HSV-Splitter

Wechselt ein St.-Pauli-Jungstar in Hamburg die Seiten?

Begehrtes Talent: Sebastian Maier vom FC St. Pauli

Begehrtes Talent: Sebastian Maier vom FC St. Pauli

Foto: Witters

Djourou-Liebesspiel im Kino. Postillon lacht über den HSV, Lasogga überrascht Helm-Peter. Schlappe gegen Werder, Schreck für Guerrero.

Letzte öffentliche Einheit ohne Vier

Beim letzten öffentlichen Mannschaftstraining vor dem Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen am Sonntag (15.30 Uhr, im Liveticker auf abendblatt.de) musste Trainer Bruno Labbadia am Vormittag ohne seine Stammkräfte Aaron Hunt, Gotoku Sakai, Ivo Ilicevic und Gideon Jung auskommen. Während Hunt wegen seiner Rückenprobleme mit Reha-Trainer Sebastian Capel ein individuelles Programm abspulte, begaben sich Ilicevic und Jung in den Kraftraum. Gänzlich passen musste Sakai, der zuletzt so formstarke Japaner laborierte noch immer an einer Erkältung.

Kommt Sebastian Maier von St. Pauli?

Es gibt ein neues heißes Transfer-Gerücht: Mehrere Medien berichten von einem starken HSV-Interesse an Sebastian Maier. Der 22-jährige Mittelfeldspieler vom FC St. Pauli wäre nach dieser Saison ablösefrei zu haben. Erst letzte Woche hatte der Stadtrivalen verkündet, dass Maier den auslaufenden Vertrag nicht verlängern wolle. Allerdings sollen auch andere Erstligisten (Werder Bremen, VfB Stuttgart, Hannover 96) an dem Talent baggern. Maier spielte bislang 85-mal in der zweiten Liga, für St. Pauli traf er nach seinem Wechsel von 1860 München im Jahr 2013 achtmal. "Ich fühle mich wohl in Hamburg. Aber erst mal möchte ich wieder richtig fit werden und Fußball spielen, bevor ich so eine wichtige Entscheidung treffe“, sagte Maier erst gestern. Weitere Gespräche werde es laut St. Paulis Sportdirektor Thomas Meggle jedoch geben.

Djourou kommt ins Kino

Beim HSV steht er nicht nur an den Wochenenden im sportlichen Rampenlicht, jetzt wird Johan Djourou noch einmal ganz anders ausgeleuchtet. Im Sommer läuft ein Film an, in dem auch der Schweizer mitwirkt. Für die Komödie "N.O.L.A. Circus", den Djourou mitproduziert hat, stand der Innenverteidiger während seiner Arsenal-Zeit (2004-1013) vor der Kamera. Lange wurde gebastelt an dem Film, nun ist der Streifen fertig. Darin beweist Djourou, dass er auch über sich selbst lachen kann: Mit einer Afro-Perücke und im Feinripp lässt sich der Kicker dabei filmen, wie er verschlafen im Bett liegt und von einem eindeutigen Techtelmechtel mit einer Schönheit (gespielt von Djourous Ehefrau Emilie) träumt.

"Ich habe geguckt, ob ich auf dem Schreibtisch schon eine DVD liegen habe", sagte Bruno Labbadia in der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Leverkusen. Mehr als die Schauspielkünste seines Schützling interessieren den Trainer allerdings die fußballerischen Qualitäten Djourous. "Ich wünsche ihm, dass er am Sonntag eine gute Rolle spielt", sagte Labbadia.

"N.O.L.A. Circus" läuft übrigens zwar vorerst nur in den französischen Kinos, doch hier können sich HSV-Fans die Djourou-Szene mit anschließendem Kommentar des heutigen Kapitäns auf französisch anschauen:

Lasogga überrascht Helm-Peter

Während Djourou über die große Leinwand flimmert, nahm Pierre-Michel Lasogga heute Kontakt zu einem mehr oder weniger großen TV-Star auf. Nach dem Training schnappte sich der Stürmer Fahrrad und Helm von Kultfigur "Helm-Peter", der seit Saisonbeginn eine eigene Spieltagsrubrik im Fernsehsender Sport1 unterhält. Was der Trainingskiebitz seinem HSV im Spiel bei Leverkusen zutraut, erfahren die Zuschauer am Freitagabend in der Sendung "Bundesliga aktuell".

Postillon spottet über den HSV

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Aber selbst in sportlich erfolgreicheren Phasen scheint der finanziell klamme HSV vor Häme nicht gefeit. Jetzt hat das Satire-Portal postillon.com den 2:0-Sieg gegen die Hertha zum Anlass genommen, den momentanen Aufschwung der Rothosen ins Gegenteil zu verkehren. "Nur Platz 10: HSV bangt um Zusatzeinnahmen durch Relegationsspiele", lautet die aktuelle Postillon-Schlagzeile, die in den sozialen Netzwerken bereits eifrig die Runde macht. In dem fiktiven Bericht lässt der Schreiber angeblich auch Sportdirektor Bernahrd Peters mit folgendem ausgedachten Zitat zu Wort kommen: "Solche Aussetzer wie am Wochenende, das können wir uns nicht oft erlauben. Gegen den Tabellendritten (Hertha BSC) sollte man auch zu Hause niemals über ein Unentschieden hinauskommen. Eine Niederlage wäre ebenso dringewesen."

HSV-Fans verlieren gegen Werder-Anhänger

Es hat nicht ganz gereicht: Nicolai Müller musste bei der Wahl der DFL zum "Spieler des Spieltages" Claudio Pizarro den Vortritt lassen. Bis zum Ende des Votings am Mittwochabend auf bundesliga.de hatte sich der Doppelknipser gegen Hertha ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Werder-Stürmer geliefert, doch am Ende hatte der Bremer mit 45 Prozent der Stimmen (Müller 43 Prozent) knapp die Nase vorn. Damit bleibt der HSV in dieser Kategorie bei drei Siegen (zweimal Ilicevic, einmal Artjoms Rudnevs) stehen.

Van der Vaart nach Brasilien?

Wohin mit Rafael van der Vaart? Nach seiner Ausbootung bei Betis Sevilla hätte der Niederländer theoretisch noch bis Mitte April die Möglichkeit, zumindest in fünf mehr oder weniger große Ligen zu wechseln (Südkorea, Norwegen, Schweden, Japan, Brasilien). Als vorerst letztes Transferfenster schließt am 20. April das brasilianische. Und aus dem Campeonato Brasilieiro scheint es tatsächlich Interessenten am Ex-HSV-Kapitän zu geben.

Während der Zé-Roberto-Club Palmeiras ohne Chancen auf eine Verpflichtung des 33-Jährigen sein soll, könnte sich das Rennen zwischen einem Club aus Rio oder einem Verein aus dem Nordosten des Landes entscheiden. So zumindest wird van der Vaarts Agent Marcus Leite von dem TV-Sender Globo Esporto zitiert. Verhandlungen seien demnach bereits im Gange. Aus Palmeiras, das als bislang einziger Club Interesse an van der Vaart bestätigt hat, sei laut Leite allerdings noch kein Angebot eingegangen. Dass der Vertrag seines Klienten bei Betis noch bis 2018 laufe, stehe einem Transfer nichts im Wege.

Guerrero trifft nach Schreckensflug

Bleiben wir in Brasilien: Nicht auszuschließen also, dass van der Vaart am Zuckerhut noch einmal Teamkollege Paolo Guerreros wird, mit dem er von 2006 bis 2008 gemeinsam beim HSV spielte. Inzwischen verdient Guerrero sein Geld bei Flamengo - und der Club aus Rio hatte vor seinem letzten Auswärtsspiel in Brasilia eine ungemütliche Anreise zu überstehen. Wegen Turbulenzen dauerte der Flug am Mittwoch rund vier Stunden länger als geplant, alleine vor der Landung musste die Maschine noch einmal eine knappe Stunde Extrarunden fliegen.

Mitten drin also Guerrero, der schon zu HSV-Zeiten für seine Flugangst bekannt war. Der Peruaner verließ das Flugzeug nach der Landung zwar sichtlich angespannt, schoss sich anschließend aber den Reisefrust von der Seele: Beim 1:1 von Flamengo in der Vorbereitungsrunde des Süd-Minas-Rio-Cups gegen Figueirense erzielte der Stürmer den Ausgleichstreffer.

Stilz hat seinen Trainerschein

2013 kam Roger Stilz von Victoria Hamburg zum HSV, um in der Folge als Assistent unter den Cheftrainern Thorsten Fink, Bert van Marwijk und Mirko Slomka zu dienen. Drei Coaches in nur einem Jahr waren dem Schweizer offenbar zu viel, Stilz verlängerte seinen Vertrag nicht und verließ den Dino 2014 in Richtung Nürnberg.

Jetzt darf sich der "Club" über den Trainerschein seines Co freuen - am Mittwoch erhielt Stilz seine Urkunde bei der DFB-Gala in Frankfurt. Dass der erfolgreiche Abschluss des Trainerlehrgangs in Hennef kein Selbstgänger ist, beweist die Tatsache, dass diesmal gleich zwei Kandidaten in der Prüfung durchfielen: Argirios Giannikis (KSC) und Roger-Schmidt-Assistent Nils Dube vom nächsten HSV-Gegner Bayer Leverkusen müssen nun nachsitzen.