Bundesliga: HSV wieder ganz oben

Petric kickt den HSV an die Tabellenspitze

| Lesedauer: 4 Minuten

Der Hamburger SV hat die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga zurückerobert. Die Hanseaten gewannen im Sonnabendspiel mit 1:0 gegen Aufsteiger Borussia Mönchengladbach,

Der Kroate Mladen Petric traf in der 11. Minute vor 57 000 Zuschauern in der ausverkauften Nordbank-Arena für die anfänglich überlegenen Hanseaten, die mit 13 Punkten wieder den FC Schalke 04 von der Spitze verdrängten. Die Borussen stecken nach der fünften Niederlage im sechsten Spiel hingegen vorerst im Tabellenkeller fest.

Nach der 0:3-Pokalpleite bei Energie Cottbus krempelte der zuletzt unter Druck geratene Borussia-Trainer Jos Luhukay seine Elf kräftig um. Gleich sechs Profis, darunter Jung-Nationalspieler Marko Marin und Kapitän Oliver Neuville, mussten zunächst weichen. Doch die Maßnahmen blieben gegen dominante Hamburger wirkungslos. Gleich die erste HSV-Chance nutzte Petric, den Coach Martin Jol erstmals gemeinsam mit dessen kroatischen Nationalelf-Kollegen Ivica Olic von Beginn an aufbot, zur frühen Führung. Nach seinem Pokal-Doppelpack am Mittwoch gegen Bochum drückte Petric eine Freistoß-Flanke von Thiago Neves, der anstelle von Piotr Trochowski im Mittelfeld die Fäden zog, per Kopf sein zweites Saisontor über die Linie.

Spürbar verunsichert fanden die Gäste im ersten Durchgang überhaupt nicht ihren Rhythmus. Zu passiv und defensiv agierte die Luhukay-Elf, so dass die keineswegs brillanten Hamburger Ball und Gegner nach Belieben kontrollierten. Bis auf einen Freistoß von Neuzugang Petric (41.) tauchten die Hanseaten, bei denen Marcell Jansen gegen seinen Ex-Club auf der linken Mittelfeldseite zum Einsatz kam, aber nur selten vor dem Tor von Borussen-Keeper Christofer Heimeroth auf.

Zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff hatte der vom FC Bayern München verpflichtete Jansen das 2:0 auf dem Fuß, als er in einen Olic-Pass rutschte. Wenig später scheiterte der eingewechselte Jonathan Pitroipa (74.) an Heimeroth. Auf der Gegenseite gab Soumaila Coulibaly, der für den angeschlagenen Karim Matmour gekommen worden war, in der 56. Minute das erste gefährliche Lebenszeichen der Borussia ab. Und die Gäste schöpften Mut. Vor allem Dribbler Marin, den Luhukay in der Schlussphase brachte, sorgte für neuen Schwung. Pech hatte der 19-Jährige mit einem Heber, der auf der Latte landete (71.). Auch Rob Friend blieb in letzter Minute mit einem Kopfball glücklos, so dass der HSV trotz einiger Schwächen im zweiten Durchgang seinen dritten Heimsieg feiern konnte.

Trainer Martin Jol ist zufrieden mit dem obersten Tabellenplatz: "Gladbachs Strategie war gut und wäre beinah aufgegangen. Am Ende war es noch schwierig für uns. Es ist uns nur einmal gelungen, diese dichte Abwehr zu knacken. Die Gladbacher haben sehr gut verteidigt, da war kein Raum für uns. Ganz wichtig wird es sein, Spieler wie Neves und Pitroipa noch weiter zu integrieren. Sie können einen Unterschied machen, das war heute aber noch nicht so. Ich bin sehr zufrieden, dass wir trotzdem 13 Punkte haben und Tabellenführer sind."

Ergebnisse vom 6. Spieltag

Werder Bremen - 1899 Hoffenheim 5:4 Hannover 96 - Bayern München 1:0 Hertha BSC - Energie Cottbus 0:1 VfL Bochum - Bayer Leverkusen 2:3 Borussia Dortmund - VfB Stuttgart 3:0

Kurztabelle

  1. Hamburger SV — Punkte: 13
  2. Bayer Leverkusen — Punkte: 12
  3. Werder Bremen — Punkte: 11
  4. Schalke 04 — Punkte: 11
  5. Borussia Dortmund — Punkte: 11
  6. 1899 Hoffenheim — Punkte: 10
  7. VfB Stuttgart — Punkte: 10
  8. VfL Wolfsburg — Punkte: 9
  9. Bayern München — Punkte: 8
  10. Hertha BSC Berlin — Punkte: 8
  11. 1. FC Köln — Punkte: 7
  12. Hannover 96 — Punkte: 7
  13. VfL Bochum — Punkte: 5
  14. Arminia Bielefeld — Punkte: 5
  15. Energie Cottbus — Punkte: 5
  16. Karlsruher SC — Punkte: 3
  17. Borussia Mönchengladbach — Punkte: 3
  18. Eintracht Frankfurt — Punkte: 2
( dpa )

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