Russland kritisiert Uefa-Strafe, polnische Hooligans verurteilt

Moskau. Der russische Fußballverband will die Uefa-Strafe wegen des Fehlverhaltens seiner Fans beim EM-Auftaktsieg gegen Tschechien nicht akzeptieren. "Da wurde eine zu harte Entscheidung getroffen", sagte Verbandschef Sergej Fursenko der Moskauer Zeitung "Iswestija". Er kündigte Einspruch gegen das Urteil an. Der Europäische Fußballverband Uefa hatte Russland am Vortag zum Abzug von sechs Punkten in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2016 auf Bewährung sowie zu 120 000 Euro Geldstrafe verurteilt. "Wir können die gesamte Qualifikation verlieren. Mit sechs Minuspunkten wird es sehr schwer für uns zu kämpfen", sagte Fursenko. Die Mannschaft sei nicht schuld daran, "dass einige überhebliche junge Männer sich falsch benehmen".

Nach den Ausschreitungen vor der Begegnung zwischen Russland und Polen sind am Mittwochabend unterdessen die ersten Täter verurteilt worden. Ein Warschauer Gericht verurteilte zehn Hooligans zu Geld- und Bewährungsstrafen. Gestern sollten sich weitere 90 der 184 Randalierer verantworten. Aus Angst vor weiteren Attacken erwägen zahlreiche russische Fans die vorzeitige Abreise aus den EM-Orten. Sie hätten sich bei der Fluggesellschaft Belavia um frühzeitige Rückfluge bemüht, sagte ein Unternehmenssprecher der Agentur Interfax.

( (dpa) )