Fußball-Ticker

Qualifikation: Türkei und Frankreich lösen EM-Ticket

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Donnerstag, den 14. November 2019:

Türkei und Frankreich lösen EM-Ticket

Die Türkei und Fußball-Weltmeister Frankreich haben sich für die EM 2020 qualifiziert. Die türkische Nationalmannschaft spielte am Donnerstag vor den Augen von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan in Istanbul 0:0 gegen den Tabellendritten Island, was sowohl den Türken als auch den Franzosen für das EM-Ticket genügte. Frankreich mühte sich anschließend zu einem 2:1 (1:1) gegen Moldawien und übernahm damit auch die Tabellenführung in Gruppe H.

Erneuter Salut-Jubel türkischer Nationalspieler war auch aufgrund der fehlenden Treffer zunächst nicht zu erkennen. Dem türkischen Verband droht allerdings weiterhin eine Strafe wegen des Salut-Jubels am vergangenen Doppelspieltag im Oktober. Der Militärgruß an die an der Offensive in Nordsyrien beteiligten türkischen Soldaten hatte auch in Deutschland für Wirbel gesorgt, in der Türkei hatte sich sogar Erdogan in die Debatte eingeschaltet. Inzwischen gilt in dem Krisengebiet weitestgehend eine Waffenruhe.

Kocak soll Hannover 96 übernehmen

Hannover 96 hat Kenan Kocak als Trainer verpflichtet. Der 38-Jährige erhält einen Vertrag bis zum Ende der laufenden Saison und tritt beim Bundesliga-Absteiger die Nachfolge von Mirko Slomka an, der am 3. November von seinen Aufgaben entbunden wurde. Die Niedersachsen nehmen in der aktuellen Zweitliga-Tabelle nur den 15. Platz ein. Kocak trainierte bis Oktober 2018 den Zweitligisten SV Sandhausen.

Von Slomka hatten sich die Niedersachsen am 3. November nach gerade einmal vier Monaten getrennt. Damit hatte der Bundesliga-Absteiger die Konsequenzen aus dem bislang so enttäuschenden Saisonverlauf gezogen. Hannover hat in der laufenden Saison noch kein Heimspiel gewonnen. In der Tabelle liegen die 96er auf Rang 15 und haben nur einen Punkt Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz. In den letzten vier Partien gab es für Hannover keinen Sieg, den vorläufigen Tiefpunkt mussten die Fans am vergangenen Sonntag mit einer bitteren 0:4-Klatsche in Heidenheim hinnehmen.

Kimmich würde sich über Guardiola-Rückkehr freuen

Joshua Kimmich hat sich positiv über eine mögliche Rückkehr von Trainer Pep Guardiola zum FC Bayern München geäußert. „Ich kenne ihn. Ich habe ihm viel zu verdanken. Als Zweitligaspieler hat er mich in der Bundesliga und in der Champions League spielen lassen“, sagte der 24-Jährige bei einer Pressekonferenz der Fußball-Nationalmannschaft am Donnerstag in Düsseldorf.

Ob es tatsächlich zu einem Guardiola-Comeback beim deutschen Rekordmeister kommen könnte, wollte Kimmich nicht beurteilen. „Ich weiß nicht, wie realistisch das ist oder wie die Pläne mit Hansi Flick sind. Jetzt hört man, dass es bis zum Winter oder Sommer gehen wird. Das muss der Verein entscheiden“, sagte Kimmich und fügte an: „Ich würde mich nicht dagegen wehren.“

Kimmich hatte unter Guardiola in der Saison 2015/16 den Sprung ins Bundesliga-Team der Bayern geschafft. „Ich bin mit ihm Doublesieger gewonnen, danach Nationalspieler“, erinnerte Kimmich.

Nach der Trennung von Trainer Niko Kovac wird in München über eine Rückkehr von Guardiola spekuliert, der zur Zeit den englischen Meister Manchester City betreut. Nach zwei Siegen bekam zunächst Interimscoach Flick das Vertrauen von Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ausgesprochen.

Atlético monatelang ohne Diego Costa

Stürmer Diego Costa von Atlético Madrid fällt verletzungsbedingt voraussichtlich mehrere Monate aus. Bei dem 31-jährigen gebürtigen Brasilianer sei ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert worden, teilte der spanische Erstligist am Donnerstag mit. Die endgültige Behandlungsmethode werde in den kommenden Tagen mit Spezialisten abgestimmt.

Die Zeitung „Marca“ berichtete, eventuell sei ein chirurgischer Eingriff nötig. Dann müsste Costa, der einen spanischen Pass hat und in der spanischen Nationalelf spielt, mindestens drei Monate pausieren, so das Blatt.

Röntgenaufnahmen hätten die Verletzung zum Vorschein gebracht, nachdem der Angreifer in den vergangenen Tagen über Rückenschmerzen geklagt habe, hieß es. Am Mittwoch habe er bereits nicht mehr am Training teilnehmen können. Der Club von Coach Diego Simeone liegt in der Liga derzeit auf dem dritten Tabellenplatz. In der Champions League hatte Atlético vergangene Woche 1:2 gegen Bayer Leverkusen verloren, hat aber dennoch gute Chancen auf das Achtelfinale.

Provisionen: Spielerberater drohen Fifa mit Klage

Die internationalen Spielerberater drohen dem Weltverband Fifa mit einer Klage, sollte die Regulierung der Beraterprovisionen bei Transfers durch die Fifa in die Tat umgesetzt werden. Der Nachrichten-Agentur AFP liegen entsprechende Unterlagen vor.

Die Fifa hatte nach einer Sitzung der Kommission für Interessengruppen im Fußball am 25. September bekannt gegeben, von der nächsten Saison an eine Veränderung bei den Beraterprovisionen zu vollziehen. Demnach soll ein Berater künftig an einem Transfer maximal zehn Prozent Provision der Transfergebühr erhalten. Auch die Wiedereinführung eines verbindlichen Lizenzierungssystems für Spieleragenten ist geplant.

Das sogenannte Fußball-Berater-Forum unter Vorsitz des italienisch-niederländischen Star-Spielermanagers Mino Raiola hatte der Fifa schon vor Kurzem gedroht, Rechtsmittel einzulegen. Es wurde ein „freier Wettbewerb“ gefordert. „Wir hoffen weiterhin, dass die Fifa und die Verbände diese Vorschläge nicht umsetzen und stattdessen einen offenen Dialog mit uns führen“, schrieb das Spielerberater-Forum in einem von Raiola unterzeichneten Brief, der AFP vorliegt.

Thierry Henry wechselt nach Kanada

Der ehemalige französische Stürmerstar Thierry Henry wird Cheftrainer bei Montreal Impact in der nordamerikanischen Major League Soccer. Der 42-Jährige unterschrieb einen Zweijahresvertrag mit einer Option auf eine Verlängerung bis 2022, teilte der Verein am Donnerstag mit.

Impact-Präsident Kevin Gilmore würdigte den früheren Welt- und Europameister als „Legende des Spiels“. Henry hatte von 2010 bis 2014 für die New York Red Bulls in der MLS gespielt. „Er kennt die Liga und hat die Qualitäten, die wir gesucht haben“, sagte Sportdirektor Oliver Renard.

Zuletzt stand der einstige Weltklassespieler des FC Arsenal als Chefcoach an der Seitenlinie des Ligue-1-Teams AS Monaco. Nach enttäuschenden Ergebnissen beendete der Club die Zusammenarbeit allerdings bereits nach wenigen Wochen.

Spanischer Supercup in Saudi-Arabien: TVE verzichtet

Der öffentlich-rechtliche spanische TV-Sender TVE wird kein Angebot für die Übertragung des Supercups im Januar 2020 in Saudi-Arabien abgeben. Als Begründung wurde angegeben, dass im Königreich Saudi-Arabien die Menschenrechte nicht respektiert werden. Dies berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Der Supercup vom 8. bis 12. Januar mit den Spitzenclubs Real Madrid, FC Barcelona, Atlético Madrid und FC Valencia findet erstmals in Saudi-Arabien statt. Es wurde vom spanischen Verband ein Dreijahresvertrag bis 2022 abgeschlossen, der mit insgesamt 120 Millionen Euro dotiert ist.

„Wir glauben, dass wir nicht für die Rechte auf einen Supercup bieten dürfen, der in einem Land ausgetragen wird, in dem die Menschenrechte nicht geachtet werden“, sagte ein Sprecher des öffentlich-rechtlichen Fernsehens der AFP.

Leipzigs Kapitän Orban fällt für Rest der Hinrunde aus

Für Kapitän Willi Orban von Bundesligist RB Leipzig ist die Hinrunde gelaufen. Der Abwehrspieler musste sich einer Arthroskopie unterziehen, bei der ihm ein freies Gelenkkörperchen im Knie entfernt wurde. Das teilte der Verein mit.

Der ungarische Nationalspieler fehlt RB schon seit Ende Oktober. Beim 6:1 im DFB-Pokal beim VfL Wolfsburg hatte sich der 27-Jährige die Knieverletzung zugezogen. Neben Orban musste RB zuletzt bereits auf die Abwehrspieler Ibrahima Konaté, Nordi Mukiele sowie Marcel Halstenberg verzichten.

Bestätigt: Frankfurt bei Arsenal ohne eigene Fans

Die Fans von Eintracht Frankfurt sind auch beim Europa-League-Spiel am 28. November beim FC Arsenal in London ausgeschlossen. Wie der Bundesligist am Donnerstag mitteilte, hat die zuständige Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkommission der Europäische Fußball-Union Uefa eine Berufung gegen den Ausschluss zurückgewiesen. Damit habe die „Ausschlussstrafe“ für die Partie weiter Bestand, hieß es in einer Mitteilung. Die Eintracht musste bereits vor einer Woche im Spiel bei Standard Lüttich (1:2) ohne die Unterstützung der eigenen Fans auf den Tribünen auskommen.

Die Uefa hatte die Eintracht-Anhänger im Oktober für zwei internationale Auswärtsspiele ausgeschlossen, nachdem sich diese beim portugiesischen Erstligisten Vitoria Guimarães zum wiederholten Male Randale geleistet und dabei unter anderem mit Sitzschalen nach den Heim-Fans geworfen hatten.