HSV News

„Eins, zwei, g’suffa“ – US-Gegner irritiert Hamburger Fans

| Lesedauer: 3 Minuten
Das Championship Soccer Stadium in Irvine im US-Bundesstaat Kalifornien: Hier tritt der HSV am 15. November gegen den Orange County SC an. Für die Fans gibt es ein „Beerfest“.

Das Championship Soccer Stadium in Irvine im US-Bundesstaat Kalifornien: Hier tritt der HSV am 15. November gegen den Orange County SC an. Für die Fans gibt es ein „Beerfest“.

Foto: Kiyoshi Mio / IMAGO/USA TODAY Network

Zum Freundschaftsspiel gegen den HSV veranstaltet der Orange County SC ein „Beerfest“, scheint dabei aber etwas verwechselt zu haben.

Hamburg/Irvine. Der 10. Juni 1966 ist den älteren Fußballfans in Orange County noch gut in Erinnerung. Ihr kleiner Soccer Club durfte in Los Angeles den FC Bayern München empfangen, nur vier Tage nachdem die Mannschaft um Franz Beckenbauer, Sepp Maier und Gerd Müller den DFB-Pokal gewonnen hatte.

Es wurde ein denkwürdiges Spiel. Bayern-Trainer Zlatko Cajkovski wechselte sich gegen Ende selbst ein und schoss prompt das Tor zum 3:3-Endstand. Später wurde er dafür von der FIFA gesperrt.

Der 15. November 2022 soll für den inzwischen neu gegründeten Orange County Soccer Club wieder ein Fest werden. Genauer: ein „Beerfest“. Unter diesem Motto, in gebrochener Canterbury-Schrift gehalten, wirbt der US-Zweitligist für das „internationale Weltklasse-Freundschaftsspiel“ gegen den HSV. Allerdings scheint er dabei etwas verwechselt zu haben.

„Eins, zwei, g’suffa“: US-Gegner irritiert HSV-Fans

Kaum ein Bayern-Klischee, das bei der Werbekampagne für das Spiel ausgelassen wird. „Eins, zwei, drei, g’suffa“, heißt es in dem Tweet, dazu werden zwei anstoßende Bierkrüge gezeigt. Am Championship Stadium in Irvine südlich von Los Angeles erwarte die Fans ein „Biergarten“ nach deutscher Art. Es gebe drei typisch deutsche Biersorten, dazu eine Auswahl von Hamburgern und, na klar, Brezn. Das Plakat zeigt einen vollen Maßkrug, ein Weizenglas, eine Brezn und eine Wurst.

Nördlich des Weißwurstäquators sorgt das für Irritationen. „Es ist schon fast beleidigend, ein norddeutsches Team so zu präsentieren, als kämen wir aus Bayern“, empört sich User „Sero“ bei Twitter. „Hamburg ist das absolute Gegenteil von Brezeln, Lederhosen und anderen Klischees, die Amerikaner von Deutschen haben.“

„Strapasti“ versucht das Problem mit einem Vergleich zu erklären: „Bayerische Festivitäten, wenn Hamburg zu Besuch kommt, ist, wie wenn wir ein Robbenjagd- und Ahornsirup-Festival veranstalten, wenn ihr zu Besuch kommt.“ „Beamtensohn“ fordert deshalb eine Mottoänderung: „Wir kommen nicht aus Bayern. Ihr müsst ein Fishfest machen.“

Der Orange County SC verteidigt das Motto. „Der HSV ist ein fantastischer Verein mit einer reichhaltigen Geschichte“, sagt Geschäftsführer Dan Rutstein: „Und natürlich ist ein Bierfest im deutschen Stil das, was unsere Fans wollen und erwarten.“ Tatsächlich lädt der Club jährlich zum „Beerfest“, so etwa im August vergangenen Jahres anlässlich eines Freundschaftsspiels gegen den Erstligisten LA Galaxy.

Orange-County-Fan „GTX PDC/OC/SD“ bittet den HSV trotzdem um Entschuldigung und macht einen Versöhnungsvorschlag: Wenn Orange County zum Freundschaftsspiel nach Hamburg komme, könne der HSV ja ein Texas-Barbecue-Event schmeißen.

( leo )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: HSV