Bundesliga: Wilde Aufholjagd in der HSH Nordbank-Arena

HSV kämpft sich an die Tabellenspitze

Die Gäste aus Leverkusen waren zunächst stärker, führten sogar mit 2:0, als Guerrero in der 37. Minute die Aufholjagd einläutete. Olic (51.) und Petric (72.) holten dann den Sieg für die Hanseaten.

Hamburg. Das war bereits das dritte Mal in Folge, dass die Hanseaten einen Rückstand zu einem Sieg umdrehten. Tranquillo Barnetta (4.) und Patrick Helmes (24.) schossen zunächst die Tore für die Gäste. Vor 55 187 Zuschauern gab es dann aber noch Tore von Paolo Guerrero (36.), Ivica Olic (51.) und vom eingewechselten Mladen Petric (72.), was den Hanseaten den verdienten Sieg brachte. Dabei sah es zunächst gar nicht gut für den HSV aus, der nicht so recht ins Spiel finden wollte. Vor allem in der Defensive offenbarten die Hausherren eklatante Schwächen.

Besonders die linke Abwehrseite der Hanseaten erwies sich dabei als höchst anfällig. So leitete ein schwerer Patzer von Nigel de Jong die Führung der Gäste ein, als der Niederländer in der eigenen Hälfte den Ball Stefan Kießling genau vor die Füße spielte. Nach einem Zusammenspiel mit seinem Sturmpartner Helmes köpfte der Leverkusener Angreifer den Ball zunächst an die Latte, ehe Barnetta den Abpraller aus kürzester Distanz über die Linie schoss. Die Fans und die Mannschaften des HSV konnten sich bei Torwart Frank Rost bedanken, dass es nicht noch schlimmer kam.

Erst nach 35 Minuten setzte sich der HSV im Duell der bislang torgefährlichsten Teams der Bundesliga besser in Szene. Das mit Spannung erwartete Debüt des Basilianers Thiago Neves beim HSV machte Appetit auf mehr. Mit einem Beinahe-Tor - nur knapp verpasste der 7,5 Millionen Euro teure Einkauf von Fluminense Rio de Janeiro per Kopf (18.) das Gehäuse - und gelungenen Kombinationen vor allem mit Paolo Guerrero führte sich der 23 Jahre alte Nachfolger von Rafael van der Vaart sehenswert ein. Als Manuel Friedrich ausgerechnet an seinem 29. Geburtstag wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot sah, witterten die Gastgeber Morgenluft und zogen das Tempo an.

Auf weitere brasilianische Spielkunst verzichteten die Hamburger indes. Neves Landsmann Alex Silva war nur Zuschauer. Der Verteidiger, der erst am Freitagabend nach einer Länderspielreise mit der Selecao in Hamburg eintraf, soll sich zunächst akklimatisieren und wurde von Trainer Martin Jol zur Eingewöhnung auf die Wechselbank gesetzt.

Die in der ersten Halbzeit dominierenden Gäste ließen im zweiten Durchgang deutlich nach. Auch die Einwechslungen der Bundesliga-Debütanten Richard Sukuta-Pasu, der mit der U 19 Europameister geworden war, und Michal Kadlec, Sohn des früheren "Lauterers" Miroslav Kadlec, konnte keinen neuen Schwung bringen. Rene Adler, der nach überstandener Schulterverletzung erstmals wieder im Tor der Bayer-Mannschaft stand, war an den Gegentreffern schuldlos.

Trainer Martin Jol zeigte sich unzufrieden mit seiner Elf: "Wir haben zum wiederholten Mal durch Fehler das Spiel am Anfang aus der Hand gegeben. Das darf einfach nicht passieren. Trotzdem freue ich mich, dass wir uns wieder zurückgekämpft haben. Der Anschlusstreffer vor der Pause war sehr wichtig - da habe ich gewusst, dass wir es wieder schaffen können."

Weitere Ergebnisse vom 4. Spieltag Werder Bremen - Energie Cottbus 3:0 Hertha BSC - VfL Wolfsburg 2:2 Borussia Dortmund - FC Schalke 04 3:3 1899 Hoffenheim - VfB Stuttgart 0:0 1. FC Köln - Bayern München 0:3

Kurztabelle

  1. Hamburger SV — Punkte: 10
  2. Bayern München — Punkte: 8
  3. Schalke 04 — Punkte: 8
  4. Borussia Dortmund — Punkte: 8
  5. VfB Stuttgart — Punkte: 7
  6. 1899 Hoffenheim — Punkte: 7
  7. Bayer Leverkusen — Punkte: 6
  8. VfL Wolfsburg — Punkte: 6
  9. Werder Bremen — Punkte: 5
  10. Hertha BSC Berlin — Punkte: 5
  11. 1. FC Köln — Punkte: 4
  12. Borussia Mönchengladbach — Punkte: 3
  13. Karlsruher SC — Punkte: 3
  14. Arminia Bielefeld — Punkte: 2
  15. Eintracht Frankfurt — Punkte: 2
  16. VfL Bochum — Punkte: 1
  17. Hannover 96 — Punkte: 1
  18. Energie Cottbus — Punkte: 1