Einzelkritik

DFB-Team: Brandt und Kroos überzeugen gegen Peru

Verdiente sich eine gute Note: Julian Brandt (l.), hier im Duell mit dem Peruaner Miguel Trauco.

Verdiente sich eine gute Note: Julian Brandt (l.), hier im Duell mit dem Peruaner Miguel Trauco.

Foto: Getty Images

Julian Brandt belebte die deutsche Offensive beim 2:1-Sieg. Auch Toni Kroos zeigte eine gute Leistung. Die DFB-Einzelkritik.

Sinsheim. Marc-André ter Stegen: Vermutlich weil er nicht Manuel Neuer ist, versuchte es Ruidiaz schon in der ersten Minute aus 40 Metern. Die Überrumpelungstaktik scheiterte, weil ter Stegen aufgepasst hatte. Etwas anders sah das beim 0:1 aus, als Advincula in die unzureichend gehütete kurze Ecke traf (22.). Gute Parade gegen Aquoinos Kopfball (55.). Note: 4

Matthias Ginter (bis 72.): Wieder als Rechtsverteidiger aufgeboten, wieder gut in der Defensive. Die Flanken des Gladbachers dürften gern genauer kommen. Und wenn sie einer schlägt, der es besser kann, dann dürfte er als Abnehmer auch gern ein Tor köpfen: Völlig frei nach einer Ecke setzte er den Ball aber aus fünf Metern auf den Torwart (13.). Note: 3

Jerome Boateng (bis 45.): Spielte zu Beginn zwei schlechte Pässe, fing sich aber dann wieder. Zur Halbzeit raus. Note: 4

Niklas Süle: Grätschte vor dem 0:1 ins Leere. Dafür konnte er nichts. Schlimmer geriet sein Solo am gegnerischen Strafraum: Ballverlust, Konter, Großchance (58.). Note: 4

Nico Schulz: Debüt „im Wohnzimmer“ (O-Ton Löw). Nein, Nico Schulz ist nicht selten Zuhause, sondern feierte seine Länderspiel-Premiere im Hoffenheimer Heimstadion. Engagierter Auftritt mit Zug zum Tor. Makel: Vor dem Gegentreffer so orientierungslos wie ein Weltreisender in Sinsheim (22.). Machte das aber durch den Siegtreffer wieder gut (84.). Note: 3

Ilkay Gündogan (bis 84.): Wirkte nach der Versöhnung mit den deutschen Fans durchaus befreit. Passgeber und Initiator für Chancen von Reus (2./21.), Werner (35.) und sich selbst (38.). Allerdings bisweilen auch fehlerhaft im Passspiel. Note: 3

Joshua Kimmich: Er ist die Zukunft. Sagt Löw. Aber die Gegenwart ist er auch schon. Als Sechser gewann er den Ball, trug ihn, passte ihn, flankte ihn in die Füße seiner Mitspieler immer mit dem Ziel, dem gegnerischen Tor entscheidend näher zu kommen. (S)ein Problem gegen Peru: Die Absicherung der Konter. Note: 3

Toni Kroos: Wer sind Sie und was haben Sie mit Toni Kroos gemacht? Der Mann mit der Rückennummer 8 trug die Kapitänsbinde, grätschte zu Beginn an der Mittellinie einem Ball nach, gewann danach einen wichtigen Zweikampf am eigenen Strafraum, um dann im Gegenpressing den Ball für eine Großchance zu erobern. Die Vorlage zum 1:1 gab er auch noch. Note: 2

Julian Brandt (bis 70.): Erfrischendes Element in der deutschen Offensive – und effizienter als die Kollegen. Seine erste Chance nutzte er mit einem hübschen Lupfer zum 1:1 (25.). Aber: Auch als Vorlagengeber und Kombinationspartner gut gebräuchlich. Note: 2

Marco Reus (bis 45.): Nicht der beste Abend des Dortmunders. Hatte mehrere gute Chancen, scheiterte erst am Torwart (2.), dann traf er zweimal freistehend den Ball nicht richtig, was jedem Hobbyspieler die Kicker-Ehre zurückbringt (20./38.). Note: 4

Timo Werner (bis 88.): Auch der Linksaußen, der die Position mit Brandt und Reus stets tauschte, hatte Chancen. Mal aber zögerte er zu lang, mal spielte er anstatt zu schießen (20.), mal schoss er den Torwart an (35.), mal schaufelte er den Ball direkt drüber (55.), mal vorbei (87.). Das eine Tor, das er schoss, zählte nicht: Abseits. Note: 4

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