Champions League

Wieder kein Titel für Ballack

London. Am Ende hätte der frustrierte Michael Ballack am liebsten weggeschaut. Nach dem frühen K. o. seines FC Chelsea im Champions-League-Achtelfinale muss der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft weiter auf seinen ersten internationalen Titel warten. Während Chelseas Excoach José Mourinho nach dem 1:0-Triumph mit Inter Mailand durch ein Tor von Samuel Eto'o (78.) an alter Wirkungsstätte auch von Englands Medien gefeiert wurde, fühlte der in der 62. Minute ausgewechselte deutsche Vorzeigekicker die große Leere.

"Es tut weh, so früh auszuscheiden", gab der Mittelfeldstar nach der ebenso schmerzlichen wie folgenschweren ersten Heimschlappe in der Königsklasse seit gut vier Jahren zu. Der bald 34-Jährige weiß, dass ihm viele Gelegenheiten zum Coup auf der großen Fußballbühne nicht mehr bleiben. Mit der Nationalelf kann er auf den Titelgewinn im Sommer bei der WM in Südafrika und vielleicht noch bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine hoffen. Bei Chelsea, wo er gerade um die Verlängerung seines im Sommer endenden Vertrags kämpft, hat er auch höchstens noch zwei Chancen in Europas Meisterliga. Nach dem unverhofften Aus wolle er sich in der Premier League im Dreikampf mit Manchester United und dem FC Arsenal schadlos halten, sagte er. "Wir müssen das schnell abhaken. Jetzt ist die nationale Meisterschaft unser großes Ziel."

Kritik an Ballack gab es vom Argentinier Martin Demichelis vom FC Bayern. Der Abwehrspieler hatte im Länderspiel Anfang März in München bei einem Zweikampf mit Ballack schwere Gesichtsverletzungen erlitten. "Er hat sich nicht gemeldet, um sich zu entschuldigen oder zu fragen, wie es geht. Das finde ich sehr enttäuschend, aber so ist er eben", sagte Demichelis.