stadion-Darlehen kann in naher Zukunft dem Profi-Etat zugute kommen.