Platini will EM in zwölf Ländern

Lesedauer: 2 Minuten

Über den revolutionären Vorschlag des Uefa-Präsidenten soll Ende des Jahres entschieden werden

Kiew. Uefa-Präsident Michel Platini, 57, hat mit einer ebenso revolutionären wie fragwürdigen Idee die Fußballwelt überrascht. Der Europameister von 1984 stellte den Vorschlag zur Diskussion, die EM 2020 in mehreren europäischen Ländern auszutragen. "Wir sollten darüber nachdenken, ob wir die EM in einem Land mit zwölf Städten oder über ganz Europa verteilt austragen. Die Idee begeistert mich", sagte der Franzose. Eine Entscheidung könnte schon Ende des Jahres fallen.

Platini begründete seinen Vorstoß damit, dass mit diesem Modus die finanziellen Kosten in den gastgebenden Ländern gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht ausuferten. Die Ausrichter müssten oft große Anstrengungen beim Bau von Stadien, Flughäfen und der Infrastruktur in den Austragungsorten unternehmen. Als Beispiel dürfte ihm da die Ukraine dienen. Die Kosten für die EM-Austragung sollen Schätzungen zufolge auf zwölf bis 14 Milliarden Euro angestiegen sein.

Die Idee Platinis wurde besonders in der Türkei mit wenig Begeisterung aufgenommen, gilt das Land doch als aussichtsreichster Kandidat auf die Austragung der EM 2020. Allerdings bewirbt sich Istanbul auch um die Olympischen Sommerspiele 2020. Für beide Veranstaltung, das gilt als sicher, wird die Türkei jedoch nicht den Zuschlag erhalten. Neben der Türkei haben Irland, Schottland und Wales mit einer möglichen gemeinsamen Bewerbung sowie Georgien/Aserbaidschan als Co-Gastgeber ihr Interesse signalisiert. 2016 findet die EM in Frankreich statt, dann erstmals mit 24 Teams.

Bei ihren Beratungen in Kiew machte die Uefa erneut finanzielle Zugeständnisse an die "Kleinen" im europäischen Fußball. Die 100 Millionen Euro für die Abstellung von Spielern bei dieser EM werden nicht ausschließlich an Klubs verteilt, deren Akteure in Polen und der Ukraine im Einsatz waren. 40 Millionen fließen an Klubs, die bereits in der Qualifikationsphase Spieler abstellten. Dadurch partizipieren rund 580 Vereine. 2008 hatte die Uefa 55 Millionen Euro für die Abstellung ausgeschüttet. Auch die Entscheidung, die Europa League finanziell aufzuwerten, dürfte Vereinen aus kleineren Verbänden zugutekommen. So wandern 40 Millionen Euro aus der Champions League in den Topf des unattraktiveren Klubwettbewerbs. Die Uefa plant von 2012 bis 2015 mit einer Steigerung der Einnahmen von 22 Prozent für die Champions League auf 1,34 Milliarden Euro pro Jahr und zwölf Prozent bei der Europa League auf 225 Millionen Euro.

Der europäische Super Cup (Champions-League- gegen Europa-League-Sieger) soll 2014 in Cardiff (Wales) und 2015 in der georgischen Hauptstadt Tiflis stattfinden. 2013 wird er zum ersten Mal in Prag gespielt.

( (sid/dpa/HA) )