Frankfurt/Main. Eintracht Frankfurt setzt die Sieglos-Serie gegen den VfL Wolfsburg fort und muss immer mehr um die Rückkehr auf die europäische Bühne bangen.

Markus Krösche lobte seine Eintracht-Spieler nach dem sechsten Sieglos-Spiel so überschwänglich wie nach einem großen Sieg.

„Es war ein Punkt der Moral. Es waren keine einfachen Wochen, die wir jetzt hatten“, sagte Frankfurts Sportvorstand nach dem glücklichen 2:2 (1:2) in der Fußball-Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg beim Internet-Sender DAZN. „Die Mannschaft hat eine sensationelle Reaktion gezeigt. Wir können sehr stolz sein.“

Drei Tage nach dem Aus in der Conference League konnte Eintracht Frankfurt den nächsten Rückschlag gerade so eben vermeiden. Vor 56.500 Zuschauern bescherte Omar Marmoush in der zweiten Minute der Nachspielzeit den Hausherren wenigstens noch den Punktgewinn. „Wir haben gezeigt, dass wir leben und dass wir wollen“, sagte Torhüter Kevin Trapp. Doch der hessische Europa-League-Sieger von 2022 muss immer mehr bangen, am Saisonende mit leeren Händen dazustehen. Auch im DFB-Pokal ist die Eintracht bereits ausgeschieden.

Maxence Lacroix (2. Minute) hatte die Gäste in Führung gebracht. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Philipp Max (14.) sorgte Kevin Behrens (36.) für die neuerliche Gästeführung, ehe Marmoush den Frankfurtern den Punkt sicherte. Die Wolfsburger waren bedient: „Wir müssen uns für die Leistung belohnen und endlich mal einen Dreier einfahren. Das passt zu unserer Situation“, sagte Wolfsburgs Behrens.

Lacroix schockt Eintracht schon nach 104 Sekunden

Für die Frankfurter begann die Partie gegen ihren ehemaligen Trainer Niko Kovac, mit dem die sie zum Abschluss seiner zweijährigen Amtszeit 2018 den DFB-Pokal gewonnen hatten, mit einem Schock. Nach 104 Sekunden köpfte Lacroix das Führungstor für Wolfsburg, nachdem Maximilian Arnold zuvor nur den rechten Pfosten getroffen hatte. Für den nach sechs Partien ohne Sieg unter Druck stehenden VfL-Coach war es ein optimaler Start. Vor dem Anpfiff hatte Kovac versichert, dass ihn die Debatte über eine vorzeitige Ablösung nicht belaste: „Ich will mich ja nicht mit irgendwelchen Geschichten vergiften.“

Die Hessen brauchten einige Zeit, um das schnelle Gegentor zu verkraften, rafften sich aber wieder auf und erzielten den Ausgleich. Der erstmals in die Startelf beorderte Neuzugang Hugo Ekitiké spielte im gegnerischen Strafraum den mitlaufenden Max an, der aus kurzer Distanz flach einschoss. Der 21-jährige Franzose stand erneut im Blickpunkt, als er nach einer scharfen Hereingabe von Dina Ebimbe (23.) aus zwölf Metern den Ball nur knapp über die Latte lenkt.

Krösche: „Die Jungs haben alles gegeben“

Die Eintracht-Spieler schienen den Appell von Trainer Dino Toppmöller nach der desaströsen Leistung im Europapokal gegen Saint-Gilloise, mit „mehr Herz, weniger Kopf“ zu spielen, beherzigt zu haben - allerdings nur kurze Zeit. In der 25. Minute hatten die Niedersachsen die Chance zur Führung, doch Eintracht-Torwart Kevin Trapp parierte einen Schuss von dem allein auf ihn zulaufenden Lovro Mayer. Machtlos war er beim 1:2 durch Behrens, der sich im Kopfballduell gegen Max durchsetzte.

Nach dem Wiederanpfiff wurde die Aufholjagd der Gastgeber zunächst durch Flummis und Plastik-Schweinchen, die trotz des von der Deutschen Fußball Liga abgesagten Investoren-Deals aus dem Eintracht-Fanblock auf den Rasen flogen, gestoppt. Das Spiel konnte erst nach gut sieben Minuten wieder angepfiffen werden und plätscherte zunächst ereignislos dahin. Erst in der 69. Minute hatten die Frankfurter eine Großchance zum Ausgleich, die Ansgar Knauff vergab. Dann kam Marmoush. „Die Jungs haben alles gegeben, und verdient den Punkt geholt. Wir hätten zum Schluss auch gewinnen können“, sagte Krösche.