Thorsten Fink ist von Santa Cruz überzeugt

Der ehemalige Stürmer von Bayern München könnte ablösefrei von Manchester City zum HSV wechseln

Hamburg. HSV-Trainer Thorsten Fink genießt zwar weiterhin die Urlaubssonne, ist verständlicher Weise aber auf dem Stand der Dinge, was die Kaderplanung seines Clubs angeht. Sein neuer Sportchef Oliver Kreuzer bestätigte bereits am Mittwoch in der „Bild“-Zeitung, dass sich der HSV ernsthaft mit Ex-Bayern-Angreifer Roque Santa Cruz beschäftigt. Fink kennt den Stürmer aus gemeinsamen Münchener Jahren bestens und unterstrich das Interesse: „Santa Cruz ist in erster Linie ein guter Fußballer, dazu ablösefrei. Und mit Spielern, auf die das zutrifft und die unter 35 sind, beschäftigen wir uns natürlich.“ Auch wenn der Paraguayer trotz seiner 1,91 Meter nicht der „Brechertyp“ ist, der im gegnerischen Strafraum für Angst und Schrecken sorgt, ist Fink von seinen Qualitäten überzeugt. „Lewandowski ist auch kein Brecher. Dennoch würde er uns natürlich gut zu Gesicht stehen“, erklärt der HSV-Coach.

Santa Cruz war zuletzt von Manchester City an den FC Malaga verliehen, dort traf er in 31 Liga-Partien immerhin achtmal, spielte aber nur selten über 90 Minuten durch. Auch in der Champions League kam er meist als Einwechselspieler zum Zuge. Der Vertrag des 31-Jährigen läuft in diesem Sommer zwar aus, doch soll Santa Cruz bei Manchester City über sieben Millionen Euro im Jahr verdient haben. Allerdings war er vor zwei Jahren auch bereit, während seiner Leihstation bei Betis Sevilla auf einen Großteil dieses Salärs zu verzichten.

Doch bevor neue Gehälter im Etat auftauchen können, muss sich der HSV von einigen aktuellen Spielern trennen. In ungewohnter Deutlichkeit hatte Kreuzer bereits angekündigt, drei gut verdienende Akteure vom Mannschaftstraining auszuschließen: Robert Tesche, Gojko Kacar und Marcus Berg.

Bergs Berater Steinar Dietz hat von der Degradierung seines Schützlings bisher nur aus der Presse erfahren, will zunächst mit den Verantwortlichen des HSV sprechen, bevor er mit Berg zusammen die nötigen Schlüsse zieht. Er bestätigt zwar mehrere Anfragen für den schwedischen Stürmer, doch von einem unmittelbar bevorstehenden Transfer, etwa zu Panathinaikos Athen, will Dietz nicht sprechen. Eines scheint jedoch klar zu sein: „Marcus ist zu gut dafür, in der kommenden Saison nur auf der Tribüne zu sitzen. Das ist keine Option für ihn“, erklärt Dietz.

Bei Tesche ist Fink sicher, dass sich der Mittelfeldspieler in Kürze einem neuen Club anschließen wird. „Das ist auch in seinem Sinne“, sagte Fink. An Angeboten soll es laut seines Beraters Roland Kopp auch aus der ersten Liga nicht mangeln. Ein Wechsel in die Zweite Liga, wo beispielsweise beim FC St. Pauli mit Trainer Michael Frontzeck immerhin ein alter Weggefährte aus Bielefelder Zeiten das Ruder führt, unter dem Tesche regelmäßig zum Einsatz kam, sei ausgeschlossen. Ebenso wie ein Verbleib beim HSV.