Klopp setzt auf telepathischen Austausch mit Assistent Buvac

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Dortmund. Zeljko Buvac hatte alle Interviewanfragen abgelehnt. Der Mann, der an diesem Dienstag Borussia Dortmunds Cheftrainer Jürgen Klopp vertritt, schweigt lieber. „Er redet nicht viel, doch wenn er redet, dann hat alles Hand und Fuß“, bescheinigt Mittelfeldprofi Nuri Sahin. Wenn der BVB am zweiten Spieltag der Champions League zu Hause auf Olympique Marseille (20.45 Uhr/Sky) trifft, wird Buvac reden müssen. Nach einem Wutausbruch in Neapel (1:2) wurde Klopp für die Partie von der Uefa gesperrt, muss erstmals in seinen 231 Spielen in Dortmund 90 Minuten auf der Tribüne Platz nehmen.

„Wenn du mal ein Spiel nicht da draußen bist, ist das kein Riesending. Wenn man mich eine Woche vorher aus dem Training entfernen würde, wäre das ein bisschen doofer“, sagte Klopp dem TV-Sender Sky. Er verzeihe sich die Szene in Neapel nicht, als er dem vierten Schiedsrichter am Seitenrand aus nächster Nähe ins Gesicht geschrien hatte. „Aber ich darf mich auch nicht ändern, ich muss in diesen Dingen nur ein Ende finden“, sagte Klopp.

Derartige Gesichtsausdrücke sind von Buvac (Spitzname „Das Gehirn“) gegen Marseille nicht zu erwarten. Seit mehr als 20 Jahren kennen sich Klopp und er. Sie spielten in Mainz zusammen, bildeten später dort ein gemeinsames Trainerteam. „Zeljko ist Fleisch gewordener Fußballsachverstand und Meister aller Trainingsformen“, lobt Klopp. „Kein Problem“, sei es daher, dass der 52 Jahre alte Assistent morgen allein an der Seitenlinie coachen muss. „Zeljko und ich arbeiten fast telepathisch zusammen“, erklärt der Chef.

Weil nicht nur Klopp in Neapel Rot gesehen hatte, sondern auch Torhüter Roman Weidenfeller, muss das Trainerduo gegen die Franzosen umbauen. Ersatzkeeper Mitchell Langerak wird ebenso sein Startelfdebüt in der Königsklasse feiern wie Linksverteidiger Erik Durm. Der 21-Jährige ersetzt den verletzten Marcel Schmelzer.

Bei Erzrivale FC Schalke 04, der beim FC Basel (20.45/Sky) antreten muss, ist Mittelfeldspieler Jermaine Jones suspendiert zum Zuschauen verdammt. Nach einer denkwürdig schlechten zweiten Hälfte in Hoffenheim, als Schalke einen 3:1-Vorsprung verspielte und mit einem glücklichen 3:3 vom Platz ging, wird in der Schweiz eine Reaktion erwartet – ohne Jones. Der 31-Jährige hatte daraufhin angekündigt, sich einer ursprünglich für den Winter geplanten Meniskusoperation unterziehen zu wollen. Sechs Wochen Pause wären die Folge gewesen. Jones ruderte am Montag zurück. „Schalke ist gerade wichtiger“, twitterte er. Mit einem Sieg könnten die Königsblauen die Tabellenführung ihrer Gruppe E übernehmen.

Die weiteren Partien am Dienstag: St. Petersburg – Austria Wien (18 Uhr), Bukarest – Chelsea, Arsenal – Neapel, Porto – Atlético Madrid, Amsterdam – AC Mailand, Celtic – Barcelona (alle 20.45 Uhr).

( (HA) )

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