HSV

Calhanoglu nach Wechsel-Theater vier Wochen krankgeschrieben

Die Saisonvorbereitung des HSV wird heute ohne den abwanderungswilligen Calhanoglu stattfinden. Nach einem Zeitungsbericht hat eine Psychologin ihn für einen Monat krankgeschrieben.

Hamburg. Für den HSV startet am Mittwoch als erster Bundesligist die Vorbereitung auf die neue Saison. Doch bevor Trainer Mirko Slomka seine Spieler um 15 Uhr an die Imtech-Arena bittet, gibt es schon den ersten Aufreger. Der abwanderungswillige Hakan Calhanoglu wird nicht beim Training erscheinen. Eine Psychologin hat den Deutsch-Türken nach einer Untersuchung bis zum 15. Juli krankgeschrieben, wie die „Bild“-Zeitung berichtet.

Hintergrund: Nach seinem öffentlichen Wunsch, unbedingt zu Bayer Leverkusen wechseln zu wollen, gab es einen gewaltigen Shitstorm in den sozialen Netzwerken gegen Calhanoglu. Der in Social-Media-Kanälen sonst sehr aktive 20-Jährige hat sich daraufhin in den letzten Tagen und Wochen zurückgezogen. Die verbalen Attacken sollen ihn sehr getroffen und die mentalen Probleme verursacht haben. Calhanoglus Berater Bektas Demirtas hatte schon vor Wochen bemängelt, dass der HSV den Jungprofi zu wenig in der Öffentlichkeit schütze.

Bayer Leverkusen hat im Poker um Calhanoglu nicht locker gelassen. "Wir sind mit dem Spieler klar. Er hat unser Angebot mündlich akzeptiert und will nur zu uns. Das hat er auch in Hamburg klipp und klar gesagt", sagte Bayer-Geschäftsführer Michael Schade. Der Vertrag von Mittelfeldspieler Calhanoglu beim HSV läuft allerdings noch bis 2018. Der 20-Jährige hatte immer wieder darauf gedrängt, zum Champions-League-Qualifikanten Bayer wechseln zu dürfen. Als Ablöse-Offerte des Werksklubs sind 12,5 Millionen Euro im Gespräch.

Nun wird der HSV vorerst ohne Calhanoglu die Saisonvorbereitung aufnehmen. Slomka hatte nach der knapp überstandenen Relegation gegen Greuther Fürth bereits verkündet, dass der HSV eine intensive Vorbereitung nötig habe. Nicht dabei sein werden zudem die WM-Fahrer Johan Djourou (Schweiz) und Milan Badelj (Kroatien). Auch Leihstürmer Pierre-Michel Lasogga wird einem HSV-Sprecher zufolge nicht beim ersten „lockeren Aufgalopp“ erwartet, weil unklar ist, ob der 22-Jährige in Hamburg bleibt. Der HSV verhandelt noch mit dessen Berater-Mutter und Hertha BSC.

Am Sonntag fährt der HSV dann schon in sein erstes Trainingslager (bis zum 29. Juni) nach Glücksburg. Dort sind zwei Testspiele ausgemacht: gegen eine Nordfriesland-Auswahl (22. Juni) und gegen Weiche Flensburg (28. Juni). Vom 4. bis 11. Juli geht's auf China-Tour. Nach dem wie immer hochkarätig besetzten Telekom-Cup in der Imtech-Arena (26. und 27. Juli) findet das zweite Trainingslager im österreichischen Stegersbach statt (28. Juli bis 5. August).

Am 8. August bestreitet der HSV noch ein Testspiel gegen den italienischen Traditionsclub Lazio Rom. Eine Woche vor der ersten Runde im DFB-Pokal treffen die Hanseaten in Flensburg (18.45 Uhr) im Sparda-Bank-Pokal auf die "Laziali" um den deutschen Nationalstürmer Miroslav Klose.