HSV-Splitter

Beiersdorfer erklärt, welche Pläne der HSV mit Halilovic hat

Böser Tweet von Europapolitiker. Cléber für Adlers Parade bestraft. Hat der HSV Heldt abgesagt? Beister fliegt ganz weit weg.

Beiersdorfer erklärt Halilovic-Pläne

Auch wenn er nicht spielt, bleibt Alen Halilovic das Gesprächsthema Nummer eins beim HSV. Markus Gisdol hat bereits klargestellt, sich nicht mehr über den Kroaten, der zum Politikum geworden sei, äußern zu wollen. Club-Chef Dietmar Beiersdorfer wollte im Lindner Park-Hotel Hagenbeck, wo der Verband Deutscher Sportjournalisten am Montag seine Hauptversammlung veranstaltete, dennoch die Gunst der Stunde nutzen, um in Sachen Halilovic einiges klarzustellen. „Wir haben ihn verpflichtet, weil wir ihn bei uns zu einem erstklassigen Spieler formen können", sagte er den Medienvertretern.

"Wenn Alen als Spieler schon fertig wäre, hätten wir ihn gar nicht verpflichten können“, erklärte Beiersdorfer. Gisdols Pläne, Halilovic beim HSV behutsam aufbauen zu wollen, unterstützt der Vorstandsvorsitzende. „Es war richtig, dass Markus den Druck aus dem ganzen Thema und von Alens Schultern genommen hat." Doch auch um langsam zum Bundesligaspieler geformt zu werden, braucht der 20-Jährige Spielpraxis. Möglicherweise erhält er diese bereits im kommenden Heimspiel am Freitag gegen Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr im Liveticker bei abendblatt.de).

Cléber für zwei Spiele gesperrt

Wie erwartet, ist Innenverteidiger Cléber nach seiner vermeintlichen Notbremse gegen Gladbachs Kapitän Lars Stindl für zwei Bundesligaspiele vom DFB-Sportgericht gesperrt worden. Hätte René Adler im Anschluss den Elfmeter von André Hahn nicht pariert, wäre der Brasilianer nur ein Spiel aus dem Verkehr gezogen worden. Somit wird Cléber nach offiziellem Regelwerk des DFB für die Glanztat des HSV-Torwarts bestraft. Der HSV hat das Urteil akzeptiert, es ist daher rechtskräftig.

Böser Satire-Tweet zum HSV

Der ARD-Film "Terror – Ihr Urteil" hat die Zuschauer am Montag vor eine Gewissensfrage gestellt – und das deutsche Publikum hat eindeutig entschieden. 87 Prozent der Zuschauer sprachen im virtuellen Gerichtssaal einen Kampfpiloten frei, der eine Passagiermaschine mit 164 Menschen an Bord abgeschossen hatte, um einen Anschlag mit eben dieser Maschine auf ein voll besetztes Fußballstadion zu verhindern.

Der Satiriker Martin Sonneborn gab sich mit dem Urteil der Masse offenbar nicht zufrieden und stellte daher am Dienstag eine ebenso hypothetische wie vielsagende und geschmacklose Frage in den Raum. "Wäre die Abstimmung bei 'Terror' gestern Abend klüger ausgegangen, wenn das Flugzeug Kurs aufs Volksparkstadion genommen hätte?", twitterte Sonneborn unter Verwendung des Hashtags #HSV. Erste User reagierten angewidert auf den Post des "Titanic"-Mitherausgebers und Europapolitiker der "PARTEI". "Satire darf viel, aber nicht alles!", schrieb etwa einer an Sonneborn.

Ekdal freundet sich mit neuer Rolle an

Als die Zeichen auf Niederlage standen, stemmte sich vor allem einer gegen die sechste Pleite in Folge: Albin Ekdal half in der Innenverteidigung aus und vertrat den vom Platz geschickten Cléber vorzüglich. Der Schwede verdiente sich in ungewohnter Rolle Bestnoten und brachte Gladbachs Stürmer André Hahn und Fabian Johnson regelmäßig zur Verzweiflung. Auch Experte Stefan Schnoor war im Anschluss voll des Lobes aufgrund der überraschend souveränen Vorstellung Ekdals.

Da Cléber (Rotsperre) und Kapitän Johan Djourou (Muskelfaserriss) vorerst ausfallen, könnte der Schwede beim Heimspiel gegen Frankfurt erneut im Abwehrzentrum zum Einsatz kommen. Beim Trainingsspiel am Dienstagvormittag testete Gisdol den 27-Jährigen bereits an der Seite von Abwehrchef Emir Spahic. Ekdal selbst findet Gefallen an seiner neuen Position. "Grundsätzlich bin ich Mittelfeldspieler, aber natürlich spiele ich da, wo mich mein Team braucht." Im Vordergrund steht für den Defensivspieler aber vielmehr der erste Saisonsieg. "Ich hoffe, das Volksparkstadion wird richtig voll und wir können den Fans endlich den ersten Dreier schenken."

Hat der HSV Heldt abgesagt?

Um Beiersdorfer zu entlasten, sucht der HSV bekanntlich nach einem neuen Kaderplaner oder Sportchef. Wunschkandidat Sven Mislintat, Chefscout bei Borussia Dortmund, erhält nach „Bild“-Informationen trotz der Funkstille mit Trainer Thomas Tuchel keine Freigabe. Der 43-Jährige sollte nach Plänen der Hamburger als Kaderplaner an der Seite von Beiersdorfer reifen.

Somit geht die Suche nach einem neuen starken Mann im sportlichen Bereich weiter. Vor einigen Wochen war Beiersdorfer offenbar schon nah dran, den vakanten Posten zu besetzen. So soll Horst Heldt laut einem „Mopo“-Bericht bereit gewesen sein, neuer Sportchef beim HSV zu werden. Nach Abendblatt-Informationen verhandelte Beiersdorfer bereits nach der Entlassung Peter Knäbels mit dem Ex-Schalke-Manager. Doch der Aufsichtsrat um den Kühne-Vertrauten Karl Gernandt legte sein Veto ein. Daher entschied man sich gegen eine Verpflichtung des 46-Jährigen.

Sollte Gisdol Waldschmidt eine Chance in der Startelf geben?

Beister nach Australien

Findet Maximilian Beister sein Glück im Süden Australiens? Wie der 1. FSV Mainz 05 mitteilte, verleiht der Club den Offensivspieler mit sofortiger Wirkung zum Melbourne Victory FC, wo er einen Vertrag bis Saisonende erhält. Der dreifache australische Meister und amtierende Pokalsieger steht nach zwei Spieltagen mit einem Punkt auf Rang sieben. „Wir haben in den vergangenen Wochen intensiv an einer Lösung gearbeitet und haben diese im Sinne aller Beteiligten vorerst gefunden. Maximilian Beister hat seine Zukunft nun selbst in der Hand“, sagte 05-Sportdirektor Rouven Schröder.

Ex-HSV-Profi Beister hatte in Mainz zunächst seinen Platz im Profikader verloren und war dann Anfang des Monats wegen seiner mangelnden Einstellung auch bei der zweiten Mannschaft der Rheinhessen aussortiert worden. Im Sommer hatte sich trotz eines mehrwöchigen Probetrainings auch sein Wechsel zu Darmstadt 98 zerschlagen.

Holtby setzt vorerst aus

Mittelfeldspieler Lewis Holtby muss vorerst kürzer treten. Der 26-Jährige fehlte beim Training am Dienstag krankheitsbedingt. Djourou und René Adler trainieren derweil individuell im Nebel am Volksparkstadion. Am Nachmittag um 15 Uhr bittet Gisdol zur nächsten Einheit. Es ist die letzte Chance für alle Trainingskiebitze, vor dem Frankfurt-Spiel am Freitag einen Eindruck vom HSV zu bekommen. Alle weiteren Einheiten finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Drobny feiert Geburtstag

Der langjährige HSV-Torwart Jaroslav Drobny wird heute 37 Jahre alt. Der Tscheche hütete zwischen 2010 und 2016 insgesamt 84-mal das Tor der Rothosen. Als sein Vertrag im Sommer auslief, schloss er sich dem Nordrivalen Werder Bremen an. Momentan fällt Drobny wegen eines Bruchs der Elle im Handgelenksbereich und einem kleinen Bruch im Handwurzelbereich wochenlang aus.

Es gibt noch Tickets für das Nordderby

Seit 8 Uhr sind die restlichen Tickets für das Nordderby gegen Werder Bremen (26.11., 15.30 Uhr) auch im freien Verkauf erhältlich.

Stefan Schnoors Analyse nach Gladbach-Remis
Video: abendblatt-tv