Robben und Alaba stürzen mit Traumtoren Stuttgart auf Platz 18

Der FC Bayern siegt glanzlos 2:0 beim Abstiegskandidaten

Stuttgart. Der erleichterte Pep Guardiola wusste nach einer nicht gerade titelreifen Vorstellung seines FC Bayern, bei wem er sich in erster Linie zu bedanken hatte. „Die Qualitäten von Robben und Alaba waren der große Unterschied“, lobte der Trainer des deutschen Rekordmeisters nach dem befreienden 2:0 beim Lieblingsgegner VfB Stuttgart seine beiden Kunstschützen, die den Tabellenführer nach zwei Spielen ohne Dreier wieder auf Titelkurs geführt hatten.

Arjen Robben bewertete seinen genialen Volleyschuss zur überraschenden und auch schmeichelhaften Führung in der 41. Minute bescheiden als „wichtig“. Er freue sich, dass er getroffen habe. „Aber nicht nur für mich, vor allem für die Mannschaft.“ Nach dem schlechten Rückrundenstart sei „es Zeit für drei Punkte“ gewesen, konstatierte der quirlige Niederländer nach seinem zwölften Saisontor. „Tor des Monats“-würdig war auch der traumhafte Freistoßtreffer von David Alaba aus rund 26 Metern zum 0:2 (51.).

Abgesehen von erdrückendem Ballbesitz sowie ineffektivem Hin-und-Her-Geschiebe zwischen eigenem Sechzehner und Mittellinie war vom haushohen Favoriten lange nichts zu sehen. Die geschickt verteidigenden und gut gestaffelten Stuttgarter ließen den behäbigen Bayern kaum Raum zur Entfaltung. Aber „unseren ersten Fehler nutzte Arjen super aus“, bemerkte VfB-Trainer Huub Stevens nach der Schlüsselszene der Partie anerkennend. „Es gibt nicht viele Spieler, die so schießen können wie Arjen“, bescheinigte der Niederländer seinem Landsmann.

Dass Robben einen besonderen Stellenwert im Star-Ensemble genießt, unterstrich Torhüter Manuel Neuer: „Wir sind dank Arjen in die Spur gekommen. Er ist sehr wichtig für die Mannschaft.“ Gar als „einen der wichtigsten Spieler“ der Bayern lobte Guardiola den längere Zeit verletzt fehlenden Alaba. „Er kann überall spielen.“

Der Spitzenreiter wirkte gegen das neue Schlusslicht alles andere als titelreif. Die Weltmeister Bastian Schweinsteiger, Mario Götze und der nach der Pause eingewechselte Müller konnten keine Akzente setzen. Taktgeber Xabi Alonso versteckte sich häufig als Libero alten Stils. Und Robert Lewandowski blieb als Torjäger alles schuldig.

Guardiola gab trotz dieser beeindruckenden Bilanz gegen den bedauernswerten VfB unumwunden zu, dass Bayern sich verbessern müsse, um „unser altes Niveau“ zu erreichen. Aber der Star-Coach bat um Verständnis: „Man kann nicht elf Monate immer auf hohem Niveau spielen und gewinnen, gewinnen. Wir sind nicht perfekt.“

Für Stuttgart reichte der Auftritt allemal. Der VfB bleibt nach seiner siebten Pleite das heimschwächste Erstligateam und wartet nun seit 554 Minuten auf einen Treffer vor eigenem Publikum. Der Absturz auf Tabellenplatz 18 ist da die logische Konsequenz. Und obwohl die kommenden Aufgaben bei 1899 Hoffenheim, gegen Borussia Dortmund und bei Hannover 96 nicht nach einer Trendwende schreien, lässt sich vor allem Stevens nicht unterkriegen. „Ich bin ein Kämpfer und bleibe ein Kämpfer“, sagte der 61 Jahre alte Trainer-Routinier, und schob nach: „Ich weiß, wo wir nach 34 Spielen stehen – und das ist nicht da unten.“