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So denkt Sportdirektor Michael Mutzel über weitere Transfers

HSV-Sportdirektor Michael Mutzel (r.) kann mit Stürmer Bakery Jatta und dessen Kollegen derzeit zufrieden sein.

HSV-Sportdirektor Michael Mutzel (r.) kann mit Stürmer Bakery Jatta und dessen Kollegen derzeit zufrieden sein.

Foto: Michael Bermel / imago images/Eibner

Trotz Tabellenführung plagen den HSV Personalsorgen. Was der Sportchef über mögliche Verstärkungen und den Kader sagt.

Hamburg. Am Sonntagabend nach dem 3:1-Sieg gegen Jahn Regensburg hat sich HSV-Sportdirektor Michael Mutzel wie üblich noch die Zusammenfassungen der anderen Partien in der 2. Bundesliga angeschaut. Mit dem Glücksgefühl des Sieges und im Wissen, dass man wieder Tabellenführer ist, habe das auch mehr Spaß gemacht als sonst. "Aber die Ergebnisse zeigen auch: Du musst in dieser Liga absolut wachsam sein, jeder kann jeden schlagen", warnte Mutzel am Montag. Das sei auch die Herangehensweise für das kommende Traditionsduell am Sonnabend (13 Uhr/Sky, Liveticker bei Abendblatt.de) beim angeschlagenen 1. FC Nürnberg. Das sagte Mutzel in der Medienrunde über …

… die Erkenntnisse aus dem Spiel gegen Regensburg: "Es gab mehr positive als negative Aspekte. Wir haben gegen das hohe Pressing gute Lösungen gefunden und hatten richtig gute Offensivmomente. Aber im Defensivverhalten gegen den Doppelpass waren wir nicht hundertprozentig wachsam."

… die Serie von vier Siegen nach zuvor fünf Spielen ohne Sieg: "Die positive Entwicklung ist zu erkennen, aber wir haben auch damals versucht, die Spiele nüchtern zu bewerten. Einige Ergebnisse waren vielleicht auch ein bisschen unglücklich. Daher freut es mich, dass wir jetzt die Kurve gekriegt haben und wieder in der Spur sind. Ich finde, wir haben die letzten Spiele zu Recht und verdient gewonnen."

HSV besiegt Regensburg: die Bilder des Spiels

… das Krisenmanagement von Trainer Daniel Thioune: "Er ist analytisch und klar. Wir haben gewusst, warum wir die Spiele nicht gewonnen haben. Daran haben wir alle zusammen gearbeitet. Die Ergebnisse sind der Lohn dafür."

… das anfängliche Formtief von Kapitän Tim Leibold: "Es könnte mit dem System zusammenhängen. Tim hat letzte Saison unheimlich viele Offensivaktionen gehabt und war unfassbar effektiv, das war auch gewünscht. Daniel setzt die Außenverteidiger anders ein. Tim selbst hat seine Spielweise nicht groß verändert. Und wir waren mit seiner Leistung auch nicht so kritisch."

… den wiedererstarkenden David Kinsombi, der gegen Regensburg ein Tor und eine Vorlage zum Sieg beitrug: "David hat keinen guten Verlauf gehabt, aber er ist drangeblieben und hat gezeigt, dass man mit ihm rechnen kann."

… Verstärkungen im Winter nach den Ausfällen von Klaus Gjasula und Jan Gyamerah: "Wir sind mit unserem Kader zufrieden. Auch die hintendran haben richtig Fahrt aufgenommen. Trotzdem halten wir natürlich Augen und Ohren offen und beobachten den Markt, sind aber ganz entspannt."

HSV-Trainer Thioune berichtet über Verletzungsschock
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… die Einsatzchancen von Amadou Onana, der am Freitag das Training mit Adduktorenproblemen abgebrochen hatte. "Wir wollen kein Risiko eingehen und nur hundertprozentig fitte Spieler mit nach Nürnberg nehmen. Wenn er im Kader sein will, muss er vorher drei-, viermal mittrainiert haben."

… die stockende Vertragsverlängerung mit Innenverteidiger Stephan Ambrosius: "Wir sind auf einem guten Weg, es geht um Details. Stephan bringt mit seiner Robustheit und seiner Zweikampfhärte etwas ein, was uns in dieser Liga guttut. Es freut uns, wenn sich ein Spieler aus der Akademie so entwickelt."

Der HSV in der Einzelkritik:

… den angestrebten Verleih von Xavier Amaechi: "Es gibt für andere Clubs wenig Videomaterial, um ihn beobachten zu können, weil er wenig gespielt hat. Uns ist superwichtig, dass er an der richtigen Adresse ist, wenn er verliehen wird, weil er unbedingt Spielzeit braucht. Das müssen wir gemeinsam mit seinem Agenten abwägen, deshalb nehmen wir uns lieber eine Woche länger Zeit."

… das Wiedersehen mit Ex-Co-Trainer Tobias Schweinsteiger, der den 1. FC Nürnberg nach der Roten Karte von Robert Klauß gegen den HSV als Chefcoach betreuen wird: "Es hilft vielleicht, wenn man über einzelne Spieler des Gegners mehr weiß. Aber wir haben natürlich unsere Spielweise verändert. Deshalb glaube ich nicht, dass das ein Nachteil für uns ist."

… das Profi-Debüt von Youngster Ogechika Heil: "Er hat sich den Einsatz verdient. Die jungen Burschen machen es im Training richtig gut. Es ist schön zu sehen, dass da Jungs hintendran sind, die Potenzial haben."