Erstes Saisontor

Jeremy Dudziak – einer der wenigen Lichtblicke beim HSV

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Kai Schiller
In Würzburg nagelte Dudziak (r.) den Ball in den Winkel.

In Würzburg nagelte Dudziak (r.) den Ball in den Winkel.

Foto: Imago / HMB-Media

Nach Saisontreffer eins soll für den früheren St. Paulianer Jeremy Dudziak ein Erfolg am Millerntor her.

Würzburg. Wenn irgendwie alles schiefläuft, dann muss man sich auch mal über die kleinen Dinge des Lebens freuen. „Positiv ist, dass Jeremy Dudziak ein Tor geschossen hat“, sagte HSV-Trainer Daniel Thioune, der trotz der bitteren 2:3-Niederlage in Würzburg den schönsten Treffer des Tages nicht so einfach unter den Tisch fallen lassen wollte. Nach einer Brustablage durch Torjäger Simon Terodde hatte der Anti-Torjäger Dudziak, der in dieser Saison noch gar nicht getroffen hatte, den Ball sehenswert ins rechte Toreck gedroschen.

Auch wenn das Tor die Pleite nicht verhinderte, kam es zum richtigen Zeitpunkt. Denn beim Schlagwort „schieflaufen“ muss Dudziak eine Woche vor dem Derby schon automatisch an das Stadtduell denken. Vier Jahre lang hat der gebürtige Hamburger für den FC St. Pauli gespielt, ehe er – Nebengeräusche inklusive – vor anderthalb Jahren zum Erzrivalen in den Volkspark wechselte. Als der Transfer feststand und Monate vorher verkündet wurde, reagierten St.- Pauli-Fans verbittert. „Traurig sieht die Mutti ein – ihr Sohn ist jetzt ein Rautenschwein“, stand auf einem Spruchband der Kategorie geschmacklos.

Dudziak hofft auf ersten Derbysieg

Ohnehin hatte Dudziak nur wenig Glück, wenn der HSV und St. Pauli gleichermaßen involviert waren. Von fünf möglichen Derbys hat der Überläufer zwei verpasst. Nur dreimal war der 25-Jährige dabei, nur ein einziges Mal von Beginn an – und gewonnen hat er noch keins. 2018 durfte er für den Kiezclub im Volkspark auflaufen, als der HSV und St. Pauli im wahrscheinlich langweiligsten Derby aller Zeiten 0:0 spielten.

Ein Jahr später wurde er kurz nach seinem Wechsel zum HSV am Millerntor kurz vor Schluss eingewechselt, konnte aber die bittere 0:2-Niederlage auch nicht mehr verhindern. Und beim Hinspiel im vergangenen Jahr? Wieder nur eingewechselt, diesmal 20 Minuten vor Schluss – und diesmal immerhin das letzte Tor des Tages von Terodde aufgelegt.

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Mit etwas Verspätung folgte am Sonntag in Würzburg die wertlose Retourkutsche, die aber aus Dudziaks Sicht sehr gerne am kommenden Montag am Millerntor noch einmal wiederholt werden kann. Der Mittelfeldmann hat seine Zerrung jedenfalls auskuriert, ist fit – und will im zwölften Anlauf dann endlich mal seinen ersten Derbyerfolg feiern. „Ich habe immer Bock auf Fußball“, hatte Dudziak erst vor knapp drei Wochen in einem großen Abendblatt-Interview gesagt. Jetzt hat er Bock auf seinen ersten Derbysieg.

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