Nachspiel

Neuer Stürmer gesucht

Ein Kommentar von Peter Wenig

Natürlich gibt es auch für diesen Fall der Fälle eine Statistik: Immerhin 27 von 396 Mannschaften gelang in internationalen K.-o-Spielen zwischen Vereinsmannschaften in den vergangenen 44 Jahren nach einem 0:3 im Hinspiel noch eine erfolgreiche Aufholjagd.

Wer indes das Spiel der Dortmunder in Madrid gesehen hat, weiß, dass die Wahrscheinlichkeit eines Halbfinal-Einzugs der Borussia gegen Real ins Halbfinale der Champions League weit geringer ist als sieben Prozent. In Wahrheit wird es in beim Rückspiel in Dortmund für das Team von Trainer Jürgen Klopp vor allem darum gehen, sich mit Anstand aus der Königsklasse zu verabschieden.

Einmal mehr zeigte sich in Madrid die Abhängigkeit der Borussia von einem Glanzauftritt ihres Stürmerstars Robert Lewandowski, der in der vergangenen Saison alle vier Tore zur 4:1-Sensation im Hinspiel gegen Real erzielt hatte. Am Mittwoch fehlte der Pole gelbgesperrt, Julian Schieber, sein Konkurrent im Team, hat kaum gehobenes Bundesliga-Niveau. In der kommenden Saison wird Klopp ganz auf die Dienste des Weltklasse-Torjägers verzichten müssen, Lewandowski folgt bekanntlich Mario Götze ablösefrei zum FC Bayern.

Ohne einen Stürmer von internationalem Format wird die nationale Lücke zum FC Bayern, schon jetzt eklatant, noch größer werden. Vereinschef Hans-Joachim Watzke weiß dies, hat bereits angekündigt, kräftig investieren zu wollen. Dortmund braucht im Angriff eine Topkraft, die sich sofort bewährt. Sonst wird es künftig schwer, überhaupt noch Spiele gegen Real zu erreichen.