FC St. Pauli

Neuer Aufsichtsrat Niebuhr steht für Finanzkompetenz

Philippe Niebuhr
(47) wurde mit
dem fünftbesten
Ergebnis in den
Aufsichtsrat des
FC St. Pauli
gewählt.

Philippe Niebuhr (47) wurde mit dem fünftbesten Ergebnis in den Aufsichtsrat des FC St. Pauli gewählt.

Foto: Witters

Auf der Mitgliederversammlung des FC St. Pauli erhält die bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Sandra Schwedler die meisten Stimmen.

Hamburg.  Die Zahl der Gratulanten konnte Philippe Niebuhr am Ende gar nicht mehr zählen. Es war am Dienstagabend schon kurz vor Mitternacht, als auch der neu in den Aufsichtsrat des FC St. Pauli gewählte 47-Jährige nach der Mitgliederversammlung die Messehalle B6 verlassen und zufrieden den Heimweg antreten konnte. So richtig sicher war er sich zuvor nicht gewesen, dass er mit seiner vierminütigen Vorstellungsrede die anwesenden Mitglieder in ausreichender Anzahl für sich gewinnen konnte, auch wenn es für die sieben Aufsichtsratsplätze nur noch acht Bewerber gab. Die Sorge, am Ende der einzige zu sein, der es nicht ins Aufsichtsgremium schafft, trieb allerdings nicht nur Niebuhr um, sondern auch manch anderen Kandidaten.

Selbst die bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Sandra Schwedler (38) hatte vor der Wahl ein wenig nervös gewirkt, was sich aber erwartungsgemäß als grundlos erwies. Auf 580 der 727 gültigen Stimmzettel war ihr Name angekreuzt. Die einzige Frau im Kandidatenkreis verbuchte damit das beste Ergebnis. Maximal vier Namen durften die Mitglieder auf ihren Stimmzetteln ankreuzen. Auf den Plätzen folgten Gerrit Onken (509 Stimmen), Roger Hasenbein (506), Sönke Goldbeck (342), Philippe Niebuhr (278), Kai Scharff (213) und Karsten Meincke (208). Chancenlos war letztlich Helmut Grahli, der wie Philippe Niebuhr bisher nicht im Aufsichtsrat gewesen war. Auf ihn entfielen nur 80 Stimmen.

„Ich weiß, wie man mit Geld umgeht“

Der selbstständig tätige Vermögensverwalter Niebuhr konnte hingegen sein Ergebnis als positiv bewerten, weil er nicht gerade noch eben ins Kontrollgremium hineingerutscht war, sondern sogar zwei etablierte Aufsichtsratsmitglieder hinter sich gelassen hatte. In seiner Rede hatte der zweifache Familienvater, der dem FC St. Pauli seit 15 Jahren angehört, betont, dass er besonders seine beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen im Finanzbereich in seinem neuen Amt einbringen wolle. „Ich weiß, wie man mit Geld umgeht und wie man ein Unternehmen führt“, hatte der Wirtschaftsfachmann gesagt, der in früheren Jahren auch schon in London berufliche Erfahrungen gesammelt hat. „Ich habe in meiner Karriere schon viel gesehen und erlebt“, sagte er.

Bereits in den vergangenen Jahren hat Niebuhr St. Paulis Vereinspräsidium in Finanzfragen ehrenamtlich beraten. Zudem organisierte er 2017 und in diesem Jahr das Benefiz-Golfturnier, das zuletzt die bisherige Rekordsumme von mehr als 30.000 Euro für den guten Zweck einbrachte.

Voraussichtlich am kommenden Dienstag wird sich der neu gewählte Aufsichtsrat zu seiner konstituierenden Sitzung treffen. Dann werden auch die oder der neue Vorsitzende und die beiden Stellvertreter gewählt. Einen Automatismus, dass Sandra Schwedler als Kandidatin mit dem besten Ergebnis erneut Vorsitzende wird, gibt es nicht. Gleichwohl gilt sie als Favoritin dafür, auch weil sachlich nichts gegen eine personelle Kontinuität spricht.

Nach der Doppelschicht am Mittwoch haben die Profis des FC St. Pauli an diesem Donnerstag einen trainingsfreien Tag, da das nächste Punktspiel erst am Montag (20.30 Uhr) beim VfL Bochum auf dem Programm steht. Am Mittwoch konnte der zuletzt wegen eines grippalen Infektes fehlende Vizekapitän Johannes Flum bereits wieder Teile des Mannschaftstrainings mitmachen. Dagegen fehlten hierbei noch die angeschlagenen Mats Möller Daehli, Daniel Buballa, Dimitrios Diamantakos und Marvin Knoll, der am Mittwoch 28 Jahre alt wurde.