HSV-Transfer

Ex-Hamburger Gregoritsch über Schaub: "Er ist ein Zauberer"

Schalkes Ex-HSVer Michael Gregoritsch schwärmt vom HSV-Neuzugang Louis Schaub. Lukas Hinterseer (r.) hatte in diesem Spiel das Nachsehen.

Schalkes Ex-HSVer Michael Gregoritsch schwärmt vom HSV-Neuzugang Louis Schaub. Lukas Hinterseer (r.) hatte in diesem Spiel das Nachsehen.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Die Spieler kennen sich aus dem Nationalteam. Auch der Österreicher Alessandro Schöpf schwärmt vom HSV-Neuzugang.

Hamburg. Michael Gregoritsch lächelte, als er am Freitagabend in die Schalker Kabine ging. Der frühere HSV-Stürmer hatte soeben in seinem zweiten Testspiel für seinen neuen Club sein erstes Tor geschossen. Beim 4:0 (1:0)-Sieg des FC Schalke im Volksparkstadion hatte der Österreicher großen Anteil daran, dass sein Team als klarer Sieger den Platz verließ.

Vor 11.918 Zuschauern hatte Gregoritsch in seiner alten Heimat die Führung erzielt. Die HSV-Fans quittierten den Auftritt des Neu-Schalkers mit Pfiffen. „Das ist jetzt nicht tragisch. Ich habe jetzt nicht erwartet, mit Applaus empfangen zu werden“, sagte Gregoritsch und lächelte erneut.

Gregoritsch schwärmt von HSV-Neuzugang Louis Schaub

Lobende Worte fand der Stürmer aber auch für den HSV. Besser gesagt für einen Spieler, der schon ganz bald für den HSV spielen wird. Louis Schaub, der noch an diesem Wochenende mit Kaufoption vom 1. FC Köln ausgeliehen werden soll, hat in der Nationalmannschaft Österreichs schon häufig mit Gregoritsch zusammengespielt. „Er ist ein guter Kerl, fußballerisch ein Topspieler, der Eins-gegen-eins-Situationen ohne Pro­bleme lösen kann und der auch torgefährlich ist“, sagte Gregoritsch und fügte noch an: „Er ist ein Zauberer. Er wird dem HSV weiterhelfen.“

Und auch der Österreichische Nationalspieler Alessandro Schöpf schwärmt von Schaub: "Er ist menschlich wirklich top, auch fußballerisch ist er ein sehr feiner Kicker. Er kann Tore schießen und vorbereiten, sein linker Fuß ist super, er hat viel Qualität", sagte der Schalker Mittelfeldspieler. "Hamburg wird Spaß haben mit dem Jungen."

Transfer von Schaub zum HSV: Ein Detail fehlt noch

Dass Schaub den Hamburgern helfen kann, wurde am Freitagabend deutlich. Der 25-Jährige war zwar noch nicht auf der neuen HSV-Bank, aber schon auf den Rängen dabei. Auf der VIP-Tribüne verfolgte Schaub den ersten Test seiner künftigen Kollegen. Der Offensivspieler hatte bereits am Donnerstag in Hamburg den Medizincheck bestritten, doch weil sich die Kölner intern noch immer nicht über die Höhe der Kaufoption einig wurden, konnte der Transfer auch am Freitag noch nicht offiziell vollzogen werden.

„Ich habe mit Jonas Boldt vor dem Spiel gesprochen. Er hat mir gesagt, dass wir das wohl hinbekommen, dass wir das sogar zeitnah hinbekommen“, sagte Trainer Dieter Hecking. „Noch gab es keine Unterschrift, aber hoffen wir mal, dass wir das bis Sonntag nachholen.“

Schaub soll am Sonntag mit dem HSV ins Trainingslager nach Lagos mitfliegen. „Mal schauen, was so in den nächsten Tagen passiert“, sagte Stürmer Lukas Hinterseer, der sich schon auf einen weiteren Ösi-Kollegen freut. „Er ist ein super Spieler. Gut im Eins gegen Eins und auch torgefährlich.“

Bobby Wood wurde nicht berücksichtigt

Gegen Schalke spielten Jeremy Dudziak und David Kinsombi in der Kreativzentrale, während Adrian Fein wieder die Position auf der Sechs vor der Abwehr übernahm. Sonny Kittel wurde geschont, Bobby Wood gar nicht berücksichtigt. Kreativ waren zunächst aber nur die Schalker. Der Bundesligist übernahm direkt die Spielkontrolle und machte deutlich, wer der klassenhöhere Club ist.

Vor allem einer war präsent: Michael Gregoritsch. Fünf Schüsse gab er gleich in den ersten 20 Minuten ab. Und einer davon war drin. Mal wieder war es eine Ecke, die zu einem Hamburger Gegentor führte. Bakery Jatta köpfte den Ball vor die Füße von Bastian Ozcipka. Dessen Distanzschuss lenkte Gregoritsch aus fünf Metern über die Linie (18.).

So haben die HSV-Profis gespielt – zur Einzelkritik

Pfiffe gab es von den Fans nicht nur für Gregoritsch, sondern auch für Schiedsrichter Eric Müller, nachdem dieser den 1:1-Ausgleich durch Dudziak wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannte. Eine Fehlentscheidung. Ansonsten merkte man beiden Mannschaften noch an, dass sie gerade erst seit einer Woche wieder im Training sind.

Das Tempo war gering, die Fehlerquote hoch. Vor allem in der Defensive des HSV gab es Mängel. Wenn Schalke das Tempo erhöhte, bekam die Hamburger Abwehr Probleme. Hecking, der vor seinem Wechsel im Sommer zum HSV auch mit dem FC Schalke verhandelt hatte, bekam deutlich aufgezeigt, dass er in den kommenden Wochen an vielen Bausteinen im HSV-Spiel arbeiten muss.

Alessandro Schöpf ließ Jung und van Drongelen stehen

Nach der Pause wechselte Hecking seine Innenverteidigung komplett aus. Gideon Jung und Rick van Drongelen übernahmen im Abwehrzentrum, van Drongelen zudem die Kapitänsbinde von Hinterseer. Im Duell der österreichischen Nationalstürmer gegen Gregoritsch hatte der HSV-Angreifer deutlich das Nachsehen. Etwas besser machte es der ehemalige Österreich-Stürmer Martin Harnik, der nach der Halbzeit im Sturmzentrum spielte. Der 32-Jährige hatte mit seinem ersten Schuss nach fünf Minuten schon mehr Aktionen als Hinterseer in einer Halbzeit.

Die Tore machte dann aber erneut Schalke. Zunächst traf Benito Raman nach einem Solo des starken Amine Harit (56.), dann wackelte ein weiterer Österreicher die HSV-Abwehr aus. Alessandro Schöpf ließ Jung und van Drongelen stehen und schob lässig zum 0:3 ein (64.). Das musste auch sein Nationalelfkollege Louis Schaub auf der Tribüne anerkennen.

Spaß hatte Hamburg an diesem Abend wenig. Den Schlusspunkt eines missglückten Starts in das HSV-Jahr setzte Rabbi Matondo, der nach einem Fehlpass von Tim Leibold zum Endstand traf (87.). „Das 0:4 tut schon weh. Ganz so hoch hätte es nicht sein müssen“, sagte Hinterseer. Und Hecking? „Alle vier Gegentore waren vermeidbar. Da sieht man dann auch den Unterschied zu einer Bundesligamannschaft, die im ersten Drittel steht und nächste Woche wieder startet: die Effizienz und die Qualität einzelner Spieler.“