Brasiliens Fußballstars freuen sich auf das Finale gegen Spanien

Rio de Janeiro. Superstar Neymar reckte erleichtert beide Hände Richtung Abendhimmel, Trainer Luiz Felipe Scolari tanzte mit seinen Assistenten vor Freude im Kreis. Die Seleção hatte nach dem 2:1 gegen Uruguay im Halbfinale des Confederations Cups auf ihrer schwierigen Mission „Gewinn des WM-Titels 2014“ das nächste Etappenziel erreicht. Jetzt geht's endlich ins Maracanã-Stadion nach Rio de Janeiro. Im großen Fußballheiligtum greift Brasilien am Sonntag (24 Uhr/ZDF) gegen Weltmeister Spanien nach dem dritten Gewinn des Confed Cups in Serie. Die Spanier setzten sich am Donnerstagabend im zweiten Halbfinale gegen Italien, das die erste Halbzeit dominierte, mit 7:6 im Elfmeterschießen durch. Nach der Verlängerung, in der Spanien stärker war, hatte es 0:0 gestanden.

Die Generalprobe für die WM 2014 läuft für Brasilien nach Plan, der hart erkämpfte Erfolg gegen Uruguay hat die Euphorie am Zuckerhut noch einmal gesteigert. Doch in der intensiven Nacht von Belo Horizonte traten auch wieder die Probleme des Landes in den Vordergrund. Während 50.000 Demonstranten friedlich gegen Korruption und soziale Missstände protestierten, versuchten vermummte Krawallmacher die Absperrgitter vor der Sicherheitszone rund um das Mineirão-Stadion einzureißen. Sie warfen Molotowcocktails und zündeten ein Auto an. Sepp Blatter, Präsident des Weltverbands Fifa, sagte: „Das sind soziale Probleme Brasiliens und nicht des Fußballs. Der Fußball bringt nur Freude, für Brasilien und für die ganze Welt.“

Ein Jahr vor der WM freuen sich Brasiliens Fußballstars immerhin darauf, im legendären Maracanã ein bisschen Endspiel üben zu können. „Das Finale gegen Spanien ist für alle Spieler ein Traum“, schwärmte Außenverteidiger Dani Alves vom FC Barcelona. Dennoch wäre ein Triumph bei der WM-Generalprobe kein gutes Omen: Noch nie hat ein Turniersieger ein Jahr später den WM-Pokal geholt. „Trotzdem“, meinte Bayern-Profi Dante, „wenn wir gewinnen, gibt uns das mehr Selbstvertrauen und die Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika war Brasilien als Confed-Cup-Gewinner im WM-Viertelfinale gescheitert. In diesem Jahr kann Scolaris neu formiertes Team beweisen, dass es sich bereits auf Augenhöhe mit den ganz Großen befindet. Auch mit Deutschland? Dante schüttelte den Kopf. „Die deutsche Nationalmannschaft spielt seit Langem zusammen. Wir brauchen noch viel Geduld. Es ist noch ein sehr weiter Weg.“