Drei positive Corona-Tests

Wie der HSV die Absage verhinderte – Würzburg gibt Update

Vor dem Spiel beim HSV schocken drei positive Corona-Tests die Würzburger Kickers (Archivbild).

Vor dem Spiel beim HSV schocken drei positive Corona-Tests die Würzburger Kickers (Archivbild).

Foto: Daniel Karmann / dpa

Ein Profi und zwei Co-Trainer der Kickers wurden fälschlicherweise positiv getestet. Das sorgte für dramatische Vorgänge.

Hamburg. Vor dem Anpfiff des Zweitligaspiels beim HSV haben drei positive Corona-Tests bei den Würzburger Kickers am Sonnabend für Aufregung gesorgt. Die Nachricht habe den Aufsteiger um 1 Uhr nachts erreicht, hieß es in einer Mitteilung des Clubs. Bei den betroffenen Personen handele es sich um Innenverteidiger Douglas sowie die Co-Trainer Kurtulus Öztürk und Philipp Eckart. Sie seien noch in der Nacht von der Mannschaft isoliert worden.

Ein am Sonnabendvormittag durchgeführter Schnelltest habe dann aber ausschließlich negative Befunde geliefert – auch bei den drei betroffenen Spielern. Die Partie beim HSV konnte daher angepfiffen werden – berechtigterweise, wie sich später herausstellte.

Doch die Umstände waren offenbar dramatisch. Nach Informationen des Hamburger Abendblatts war erst am Morgen klar, dass die Schnelltests die einzige Möglichkeit waren, eine Absage wie gegen Aue abzuwenden. Das neuartige Verfahren ist bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) noch kein Standard. Die Laborergebnisse liegen meist erst nach vielen Stunden im Anschluss an die letzte Testung vor.

Positive Corona-Test bei Würzburg fehlerhaft

Deshalb drängte auch diesmal die Zeit. Augenscheinlich hatte der HSV die Idee, einen Schnelltest zu empfehlen. Wie der Vorstandschef der Hamburger sanaGroup, Thomas Wüstefeld, auf Abendblatt-Anfrage bestätigte, sei eines seiner Teams in den Volkspark gerufen worden. Die sanaGroup bietet sowohl Antigen-Tests wie auch PCR-Tests als Schnelltest an, wobei das Ergebnis bei den Antigen-Tests meist nach 15 Minuten, bei den als ganz sicher geltenden PCR-Tests nach knapp einer Stunde vorliegt und Laborstandards entspricht. Der Unterschied ist außerdem, dass in den mobilen Schnelltests der sanaGroup mehrere Arbeitsschritte entfallen, die alle für Fehler und somit falsche Ergebnisse verantwortlich sein können.

Da die Tests bereits zugelassen sind und auch vom HSV bereits einmalig eingesetzt wurden, konnten sie bei den betroffenen Würzburgern angewendet werden. Alle zeigten in kurzer Zeit negative Ergebnisse – das Spiel war gerettet. Bei einem positiven Befund hätte man vermutlich weiter getestet, um noch vor Ort die infizierten von den gesunden Teammitgliedern unterscheiden zu können.

Inzwischen ist auch klar, warum die Befunde der Schnelltests von denen der Labortests abgewichen sind. Die übermittelten Ergebnisse der am Freitag vorgenommenen Tests seien "falsch positiv" gewesen, wie die Kickers am Abend mitteilten. Alle drei Betroffenen Spieler dürfen somit ihre häusliche Quarantäne beenden und am Sonntag am Training teilnehmen.

Kickers-Trainer Antwerpen: Vorbereitung auf HSV kaum möglich

Für Leroy Kwadwo lag das Schnelltest-Ergebnis zunächst nicht vor, wurde dann aber kurz vor dem Anpfiff nachgeliefert – es war wie der Laborbefund negativ. Der Verteidiger konnte somit zumindest auf der Bank Platz nehmen.

"Es war nicht möglich, die Mannschaft vernünftig vorzubereiten. Wir waren den ganzen Vormittag mit der Testung beschäftigt", sagte Kickers-Trainer Marco Antwerpen im Sky-interview. Der Essensraum habe ausgesehen wie ein Testlabor.

Alle Hygienemaßnahmen seien eingehalten worden, teilten die Würzburger mit. Der Verein befinde sich im ständigen Austausch mit der DFL und dem Gesundheitsamt in Würzburg. Er habe "vollstes Vertrauen" in die Aufarbeitung des Vorgangs.