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Dennis Aogo: "Für meinen Kopf war es keine einfache Zeit"

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Der Linksverteidiger des HSV ist erstmals seit Langem schmerzfrei und steigt wieder ins Training ein. Noch in diesem Jahr will er spielen.

Hamburg. Schon seit Längerem werden die Profis des HSV vor jedem Training in drei verschiedene Kategorien eingeordnet: verletzt, angeschlagen, fit. Ist einer verletzt, kann er nicht mittrainieren, ist einer angeschlagen, muss er ein spezielles Programm absolvieren, ist einer fit, nimmt er am Mannschaftstraining teil. So einfach ist das.

Dennis Aogo hat nun vor Kurzem den Sprung von Kategorie eins in Kategorie zwei geschafft. Vier Monate war der Linksverteidiger mit einem doppelten Leistenbruch und einer Schambeinentzündung außer Gefecht, jetzt rückt ein Aufstieg in Kategorie drei endlich in Greifweite. "Wenn alles gut geht, dann kann ich vielleicht schon nächste Woche wieder mit dem Mannschaftstraining beginnen", sagt der Nationalspieler, der nach der Weltmeisterschaft in Südafrika noch kein einziges Pflichtspiel absolviert hat. Die WM war für Aogo Segen und Fluch zugleich. "Ich würde immer wieder alles genauso machen", sagt der 23-Jährige, der aber gleichzeitig zugibt, dass der volle Spielplan seinem Körper - und seinem Geist - in der vergangenen Saison nicht gutgetan hat. "Ich hatte noch nie eine so intensive Belastung. Irgendwann hat sich dann mein Körper eine Auszeit genommen", sagt Aogo, "auch für meinen Kopf war es keine einfache Zeit."

Geholfen wurde ihm in dieser schweren Phase besonders von seiner Freundin Alessia, die sich neben seinen Wehwehchen auch um seine angeschlagene Psyche gekümmert hat. "Ich bin ihr sehr dankbar. Sie war in dieser Zeit immer für mich da, hat mich aufgemuntert und nach jedem Training gefragt, wie es meinen Leisten geht", sagt Aogo, der hofft, schon bald auf derartige Fragen verzichten zu können.