Transfer-Coup

Hecking sagt, warum sich Gomez für Wolfsburg entschieden hat

Komm her zu mir: Mario Gomez (r.) und Julian Draxler spielen nun auch beim VfL Wolfsburg zusammen - zumindest, wenn es nach dem Neuzugang vom AC Florenz geht

Komm her zu mir: Mario Gomez (r.) und Julian Draxler spielen nun auch beim VfL Wolfsburg zusammen - zumindest, wenn es nach dem Neuzugang vom AC Florenz geht

Foto: Imago/Sven Simon

Erneut versucht sich ein deutscher Nationalspieler beim VfL. Für Gomez muss Allofs sieben Millionen Euro locker machen.

Wolfsburg. Fußball-Nationalspieler Mario Gomez wagt den Sprung zurück in die Bundesliga. Nach seinem spektakulären Wechsel zum VfL Wolfsburg soll der 31 Jahre alte Torjäger bereits an diesem Donnerstag bei den Niedersachsen vorgestellt werden. Zuvor waren letzte Details mit dem AC Florenz geklärt worden, wo Gomez noch bis 2017 unter Vertrag stand. Der frühere Profi vom VfB Stuttgart und Bayern München erhält in Wolfsburg offenbar einen Vertrag bis 2019.

Laut Medienberichten zahlt der VW-Club rund sieben Millionen Euro für den dreimaligen deutschen Meister, der in der vergangenen Saison bei Besiktas Istanbul zu alter Form gefunden hatte.

Bei Besiktas ging es wieder bergauf

Gomez war 2013 wegen der fehlenden Perspektive unter dem damals neuen Bayern-Coach Pep Guardiola nach Florenz gewechselt. Auch aufgrund von Verletzungen lief es in der Serie A aber nicht gut für den Torjäger. Gomez verpasste die WM 2014 in Brasilien - eine der schmerzhaftesten Erfahrungen in seiner Karriere. 2015 wurde er an Besiktas Istanbul ausgeliehen - in der Türkei ging es sportlich schnell wieder bergauf.

Mit 26 Toren schoss Gomez Besiktas in der Türkei zum Meistertitel und sich zurück in die Nationalmannschaft. Bei der Europameisterschaft in Frankreich gehörte Gomez wieder zum Stammpersonal, schoss in vier Spielen zwei Toren und zog damit als deutscher EM-Rekordtorschütze mit Jürgen Klinsmann gleich. Im Viertelfinale gegen Italien zog er sich allerdings eine Oberschenkelverletzung zu und musste somit für das Halbfinale gegen Frankreich (0:2) passen.

Allofs soll Gomez früh kontaktiert haben

Wegen der politisch instabilen Lage in der Türkei nach dem gescheiterten Putschversuch wollte Gomez im Sommer nicht nach Istanbul zurückkehren. „Es war eine schwierige Entscheidung, die mich sehr beschäftigt hat“, schrieb Gomez auf seiner Facebook-Seite. Florenz, wo der Stürmer noch einen Vertrag bis 2017 hatte, wollte Gomez indes nicht zurückhaben, dem Vernehmen nach auch wegen des hohen Gehalts.

Bereits im Winter soll Allofs großes Interesse am wiedererstarkten Gomez gehabt haben. Bereits mehrere Transferperioden hatte der VfL-Sportchef vergeblich nach einem Top-Angreifer gefahndet. „Wir suchen einen guten Stürmer“, hatte Allofs noch im Juli zum Trainingsauftakt des VfL gesagt.

Hecking spricht für Gomez

Die Verpflichtung von Gomez ist für den VfL ein wichtiges Signal auf dem angestrebten Weg zurück an die nationale Spitze. Der Umbruch beim Meister von 2009 ist im vollen Gange. Im Angriff soll es nicht bei der Gomez-Verpflichtung bleiben. Von Juventus Turin könnte noch der italienische Nationalstürmer Simone Zaza kommen.

„Wir haben uns sehr gut ausgetauscht. Ich habe von dem Jungen ein gutes Bild bekommen. In dem Gespräch hat er sehr deutlich vermittelt, dass er gerne nach Wolfsburg wechseln würde, weil er es als Chance sieht, sich im deutschen Fußball zu zeigen“, sagte Trainer Dieter Hecking. Juve soll bis zu 25 Millionen Euro für den 25-Jährigen fordern.

Qualitätsverlust vorerst gestoppt

Zuletzt schien der halbe Kader nach der verpassten Champions-League-Qualifikation auf dem Sprung zu sein. Nicht zuletzt auch Nationalspieler Julian Draxler, der nach nur einem Jahr in Wolfsburg seinen unbedingten Wechselwunsch öffentlich gemacht hatte, hatte dem VfL ein Image-Problem beschert. Zwar hatten Allofs und Hecking diesen Transfer verboten. Doch der Verlust an Qualität schien zuletzt enorm.

Ein Jahr nach Kevin De Bruyne und Ivan Perisic hatte der VfL auch Abwehrchef Naldo an den FC Schalke und Weltmeister André Schürrle an Borussia Dortmund verloren. Auch der zuletzt allerdings extrem formschwache Max Kruse hatte den Verein in Richtung Werder Bremen verlassen. Zudem gab es immer wieder Berichte über die bevorstehenden Abgänge von Dante, Luiz Gustavo oder Ricardo Rodriguez.