Schlüsselspiele in Pilsen und Donezk

FC Bayern steht in der Champions League vor dem Achtelfinale, Leverkusen muss sich rehabilitieren

München/Leverkusen. Die Nachricht vom Gerichtsverfahren gegen Vereinspatriarch Uli Hoeneß platzte mitten in die Vorbereitung des FC Bayern auf das Champions-League-Spiel bei Viktoria Pilsen. Der Wirbel um den Präsidenten (lesen Sie dazu den Bericht auf Seite 32) werde die Münchner Stars aber am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) nicht davon abhalten, vor gerade 12.000 Zuschauern beim tschechischen Meister eine Topleistung abzurufen, sagte Vizekapitän Bastian Schweinsteiger. Mit dem vierten Sieg im vierten Gruppenspiel können die Bayern den Einzug in das Achtelfinale schon frühzeitig perfekt machen.

„Wir können uns ungestört auf das Spiel vorbereiten, das hat nichts mit dem Fußball zu tun“, versicherte Schweinsteiger nach der verspäteten Ankunft der Münchner Reisegruppe im Teamhotel. „Wir tun Uli Hoeneß den größten Gefallen, wenn wir die Spiele gewinnen und Erfolg haben.“ An einem weiteren Sieg gegen den punktlosen Tabellenletzten zweifelt zwei Wochen nach dem 5:0-Torfestival im Hinspiel niemand. „Aber es wird schwieriger als in München“, warnte Trainer Pep Guardiola, der auf Arjen Robben verzichten muss. Der niederländische Nationalspieler setzt nach Leistenproblemen sein individuelles Aufbautraining in München fort. Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mahnte, „nicht mit Arroganz“ aufzutreten. Schweinsteiger erwartet einen Gegner, der „natürlich noch mal richtig angreifen“ werde. „Das Spiel könnte ein bisschen anders laufen als in der Allianz Arena“, meinte er.

Bayer Leverkusen steht dagegen im Gastspiel bei Schachtjor Donezk (20.45 Uhr/Sky) vor einer schwierigen Aufgabe. „Das ist ein Schlüsselspiel um den zweiten Platz in der Gruppe“, verdeutlichte Sportchef Rudi Völler vor dem Abflug am Montag die Bedeutung der Partie gegen den ukrainischen Meister. „Sollten wir gewinnen, wäre das ein großer Sprung in Richtung Achtelfinale.“

Die 0:1-Pleite in der Bundesliga bei Eintracht Braunschweig ist abgehakt, der Blick geht nur noch nach vorne. „Das wird ein heißer Tanz, aber wir haben eine sehr gute Chance, dort zu gewinnen“, erklärte Abwehrspieler Sebastian Boenisch. „Wir spielen voll auf Sieg und wollen die drei Punkte holen. Dann würde es sehr gut aussehen für uns.“ Mit sechs Punkten aus drei Spielen steht die Werkself hinter Manchester United (7) auf Rang zwei, würde diesen im Falle einer Niederlage aber wieder an Donezk (4) verlieren. Nicht nur Torwart Bernd Leno weiß daher, dass am Dienstag ganze Kerle gefordert sind. „Die werden das 0:4 aus dem Hinspiel nicht einfach so auf sich sitzen lassen, sondern aggressiv und top motiviert sein. Wir brauchen jeden Mann mit 110 Prozent, dann können wir dort bestehen“, beschwor Leno seine Vorderleute.

Trainer Sami Hyypiä wird anders als in Braunschweig, wo er sich mit seiner Aufstellung verzockte und eine bessere B-Elf aufs Feld schickte, wieder auf sein Stammpersonal zurückgreifen. Mit Stefan Kießling, Sidney Sam und Heung Min Son wird Leverkusens „erster Sturm“ auflaufen.

Die Statistik spricht in jedem Fall für den Bundesliga-Dritten. Schachtjor hat vor eigenem Publikum seit mehr als 30 Jahren nicht mehr gegen einen Bundesligaclub gewonnen.