St. Paulis Einzelkritik

Veerman trifft und vergibt, Knoll fehlt es an Präzision

Sami Allagui (l.) leitete den Treffer von Henk Veerman (M.) ein.

Sami Allagui (l.) leitete den Treffer von Henk Veerman (M.) ein.

Foto: imago/kolbert-press

Torhüter Himmelmann hinterließ einen starken Eindruck in seiner neuen Rolle. Stürmer Veerman sammelt Argumente.

Regensburg. Der FC St. Pauli hat zwar den achten Saisonsieg verpasst, belegt aber zumindest vorübergehend den Relegationsplatz. Beim SSV Jahn Regensburg erreichte der Kiezclub am Sonntag ein 1:1 (1:0). Henk Veerman (39.) hatte St. Pauli in Führung gebracht, die Sebastian Stolze (87.) egalisierte. Am Montag kann Union Berlin mit einem Punktgewinn beim HSV an den Kiezkickern vorbeiziehen.

„Wir müssen mit dem Unentschieden zufrieden sein“, sagte St.-Pauli-Trainer Markus Kauczinski nach dem leistungsgerechten Remis im TV-Sender Sky. Der Druck der Regensburger habe stark zugenommen, „und wir haben es nicht mehr geschafft, für Entlastung zu sorgen“. Die Einzelkritik der St.-Pauli-Profis.

Himmelmann: Zeigte beim Abfangen von Ecken und Flanken einen für ihn erstaunlichen Mut, der auch belohnt wurde. Beim Gegentor reagierte er beim ersten Nachschuss von Adamyan glänzend, ehe er gegen Stolze machtlos war.

Dudziak: Zeigte wieder einmal eine zuverlässige Vorstellung als Rechtsverteidiger, sein Drang nach vorn hielt sich aber in Grenzen.

Ziereis: Ihm war von außen nicht anzumerken, dass er sich in der Pause übergeben hatte.

Avevor: Gemeinsam mit Ziereis konnte er die Regensburger Topstürmer Grüttner und Adamyan weitgehend in Schach halten.

Buballa (bis 68.): Gewinnt immer mehr an Ruhe und Sicherheit, auch wenn in engen Situationen am Ball ist. Der Linksverteidiger musste nach einem Schlag auf Hinterkopf und Nacken vorzeitig vom Feld.

Zander (ab 68.): Ein Zuspiel auf Veerman war die auffälligste Aktion bei seinem Comeback.

Knoll: In seinem früheren Stadion konnte er bei allem Einsatz weniger Akzente setzen als gewünscht. Seinen Pässen und Freistößen fehlte es etwas an Präzision.

Buchtmann (bis 80): Als Vertreter von Johannes Flum hatte er das Spiel mehr vor sich, also so, wie er es besonders gern hat. Dennoch drückte er dem Spiel weniger seinen Stempel auf als in früheren Partien.

Zehir (ab 80.): Verteidigte später den einen Punkt noch erfolgreich mit.

Möller Daehli (bis 88.): Seine Torvorlage war die beste Aktion des kleinen Norwegers, der sich in Zweikämpfen gegen die kräftigeren Gegner sehr schwer tat und so einige Bälle verlor.

Miyaichi (ab 88.): Brachte nicht die erhoffte Gefahr bei Kontern.

Allagui: Leitete wieder einmal ein Tor ein und arbeitete fleißig, ohne selbst torgefährlich zu werden.

Neudecker: Trotz früher Verletzung am Knöchel biss er sich durch.

Veerman: Sein Tor quasi aus dem Nichts war bereits sein fünfter Saisontreffer. Auch sonst war sein Auftritt ein gutes Argument für ihn, dass er künftig häufiger von Beginn an spielen darf. Die Konterchance zum 2:0 aber vergab er kurz vor Schluss etwas leichtfertig.