Champions League

Gladbach mit toller Geste für 2500 Auswärtsfans

Borussia ärgert neue Anstoßzeit in Manchester. Bayern knacken drei Rekorde, Hummels untersucht. Rod Stewart schmerzt Klatsche.

Hamburg. Der eine Start ist geglückt, der andere verschoben: Während der deutsche Meister FC Bayern München mit einem 5:0 (2:0)-Sieg gegen FK Rostow aus Russland standesgemäß in die Champions League gestartet ist, muss Borussia Mönchengladbach nachsitzen. Das Spiel der Rheinländer bei Manchester City wurde nach starken Regenfällen abgesagt und auf den heutigen Mittwoch um 20.45 Uhr neu angesetzt. Dann werden auch die Spiele von Bayer Leverkusen gegen ZSKA Moskau sowie Borussia Dortmund bei Legia Warschau angepfiffen.

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Lahm sieht Champions-League-Reform kritisch

Bayern-Kapitän Philipp Lahm wünscht sich auch für die Zukunft der Champions League weiter Teilnehmer aus vielen Ländern. „Es geht immer auch noch um die anderen Nationen. Rostow ist weiter gekommen gegen Ajax Amsterdam. Da hätte vorher wahrscheinlich auch jeder auf Ajax Amsterdam gesetzt“, sagte der gegen Rostow geschonte Lahm. „Es muss die Chance gegeben sein, dass diese Mannschaften dabei sein können, diese Länder dabei sein können. Das ist mein Verständnis von Fußball, dass jeder die Chance haben sollte, dabei zu sein.“

Die Uefa hat eine Reform der Eliteliga beschlossen. Demnach werden die vier Topnationen des jeweiligen Uefa-Nationenrankings von der Saison 2018/19 an zumindest für drei Jahre je vier Teams für die Gruppenphase stellen. Ein detaillierter Plan für die Neuverteilung der Startplätze soll im Dezember präsentiert werden. Die Uefa hatte mit dieser Entscheidung auf den Druck der Top-Clubs reagiert, die sogar mit einer Abspaltung gedroht hatten.

16 von 32 Fix-Plätzen besetzen damit die vier Topnationen, bislang waren es elf. Der Mittelbau wird geschwächt. Die Nationen auf den Plätzen elf und zwölf zum Beispiel haben dann keinen festen Startplatz mehr. Zudem wird der Zugang über Qualifikation und Playoffs erschwert. Statt zehn werden nur noch sechs Teams im Nachrückverfahren in die Gruppenphase einziehen können.

Gladbach ärgert sich über Anstoßzeit

Die Unannehmlichkeiten für Mönchengladbach halten sich nach der Verschiebung des Spiels bei Manchester City in Grenzen. Das Hotel muss für die zusätzliche Nacht nicht gewechselt werden, der Rückflug erfolgt nach dem Spiel am Mittwochabend (20.45 Uhr MESZ/19.45 Uhr Ortszeit) mit einer kleinen Maschine am Donnerstagmorgen. Gegen 14 Uhr wird die Mannschaft dann in Mönchengladbach zur Vorbereitung auf das Bundesliga-Spiel gegen Werder Bremen am Sonnabend (18.30 Uhr/Sky) trainieren.

Nach der Absage des ursprünglich geplanten Termins am Dienstagabend wegen eines schweren Gewitters wird die Borussia allen rund 2500 Fans die Kartenpreise erstatten - "unabhängig davon, ob sie das Spiel am Mittwoch sehen oder nicht", wie der Verein mitteilte. Der Großteil der Gladbacher Fans wird am Mittwoch um 20.45 Uhr deutscher Zeit (19.45 Uhr Ortszeit) schon wieder zurückgeflogen sein.

Auch abgesehen davon ist die Borussia mit der Neuansetzung unzufrieden. "Wir hatten einen anderen Wunsch: Anstoß 18 Uhr Ortszeit. Angeblich kann das nicht gewährleistet werden. Wir sind davon nicht angetan, müssen das jetzt aber schlucken", sagte Vizepräsident Rainer Bonhof dem SID: "Generell wäre 18 Uhr für alle Beteiligten vernünftig gewesen." Diese Anstoßzeit hätte der Borussia einen Rückflug noch am Mittwochabend ermöglicht. Nun erwartet Sportchef Max Eberl ein Spiel "unter erschwerten Bedingungen mit wenigen Fans".

Rod Stewart schmerzt Celtics 0:7-Pleite

Schottlands Rockstar Rod Stewart hat das 0:7 seines Clubs Celtic Glasgow bei Barcelona mit drei Treffern von Lionel Messi echte Schmerzen bereitet. "Ja, das war ein harter Abend, eine Erniedrigung", sagte der 71 Jahre alte Edelfan der "Bhoys" nach der heftigen Pleite beim spanischen Meister.

Hummels gibt Enwarnung nach Auswechslung

Bayerns Mats Hummels hat nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung gegen Rostow Entwarnung gegeben. "Paar kleine Dellen, aber im Großen und Ganzen heil geblieben", twitterte der Innenverteidiger am Mittwoch und stellte ein Foto darunter, dass ihn mit rot-schwarzen Kopfhörern zeigt.

Eine Kernspinuntersuchung an der Säbener Straße direkt nach dem Spiel hatte eine leichte Schädelprellung ergeben. Zuvor war Hummels beim Stand von 1:0 bei einem von Rostows Torhüter Soslan Dschanajew stark pariertem Kopfball von Abwehrspieler Miha Mevlja im Gesicht getroffen worden (40.). In der 51. Minute ersetzte ihn Juan Bernat.

Die Auswechslung von Hummels war nach Angaben von Trainer Carlo Ancelotti eine reine Vorsichtsmaßnahme. "Er hat einen Schlag abbekommen. Er hat sich nicht so wohl gefühlt. Ich wollte kein Risiko eingehen. Ich habe ihn ausgewechselt, um ihm eine Pause zu geben", sagte der Italiener.

Viele Gladbach-Fans verpassen Nachholspiel

Vor dem Nachholspiel in Manchester ist Gladbach um sportliche Normalität bemüht. „Das müssen wir sportlich nehmen und einfach Spaß haben auf dem Platz“, sagte Sportdirektor Max Eberl in der Nacht zum Mittwoch.

Heute Morgen war es in Manchester zunächst sonnig. Die Vorhersagen versprachen zudem bessere Verhältnisse im Nordwesten Englands als tags davor: Bis mittags sollte es eine Mischung aus Wolken und Sonne bei Temperaturen um 23 Grad geben. Für den Abend waren Temperaturen von 19 bis 23 prognostiziert. In der Nacht zum Donnerstag sollte es grau und neblig werden.

Die Verlegung war für viele Gladbach-Anhänger "bitter“, wie Borussia-Profi Oscar Wendt sagte. Die meisten hatten ihren Trip nach Manchester so geplant, dass sie ohne großen Puffer an- und abreisen konnten. Andere Flüge zu buchen oder den Hotelaufenthalt zu verlängern, war für viele ein Problem. Die Eintrittskarten behielten indes ihre Gültigkeit. Wer Anlauf zwei nicht verfolgen kann, solle den Ticketpreis ersetzt bekommen, hieß es.

Leverkusen darf nach Barça-Sieg aufatmen

Nach dem höchsten Sieg des FC Barcelona in der Champions League huldigten die Mitspieler ihrem Kapitän Lionel Messi. Der Argentinier hatte mit drei Toren maßgeblichen Anteil am 7:0-Sieg der Katalanen gegen Celtic Glasgow. „Leo Messi ist einzigartig“, sagte Barcelonas Ikone Andres Iniesta. „Für mich ist Messi der beste Spieler der Welt, und das hat er heute gezeigt“, meinte der französische Nationalspieler Samuel Umtiti: „Die, die sich im Fußball auskennen, wissen das.“

Messi hatte Barcelona bereits in der dritten Minute in Führung geschossen. Er traf nach 2:46 Minuten und damit so schnell wie noch nie in der Champions League. Mit seinen weiteren Toren in der 27. und 60. Minute machte Messi seinen sechsten Dreierpack in der Königsklasse perfekt - Rekord. Bislang kamen der 29-Jährige und sein Dauerrivale Cristiano Ronaldo von Titelverteidiger Real Madrid auf jeweils fünf Dreierpacks.

„Messi ist Fußball“, meinte Barcelonas Trainer Luis Enrique. „Wir wären nicht besonders schlau, wenn wir ihm Hindernisse in den Weg legen würden. Er ist der Größte aller Zeiten.“

Barcelonas bis zum 7:0 höchster Sieg war ein 7:1. Gegner war am 7. März 2012 Bayer 04 Leverkusen gewesen. Die weiteren Treffer gegen Glasgow erzielten Neymar (50.), Iniesta (59.) und Luis Suarez (75./88.). Marc-André ter Stegen, einst bei Borussia Mönchengladbach, trug mit einem gehaltenen Elfmeter in der 24. Minute von Moussa Dembelé zum gelungen Abend für Messi & Co bei. „Manchmal ist es Glück einen Elfmeter zu parieren, aber es ist auch Vorbereitung“, betonte ter Stegen.

Bayer Leverkusen will gegen ZSKA Moskau "Topleistung" abrufen

Drei neue Rekorde für die Bayern

Die Bayern haben gleich zum Auftakt der neuen Saison in der Champions League drei Bestmarken aufgestellt. So war das 5:0 gegen den russischen Vizemeister Rostow der 13. Heimsieg in Serie in der Königsklasse. Den bisherigen Rekord von zwölf Siegen nacheinander im eigenen Stadion hielten die Münchner bislang gemeinsam mit Manchester United (2006 bis 2008).

Darüber hinaus war es der 13. Auftaktsieg in Serie für den FC Bayern der Champions League, auch das ist eine Bestmarke. Ebenso wie das 5:0 - höher hat eine deutsche Mannschaft noch nie ihr erstes Spiel in der Champions League gewonnen. "Ich bin sehr glücklich", sagte Trainer Carlo Ancelotti nach dem geglückten Auftakt.