Fußball-Ticker

Krise in Köln: Bitterer K.o. gegen Hoffenheim, Veh wirft hin

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Freitag, den 8. November 2019:

Köln unterliegt auch Hoffenheim – Veh wirft hin

Achim Beierlorzers Gesicht schien sich in Stein zu verwandeln. Der ohnehin schwer angezählte Trainer des 1. FC Köln hat durch einen späten Knockout auch sein „Endspiel“ verloren und steht beim Aufsteiger vor dem Aus. Gegen die Rekordjäger von der TSG Hoffenheim unterlag der FC am Freitag trotz guter Leistung mit 1:2 (1:0), kassierte seine achte Saisonniederlage – und Beierlorzers 131. Tag im Amt dürfte einer seiner letzten gewesen sein.

Kölns Sport-Geschäftsführer ist schon weg. „Der Vorstand und Armin Veh haben einvernehmlich entschieden, seinen noch bis 30. Juni 2020 laufenden Vertrag mit sofortiger Wirkung aufzulösen“, teilte der FC im Moment des Abpfiffs via Twitter mit. Die Trennung zum Saisonende war ohnehin bereits beschlossene Sache.

"Ich hätte meine Arbeit beim FC natürlich gerne bis zum Ende gemacht. Aber in unserer derzeitigen Situation, in der der 1. FC Köln wichtige Entscheidungen auch für die Zukunft treffen muss, ist es aus meiner Sicht konsequent, dass wir die Zusammenarbeit kurzfristig beenden", wurde der frühere HSV-Trainer Veh in der Mitteilung zitiert.

Es sind wieder einmal turbulente Tage in Köln. Jhon Córdoba (34.) hatte mit seinem ersten Bundesliga-Tor für Köln die verdiente Führung erzielt. Joker Sargis Adamyan (48.) glich jedoch für die Gäste aus, und Jürgen Locadia sorgte in der achten Minute der Nachspielzeit mit einem Foulelfmeter nach Videobeweis für den wettbewerbsübergreifend sechsten TSG-Sieg in Serie – Clubrekord. Hoffenheim sprang damit von Rang neun vorerst auf Platz zwei der Tabelle.

Wunschkandidat Frei sagt Hannover ab

Bei der Suche nach einem Nachfolger für seinen beurlaubten Trainer Mirko Slomka hat Hannover 96 eine Absage kassiert. Wunschkandidat Alexander Frei wird seinen Vertrag in der Schweiz als U-18-Coach beim FC Basel erfüllen und nicht zu den Norddeutschen wechseln, teilten die Niedersachsen mit. "Hannover 96 bedankt sich für die guten Gespräche.“

Der Bundesliga-Absteiger hatte sich am Sonntag vergangener Woche von Slomka getrennt. Der Traditionsclub hat noch kein Heimspiel gewonnen und nimmt in der Tabelle nur den 13. Platz ein. Beim Auswärtsspiel am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) beim 1. FC Heidenheim betreuen die bisherigen Co-Trainer Asif Saric und Lars Barlemann gemeinsam das Team.

Kahn: Neuer Bayern-Trainer soll Ära prägen

Oliver Kahn greift zwar erst ab Januar in die Geschicke des FC Bayern ein. Doch der künftige Vorstandsvorsitzende hat schon jetzt einen Ausblick gegeben, welches Trainerprofil er für die Münchner favorisiert. „Ich glaube, dass es wichtig ist, dass man wegkommt von irgendwelchen Namen, von großen Namen. Man muss sich Gedanken machen, für welchen Fußball Bayern München steht, welcher Trainer dazu passt“, sagte er in seiner „Kahnalyse“.

Kahn soll nach dem Vertragsende von Karl-Heinz Rummenigge am 31. Dezember 2021 dessen Nachfolger werden, bereits ab Januar wird der „Titan“ als Vorstandsmitglied „angelernt“. Nach der Trennung von Niko Kovac fordert er nun Geduld bei der Trainersuche. „Man möchte einen Trainer, der eine Ära prägen kann. Das kann man nicht so aus der Hüfte schießen, irgendwelche Namen in die Landschaft blasen. Das muss man sich gut überlegen!“

Von der Philosophie des künftigen Münchner Trainers hat Kahn eindeutige Vorstellungen. Die Zuschauer wollten ein attraktives Fußballspiel sehen: „Das gehört zur Philosophie des FC Bayern. Dominant, attraktiv, nach vorne, dass man Dinge erkennt, was das technische Niveau und die Geschwindigkeit angeht, die man bei anderen Mannschaften nicht sieht. Da sind die Erwartungen größer geworden und damit auch an den Trainer, der auch diesen Fußball spielen lassen muss.“

Unter Kovac, ergänzte Kahn, habe man dagegen „zum Schluss wenig Inspiratives gesehen, dass es einen im Stadion mal von den Sitzen reißt und grandioser Fußball gespielt wird“. Es habe sich in den vergangenen Wochen „angedeutet, dass die Mannschaft nicht mehr das gezeigt hat, was sie eigentlich zeigen kann“. In die Suche nach einem dauerhaften Nachfolger für Kovac ist Kahn nicht eingebunden.

Bayern: Flick soll bleiben, kommt im Sommer ten Haag?

Nach der Absage an Arsène Wenger soll nun Interimstrainer Hansi Flick laut "Sport1" und "Bild" vorerst in der Verantwortung beim FC Bayern bleiben. Voraussetzung hierfür sei ein gutes Ergebnis im Bundesliga-Topspiel am Sonnabend gegen Dortmund (18.30 Uhr/Sky). Für den kommenden Sommer strebt der Club dann eine große Trainer-Lösung an. Dann wollen die Bosse offenbar Erik ten Hag von Ajax Amsterdam nach München holen.

Der 49-Jährige steht für furiosen Offensivfußball und kennt das schwierige Münchner Umfeld bereits: Von 2013 bis 2015 trainierte er für zwei Jahre die zweite Mannschaft der Bayern, ehe er in die Niederlande zum FC Utrecht ging. Ten Hag sagte bereits, dass er in jedem Fall die Saison mit Ajax zu Ende spielen wolle. Danach wäre er wohl für ein Engagement beim deutschen Rekordmeister bereit.

Kurioserweise hat Amsterdams Sportdirektor Marc Overmars bereits signalisiert, seinem Trainer bei einer Anfrage der Bayern im Sommer die Freigabe zu erteilen. Doch bis es so weit kommt, soll zunächst Hansi Flick die Münchner aus der Krise führen.

Klinsmann in den Hertha-Aufsichtsrat

Hertha BSC hat die Rückkehr von Jürgen Klinsmann (55) in die Bundesliga bestätigt. Der ehemalige Nationaltrainer wird Aufsichtsratsmitglied beim Hauptstadtclub. Diese Personalie steht in Kombination mit der Finanzspritze von weiteren 99 Millionen Euro von Investor Lars Windhorst, der Klinsmann gut kennt und in ihm eine Vertrauensperson sieht. Windhorst war im Juni mit 125 Millionen Euro bei Hertha eingestiegen und hat nun die im Sommer vereinbarte Aufstockung seiner Anteile an Hertha auf 49,9 Prozent vollzogen.

Löw nominiert viele Rückkehrer

Bundestrainer Joachim Löw verzichtet für den Endspurt in der EM-Qualifikation trotz zahlreicher Ausfälle wie angekündigt auf eine Rückkehr von Mats Hummels. Für die Partien am 16. November in Mönchengladbach gegen Weißrussland und drei Tage später in Frankfurt gegen Nordirland kehren für die Defensive hingegen die zuletzt verletzten Matthias Ginter, Jonathan Tah und Nico Schulz zurück. Der junge Freiburger Robin Koch gehört wieder zum 24 Spieler umfassenden Kader.

Setzen kann der Bundestrainer auch wieder auf Toni Kroos und Leon Goretzka. Die Mittelfeld-Akteure hatten die Länderspiele im Oktober verletzt verpasst. Verzichten muss Löw diesmal unter anderem auf Niklas Süle (Bayern München), Leroy Sané (Manchester City), Marcel Halstenberg (RB Leipzig), Thilo Kehrer (Paris) und Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt).

Deutschland steht vor den letzten beiden Quali-Spielen punktgleich bei je 15 Zählern mit den Niederlanden auf Platz zwei. Nordirland folgt mit 12 Punkten auf dem dritten Platz. Der Gruppensieger und der Gruppenzweite lösen das EM-Ticket.

Platini fordert nach Ende seiner Sperre Geld

Einen knappen Monat nach dem Ende seiner Vierjahressperre hat der ehemalige Uefa-Präsident Michel Platini angekündigt, auf dem juristischen Weg um Rückzahlungen in Millionenhöhe zu kämpfen. Über seinen Schweizer Anwalt Vincent Solari werde er das Geld einfordern, „das vertraglich vereinbart wurde“, sagte Platini der Nachrichtenagentur AFP.

Die Uefa äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht, ebenso nannte Platini keine exakte Summe. AFP beruft sich auf Platini nahestehende Quellen, die von Rück- sowie Bonuszahlungen und Anwaltskosten in Höhe von 7,2 Millionen Euro sprechen. Platini war von 2007 bis 2015 Uefa-Boss und sollte bei der Fifa auf den Ex-Präsidenten Joseph S. Blatter folgen. Eine dubiose Zahlung in Höhe von 1,8 Millionen Euro von Blatter an Platini brachte dem 64-Jährigen die Sperre der Fifa-Ethikkommission ein.

Unlängst hatte Platini aber schon angekündigt, wieder auf der großen Fußballbühne zu erscheinen. „Ich werde zurückkommen. Ich weiß noch nicht wo, ich weiß nicht wie. Ich lasse mich nicht von diesem Spiel aussperren, zumal die Sperre von Idioten verhängt wurde“, echauffierte er sich gegenüber dem Schweizer TV-Sender RTS.

Uefa-Fünfjahreswertung: Deutschland Tages-Zweiter

Mit insgesamt fünf Siegen auf dem internationalen Parkett haben die Bundesligisten wichtige Punkte in der Uefa-Fünfjahreswertung gesammelt. Hinter England (1,571 Punkte) schloss Deutschand die Europapokalwoche mit 1,429 Zählern auf Platz zwei vor Spanien (1,285) ab. In der Gesamtwertung baute Deutschland als Dritter (63,784) den Vorsprung vor Italien (61,796) auf 1,988 Punkte aus. Es führt weiter Spanien (92,140) vor England (81,176).

Land 15/16 – 16/17 – 17/18 – 18/19 – 19/20 – Gesamt

  • 1. Spanien 23,93 – 20,14 – 19,71 – 19,57 – 8,79 – 92,14
  • 2. England 14,25 – 14,36 – 20,07 – 22,64 – 9,28 – 81,18
  • 3. Deutschland 16,43 – 14,57 – 9,86 – 15,21 – 7,71 – 63,78
  • 4. Italien 11,50 – 14,25 – 17,33 – 12,64 – 6,07 – 61,80
  • 5. Frankreich 11,08 – 14,42 – 11,500 – 10,58 – 5,666 – 53,29
  • 6. Portugal 10,50 – 8,08 – 9,68 – 10,90 – 6,70 – 45,85

Gündogan will mehr Verantwortung in DFB-Team

Nationalspieler Ilkay Gündogan wünscht sich eine wichtigere Rolle in der DFB-Auswahl. „Ich sehe mich in einem Alter und in einer Position, in der ich mehr Verantwortung übernehmen kann und will“, sagte der Mittelfeldspieler von Manchester City. Er wolle seine zuletzt starken Leistungen in der englischen Premier League auch „in der Nationalmannschaft bestätigen“ Gündogan: „Genauso wie im Verein will ich hier ein wichtiger Teil des Teams sein und vorneweggehen.“

Tönnies: „Alltagsrassismus viel größer als gedacht“

Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies hat während seines abgelaufenen Tätigkeitsverbots wegen rassistischer Aussagen laut eigener Aussage eine veränderte Sichtweise auf die Fremdenfeindlichkeit in der Gesellschaft entwickelt. „Der Alltagsrassismus ist viel größer, als ich gedacht habe“, sagte Tönnies der "Süddeutschen Zeitung". Er berichtete unter anderem über Erkenntnisse aus Unterhaltungen mit afrikanischen Spielern und Mitarbeitern seines Unternehmens zu den Problemen von Migranten.

Die Schilderungen seiner Gesprächspartner hätten sein Bewusstsein für die Thematik weiter geschärft, sagte Tönnies: „Sie machen eigentlich täglich irgendwelche rassistischen Erfahrungen, wenn sie in der Stadt unterwegs sind. Ich habe gesagt: Das glaube ich nicht. Doch, sagten sie. Da ist mir nochmal einiges klar geworden.“

Manche Folgen des Skandals im vergangenen August wie seine Anhörung vor dem Schalker Ehrenrat haben den 63-Jährigen nach eigenen Angaben zutiefst erschüttert. Nach der Entscheidung des Gremiums für das dreimonatige Tätigkeitsverbot sei er „nach den Erlebnissen der Tage zuvor total platt“ gewesen: „Ich bin ins Auto gestiegen und habe in diesem Moment wirklich gedacht, dass ich nie wieder nach Schalke fahre.“

Rose lobt Thuram: „Schon Kult geworden“

Gladbach-Trainer Marco Rose hat nach dem erneuten Last-Minute-Erfolg in der Europa League die Mentalität seiner Mannschaft, vor allem aber Matchwinner Marcus Thuram gelobt. „Marcus ist ein sehr guter Typ, der uns mit seiner Präsenz guttut. Und er ist ein sehr guter Fußballer, trotz seiner Größe. Er ist immer wieder ein Unruheherd“, sagte Rose.

Thuram hatte beim 2:1 (1:1)-Sieg gegen AS Rom in der Nachspielzeit das Siegtor (90.+4) erzielt. Nach Schlusspfiff feierte der Franzose wie so oft, indem er mit der Eckfahne in der Hand auf dem Rasen tanzte. „Ich habe das Gefühl, dass es nach so wenigen Wochen schon Kult geworden ist in Mönchengladbach. Wir freuen uns über alles Außergewöhnliche – und das gehört dazu“, sagte Rose.

Auch Neuzugang Thuram, der in der Liga bereits fünf Tore für den Spitzenreiter erzielt hat, war nach seinem ersten Europapokal-Treffer überglücklich. „Es war fantastisch, in der letzten Minute der Nachspielzeit das entscheidende Tor zu schießen. Wir sind überglücklich und werden das Lachen heute nicht mehr aus dem Gesicht bekommen“, sagte der Sohn von Weltmeister Lilian Thuram.

Die Borussia setzte mit dem späten Siegtor eine kleine Serie fort: Schon bei Basaksehir Istanbul und in Rom (jeweils 1:1) hatten die Fohlen jeweils in der Nachspielzeit getroffen. Mit fünf Punkten hat Gladbach als Tabellenzweiter nun wieder gute Aussichten auf das Erreichen der K.o.-Runde. „Ich war in Mathe eher Kreide holen. Aber ich glaube schon, dass das mit zwei Siegen funktionieren kann“, sagte Rose und fügte an: „Wir sind wieder da.“

Eintracht hadert nach Last-Minute-Gegentor

Pechvogel Filip Kostic verließ wortlos die Arena, sein Trainer Adi Hütter haderte über eine Niederlage, die Eintracht Frankfurt „überhaupt nicht verdient“ hatte. Statt den Einzug in die K.o.-Runde der Europa League zu feiern, müssen die Hessen nach dem ärgerlichen 1:2 (0:0) bei Standard Lüttich plötzlich sogar das Aus in der Gruppenphase fürchten.

„Diese Niederlage war sehr, sehr bitter und vor allem ärgerlich“, sagte Hütter bei DAZN und fügte an: „Schade, dass wir unsere letzte Aktion mit Kostic nicht in ein Tor umgemünzt haben. Dann hätten wir uns keine Sorgen ums Weiterkommen machen müssen.“

Bei dieser angesprochenen Szene war Kostic beim Stand von 1:1 alleine aufs Standard-Tor zugestürmt, doch der Abschluss des Serben flog weit vorbei. Im direkten Gegenangriff kassierte die Eintracht Sekunden vor dem Ende noch das 1:2 durch Maxime Lestienne (90.+4). „Das Gegentor ist unnötig und einfach dumm von uns“, schimpfte Frankfurts Mittelfeldspieler Gelson Fernandes: „Das haben wir schlecht gemacht. So etwas können wir uns nicht leisten.“

Kostic (65.) hatte die Führung der Gastgeber durch Zinho Vanheusden (56.) ausgeglichen. „Wir hätten den Punkt mitnehmen müssen“, meinte Fernandes.

Das gelang der Eintracht aber nicht – und so rutschten die Hessen in der Gruppe F auf den dritten Rang hinter Lüttich ab. Zwar weisen beide Teams sechs Punkte auf, die Belgier haben jedoch einen Treffer mehr erzielt. Ganz vorne liegt der FC Arsenal mit zehn Punkten, der die nächste Runde schon so gut wie sicher erreicht hat.

Kroos mit Reals Lage unzufrieden

Für Ex-Weltmeister Toni Kroos ist die verpasste Chance zur Tabellenführung mit dem spanischen Fußball-Rekordmeister Real Madrid vom vergangenen Wochenende Ansporn für die weiteren Spiele. „Ehrlicherweise sollten wir mit einigen Punkten Vorsprung führen. Darüber muss man frustriert sein. Aber wir nutzen das als Motivation, weil wir weiter im Rennen sind“, sagte der frühere Münchner der französischen Nachrichtenagentur AFP vor dem Gastspiel der Königlichen am Samstag bei SD Eibar.

Madrid liegt auf dem zweiten Tabellenplatz gleichauf mit Spitzenreiter und Titelverteidiger FC Barcelona sowie dem Tabellendritten Atletico Madrid. Nachdem die beiden Rivalen ihre jüngsten Spiele nicht gewonnen hatten, hätte Real durch einen Sieg gegen Betis Sevilla auf Rang eins klettern können - musste sich jedoch mit einer Nullnummer begnügen.