Die besseren Italiener kommen aus Paraguay

Pietermaritzburg. Stabile Deckung, kontrollierte Offensive, wenig Risiko - die neuen Italiener kommen aus Paraguay. Wie die bereits in der Vorrunde ausgeschiedene "Squadra Azzurra" favorisiert die "Albirroja" eine Spielphilosophie nahe am Catenaccio. Auch im heutigen Achtelfinale gegen Japan setzen die Südamerikaner auf ihre Abwehrkunst. Voller Stolz verwies Torhüter Justo Villar auf die Stärken des Teams: "Italien ist für sein taktisches Spiel und seine Defensivkultur berühmt. Wir haben bewiesen, dass wir ihnen auf diesem Niveau in nichts nachstehen."

In Wirklichkeit hat der gelehrige Schüler seinen Lehrmeister mittlerweile überholt. Insgesamt fünf Gegentore kassierte Italien bei seinem historischen Vorrundenaus. Dagegen musste Villar bisher erst einmal hinter sich greifen. Anders als viele andere Teams aus Südamerika, die das Spiel mit ihrer Spielkunst dominieren, setzt Paraguay traditionell auf Torsicherung. "Wir beherrschen es gut, den Spielfluss zu unterbinden. Auf diese Solidität in der Verteidigung können wir aufbauen", sagt Trainer Gerardo Martino.

Für die Stärken bei der Balleroberung und im Kopfballspiel hält Villar eine verblüffende Erklärung bereit: "Auf unseren Spielfeldern herrschen nicht gerade die besten Bedingungen. Man konnte den Ball nicht lange am Boden halten, sondern musste höher spielen. Das hat uns stärker gemacht."