Bremen. Die Handspiel-Regel sorgt in der Fußball-Bundesliga regelmäßig für Diskussionen. Darmstadts Trainer Torsten Lieberknecht würde den Erfinder gern kennenlernen. Nur nicht nach dem 1:1 in Bremen.

Wieder einmal steht die Handspielregel im Fußball in der Diskussion. Auslöser an diesem Bundesliga-Spieltag war der vermeintliche 2:1-Siegtreffer für Darmstadt 98 durch Tim Skarke in der Nachspielzeit der Partie bei Werder Bremen. Der Stürmer war von Bremens Torwart Michael Zetterer angeschossen worden. Dabei flog der Ball an die Hand von Skarkes angewinkelten Arm. Er sprintete hinter dem Ball her und schoss ihn ins leere Tor.

Spieler, Fans und Trainer des Tabellenletzten feierten bereits den ersten Sieg nach 15 Spielen. Wenige Sekunden später die Ernüchterung: Schiedsrichter Florian Badstübner erkannte das Tor nicht an - wegen Handspiels. „Den Erfinder dieser Regel würde ich gern mal persönlich kennenlernen“, ärgerte sich Trainer Torsten Lieberknecht. „Aber nicht heute.“

Es sei eine Regel, „die man aus Sportlersicht ändern könnte“, sagte Darmstadts Torwart Marcel Schuhen. Andrerseits: „Wenn wir in dem Sport aber keine Regel hätten, würde das auch keinen Sinn machen.“

Schuhen: Entscheidung „extrem brutal“

Aus emotionaler Sicht sei die Entscheidung in der Schlussphase der Partie „extrem brutal. Aus Schiedsrichterregel-Sicht hat der gute Mann (Badstübner) alles richtig gemacht“, sagte der Schlussmann der Hessen. „Auch wenn das jetzt noch keiner hören will.“

Werder-Trainer Ole Werner prophezeite, „dass über die Handregel wohl noch bis zum Ende aller Tage diskutiert wird“. Zugleich räumte er ein, dass sein Team mit dieser Entscheidung viel Glück gehabt hatte.

Skarke hatte an dem Nachmittag an der Weser sogar doppelt Pech. In der 78. Minute hatte er schon einmal zum 2:1 getroffen. Doch auch da griff der Videoschiedsrichter ein. Der 27-jährige Skarke stand mit der Fußspitze im Abseits. Auf hier kein Tor. Zweimal erlebte Skarke in kurzer Zeit große Euphorie, zweimal tiefe Enttäuschung. „Das war heute wie verhext.“