Verlieren verboten beim großen Messi-Jubiläum

Vor zehn Jahren debütierte der Superstar im Nationaltrikot und schoss gleich ein Tor.

Belo Horizonte. Verlieren verboten – erst recht für Lionel Messi zehn Jahre und zwei Tage nach seinem (Tor-)Debüt in Weiß und Himmelblau. Auch vor der Abreise zum ersten Spiel der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft „um Leben und Tod“ (Verteidiger Pablo Zabaleta) bei der WM in Brasilien gegen Ottmar Hitzfelds Schweizer trainierten Messi und Co. am Sonntag in der Cidade do Galo bei Belo Horizonte wieder hinter verschlossen Türen. Beim Feinschliff der durch den Ausfall von Sergio Agüero umformierten Mannschaft waren neugierige Blick unerwünscht.

Dabei scheint es kein großes Geheimnis, wen Messi anstelle von Kumpel Agüero an die Seite gestellt bekommt. Viel deutet auf Ezequiel Lavezzi hin, ein 1,73 Meter großes Kraftpaket, das wie Messi aus Rosario stammt. Lavezzi könnte auch dafür sorgen, dass der Übergang zwischen Mittelfeld und Sturm fließender wird. Lässt er sich leicht zurückfallen, würde das genau die Breite in dem Mannschaftsteil ermöglichen, die die Argentinier gegen die Hitzeld-Schützlinge um Xherdan Shaqiri brauchen.

„Um mehr Gleichgewicht zu erreichen, würde es uns nützen, wenn wir einen Spieler mehr im Mittelfeld hätten“, meinte Abwehrspieler Pablo Zabaleta. Ähnlich sieht es auch Argentiniens Weltmeistertrainer von 1978, César Luis Menotti. „Ich glaube, dass die Verletzung von Agüero Argentinien auch begünstigen kann“, sagte er in einer Videokolumne. Es gebe der Mannschaft die Möglichkeit, breiter zu spielen.

Gegen die Schweiz müsse man zudem „die Fehlerquote reduzieren“, betonte Keeper Sergio Romero. Ob drei Stürmer oder zwei, vier im Mittelfeld oder drei, fünf in der Abwehr oder vier – am Ende hängt wohl eh wieder alles von Messi ab, der vor zehn Jahren am 29. Juni 2004 erstmals das Nationaltrikot bei einem Spiel der U20 Argentiniens gegen Paraguay (8:0) trug.

Messi war in der zweiten Halbzeit für Lavezzi eingewechselt worden und erzielte im Estádio Diego Armando Maradona in Buenos Aires vor gerade mal 300 Zuschauern gleich bei seinem Debüt einen Treffer. Er bekam den Ball in der 80. Minute rund 45 Meter vor dem Tor, ließ einfach alle gegnerischen Spieler stehen, umkurvte auch noch den Torwart und schob das Leder in den Kasten. „Die konnten ihn einfach nicht aufhalten“, hat Zabaleta, damals auch in der Juniorenauswahl, einmal über den Treffer gesagt. Er hofft auf einen ähnlichen Geniestreich von Messi am Dienstag in São Paulo.