FC St. Pauli

Ein Blick aufs Restprogramm nährt die Aufstiegshoffnungen

Durch den Sieg in Sandhausen und Paderborns Niederlage gegen Düsseldorf wurden die Aufstiegshoffnungen des FC St. Pauli wieder geweckt. Am Abend ließ auch der Tabellen-Zweite aus Fürth Federn.

Hamburg. Der FC St. Pauli bleibt im Rennen um den Aufstieg in die Bundesliga. Am Sonnabend bewiesen die Hamburger Moral und holten einen ganz wichtigen Dreier beim SV Sandhausen trotz zweimaligen Rückstands. Da Paderborn bereits am Freitag zu Hause 1:2 gegen Fortuna Düsseldorf verlor, ist der Relegationsplatz wieder in greifbarer Nähe.

Nur noch drei Punkte beträgt der Rückstand auf den SC Paderborn, vier Zähler Abstand hat noch der Tabellenzweite Greuther Fürth, der am Montagabend gegen Fürth nur zu einem torlosen Remis kam.Vor zwei Wochen sah das noch ganz anders. Nach dem deutlichen 0:3 beim direkten Konkurrenten aus Paderborn schlichen St. Paulis Spieler mit hängenden Köpfen vom Platz. Der Aufstieg schien abgehakt.

Einzig Trainer Roland Vrabec glaubte nach wie vor an die Minimalchance, doch noch die ersten drei Plätze zu erreichen. "Wir sind immer noch in Schlagdistanz“, zeigte sich der 40-Jährige kämpferisch und sollte recht behalten. Es folgte ein 2:2 gegen Fürth und eben der Auswärtssieg in Sandhausen. In beiden Spielen lief die Mannschaft einem Rückstand hinterher und drehte diesen durch Tore in der Schlussviertelstunde. Die Spieler bewiesen Charakterstärke, die Moral des Teams ist intakt.

Kommende Woche kann Verfolger Kaiserslautern im Heimspiel auf Distanz gehalten werden. Ein Blick aufs Restprogramm verrät, dass St. Pauli sich ernsthafte Hoffnungen auf den Aufstieg machen darf. Beim 1. FC Köln dürften die Aufstiegstrikots bereits gedruckt sein. Mit neun Punkten Vorsprung auf Platz drei scheint den Geißböcken der Platz an der Sonne nicht mehr zu nehmen. Deshalb ist Köln in der nachfolgenden Analyse nicht aufgezählt.

Greuther Fürth (Platz zwei, 50 Punkte)

Mit dem 0:0 am Montagabend in Ingolstadt verpassten die Fürther die Chance, sich entscheidend von der Aufstiegskonkurrenz abzusetzen. Die Kleeblätter haben noch drei machbare Heimspiele gegen Aue, 1860 München und Sandhausen. Auswärts warten jedoch noch zwei Brocken: Am 31. Spieltag kommt es zum möglicherweise vorentscheidenden Spiel beim direkten Konkurrenten aus Paderborn. Zwei Wochen später reist die Mannschaft von Trainer Frank Kramer zum Tabellenschlusslicht nach Cottbus, die noch um die Existenz kämpfen und keine Punkte herschenken werden.

Tendenz: Fürth sichert sich Platz zwei.

SC Paderborn (Platz drei, 49 Punkten)

Der Tabellen-Dritte schien sich einen komfortablen Vorsprung erarbeitet zu haben. Doch nach der Heimniederlage gegen Düsseldorf müssen die Ostwestfalen wieder um den Relegationsplatz zittern. Es stehen zwei schwere Spiele in Ingolstadt und gegen Fürth an. In den letzten drei Saisonspielen empfängt Paderborn noch Sandhausen und Aalen und muss zwischendurch nach Aue. Das klingt nach machbaren Gegnern, im Endspurt kommt es jedoch vor allem auf die Nervenstärke an. Als unerfahrenste Mannschaft im Aufstiegskampf (Paderborn spielte noch nie in der ersten Liga) droht deshalb der Absturz von den Aufstiegsplätzen.

Tendenz: Paderborn kämpft um Platz drei, wird aber Vierter.

FC St. Pauli (Platz vier, 46 Punkte)

Die Hamburger waren bereits abgeschlagen und sind nun wieder dick im Geschäft um den Aufstieg. Der FC St. Pauli holte jedoch kaum Big Boints in dieser Saison. Wenn die Chance auf die Aufstiegsplätze da war, ließen die Kiezkicker meistens Federn. Das Restprogramm sieht auf den ersten Blick alles andere als leicht aus, aber St. Pauli hat schon des Öfteren bewiesen, dass sie jeden Gegner in der zweiten Liga schlagen können. Für die letzten fünf Saisonspiele gilt es vor allem die Heimspielflaute zu beenden, da noch drei Partien (Kaiserslautern, Aalen und Aue) am Millerntor ausgetragen werden. Besonders gegen Aalen und Aue sind drei Punkte Pflicht. Auch Kaiserslautern ist in seiner aktuellen Form (drei Spiele ohne Sieg) schlagbar. Auswärts stehen noch die schweren Spiele in Cottbus und in Köln an. Wobei die Geißböcke am 33. Spieltag bereits aufgestiegen sein könnten und somit die letzte Konsequenz vermissen lassen könnten.

Tendenz: St. Pauli erkämpft sich Platz drei im letzten Saisonspiel.

Karlsruher SC (Platz fünf, 44 Punkte)

Der Aufsteiger spielt eine fantastische Saison und ist nach dem deutlichen 3:0-Sieg bei 1860 München weiterhin in Schlagdistanz um den Aufstieg. Der Abwärtstrend (zuvor zwei Punkte aus vier Spielen) scheint vorerst abgewendet. Im Saisonendspurt müssen die Badener noch zu den Abstiegskandidaten Bielefeld und Dresden sowie nach Bochum. Im heimischen Wildparkstadion empfängt der Tabellen-Fünfte noch Union Berlin und Düsseldorf. Der KSC wird die Saison vernünftig zu Ende spielen, ein Aufstieg scheint aber noch zu früh für die unerfahrene Mannschaft.

Tendenz: Karlsruhe spielt um Platz fünf, hat aber mit dem Aufstieg nichts zu tun.

1. FC Kaiserslautern (Platz sechs, 44 Punkte)

Als Aufstiegsfavorit Nummer eins gestartet, laufen die Pfälzer ihren Erwartungen hinterher. Nur ein Sieg aus den letzten fünf Spielen ist zu wenig für die Mannschaft mit dem zweithöchsten Etat nach Köln. Mit einer Niederlage bei St. Pauli könnte der große Traum vom Aufstieg in die Bundesliga schon geplatzt sein. Danach steht das kräftezehrende Pokalspiel bei den Bayern an, bei dem auch noch eine deutliche Niederlage droht, was sich negativ auf die Moral ausüben könnte. Es folgen zwei Heimspiele gegen den FSV Frankfurt und Dresden sowie zwei Auswärtspartien bei Union Berlin und Düsseldorf. Kaiserslautern darf sich keinen weiteren Patzer mehr leisten, sonst war’s das mit dem Aufstieg. Letztes Jahr scheiterten die Pfälzer in der Relegation an Hoffenheim.

Tendenz: Die Doppelbelastung wird Kaiserslautern zum Verhängnis. Mit dem Aufstieg wird es auch dieses Jahr nichts.