Soccer-Fieber in den USA vor Duell mit Belgien

TV-Sender erwarten für das Viertelfinalspiel Quotenrekord. Wilmots spricht von „Krieg“

Salvador. Barack Obama redet vom WM-Titel, in den Baseballstadien flimmern Fußballbilder aus Brasilien über die Anzeigetafeln, und die TV-Quoten erreichen Rekordhöhen: Die USA sind im Soccer-Fieber. Und die Temperatur steigt weiter, wenn am Dienstag (22 Uhr/ZDF) Jürgen Klinsmanns Team gegen den Geheimfavoriten Belgien um den Viertelfinaleinzug kämpft. Großen Respekt haben sich die neuen US-Helden, deren Trikots auf dem Times Square in New York ebenso wie an den kalifornischen Stränden zu einem gewohnten Bild geworden sind, auch beim Gegner erarbeitet. „Sie sind körperlich sehr stark“, lobte Belgiens Trainer Marc Wilmots Klinsmanns Spieler und kündigte an: „Wir bereiten uns auf einen Krieg vor.“

Etwas Besseres als die martialischen Worte des einstigen Schalker „Kampfschweins“ hätte dem amerikanischen Sportsender ESPN gar nicht passieren können. Nichts lieben die Amerikaner mehr als epische Sportschlachten. Die Einschaltquoten, da sind sich TV-Experten einig, werden am Dienstag für weitere Rekorde sorgen. Mehr als 20 Millionen WM-Zuschauer werden vor den Bildschirmen erwartet – mehr als bei den Finalspielen der NBA-Basketballer oder der NHL-Eishockeystars. „Es ist Wahnsinn, was zu Hause abgeht“, sagte Torwart Tim Howard, „alle Kneipen sind brechend voll, die Leute gehen nicht zur Arbeit.“

Klinsmann befeuerte die Euphorie noch, indem er verriet, dass er für seine Spieler Rückflugtickets erst nach dem Finaltag geordert habe. „Wenn jeder an seine persönlichen Grenzen geht, können wir noch weit kommen“, sagte der 49-Jährige. Dafür muss allerdings zunächst ein dicker Brocken aus dem Weg geräumt werden. Wilmots’ Team, trotz neun Punkten in der Vorrunde noch nicht wirklich überzeugend, gilt zumindest als Halbfinalkandidat. „Jetzt ist die Rechnerei vorbei“, sagte der ehemalige Schalker, „wer verliert, muss nach Hause.“ Dass sein junges Team als Favorit ins Spiel geht, ist für den 45-Jährigen kein Problem. „Wir nehmen die Rolle an“, sagte Wilmots.

Belgien: 1 Courtois – 2 Alderweireld, 15 Van Buyten, 4 Kompany, 5 Vertonghen – 6 Witsel, 8 Fellaini – 14 Mertens, 7 De Bruyne, 10 Hazard – 9 Lukaku.USA: 1 Howard – 23 Johnson, 5 Besler, 3 Gonzalez, 7 Beasley – 13 Jones, 15 Beckerman – 19 Zusi, 4 Bradley, 11 Bedoya – 8 Dempsey.Schiedsrichter: Haimoudi (Algerien).