Fussball-Ticker

Joachim Löw: "Lahm sollte dem Fußball erhalten bleiben"

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Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Löw: "Lahm kann Trainer und Sportdirektor sein"

Bundestrainer Joachim Löw wünscht sich, dass sein ehemaliger Kapitän Philipp Lahm nach dem Karriereende dem Fußball erhalten bleibt. „Philipp kann ich mir natürlich in verschiedenen Positionen vorstellen“, sagte Löw vor dem Spiel des FC Bayern bei Hertha BSC am Sonnabend in der Bundesliga dem TV-Sender Sky. „Er kann Trainer sein, er kann Sportdirektor sein, er sollte dem Fußball auf jeden Fall erhalten bleiben.“

Löw kann die Ankündigung Lahms, nach dieser Saison seine Karriere zu beenden, verstehen. „Es ist für ihn persönlich ein guter Zeitpunkt“, sagte der Bundestrainer. „Er hat zweimal einen sehr guten Zeitpunkt gewählt.“ Nach der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien hatte Lahm mit dem Titel seine Karriere in der Nationalmannschaft beendet.

Bellarabi: 50.000. Liga-Tor „auch für meinen Freund Hakan“

Das 50.000. Tor in der Geschichte der Bundesliga widmete Karim Bellarabi seiner Familie und seinem gesperrten Mitspieler Hakan Calhanoglu. „Ich widme Jubiläen oder Tore immer meiner Familie. Das ist aber auch ein Tor für meinen Freund Hakan, der nicht dabei sein kann. Er ist für uns ein wichtiger Spieler, ein sehr wichtiger Teil von uns“, sagte der Nationalspieler von Bayer Leverkusen nach dem 3:1 (2:0) am Freitagabend zum Auftakt des 21. Spieltags bei Lieblingsgegner FC Augsburg.

In der 23. Minute war Bellarabi der Jubiläumstreffer gelungen. „Ich freue mich sehr, auch über das Jubiläum, aber im Vordergrund stehen natürlich die drei Punkte. Das war für unsere Mannschaft wichtiger“, konstatierte der 26 Jahre alte Offensivspieler. Calhanoglu war vor rund zwei Wochen für vier Monate gesperrt worden. Dem Mittelfeldspieler wird Vertragsverletzung vorgeworfen. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung zwischen Calhanoglu und dem türkischen Verein Trabzonspor. Der türkische Nationalspieler hatte 2011 als 17-Jähriger dort einen Vertrag unterschrieben. Er verlängerte jedoch dann seinen Kontrakt beim Karlsruher SC und wechselte später zum HSV. Seit 2014 spielt Calhanoglu in Leverkusen.

Götze fehlt zwei Wochen, Rode bis Ende März

Weltmeister Mario Götze fehlt Bundesligist Borussia Dortmund aufgrund seiner muskulärer Probleme weitere zwei Wochen. Das gab der BVB vor dem Spiel am Sonnabend gegen den VfL Wolfsburg bekannt. Bis Ende März fällt derweil Sebastian Rode aus. Der Mittelfeldspieler ist an der Leiste operiert worden. Gegen Wolfsburg fehlt zudem der erkrankte Abwehrchef Sokratis.

Greuther Fürth feiert 400. Zweitliga-Sieg

Die SpVgg Greuther Fürth hat ihren 400. Sieg in der 2. Bundesliga geholt und die Lage von Fortuna Düsseldorf weiter verschärft. Die Mannschaft von Trainer Janos Radoki gewann am Sonnabend vor 7978 Zuschauern mit 1:0 (1:0) und überholte die Rheinländer in der Tabelle. Robert Žulj (41. Minute) mit seinem zweiten Saisontor bescherte den Franken in ihrem 977. Ligaspiel den achten Saisonsieg. Die Fortuna wartet indes schon seit acht Partien auf einen Dreier. Während die Fürther nach diesem schwachen Duell auf Platz zehn kletterten, rutschten die Düsseldorfer auf Rang zwölf ab.

Fortuna auf Talfahrt – Bochum beweist Moral

Der VfL Bochum hat in der 2. Bundesliga Moral bewiesen und ein verloren geglaubtes Spiel noch aus dem Feuer gerissen. Gegen Aufsteiger Würzburger Kickers gelang nach einem 0:1-Rückstand durch die Tore der eingewechselten Tom Weilandt (84.) und Dominik Wydra (87.) noch ein 2:1 (0:1)-Sieg. Im Parallelspiel setzte sich die SpVgg Greuther Fürth mit 1:0 (1:0) gegen Fortuna Düsseldorf durch. Die Bochumer setzten sich damit erst einmal von der Abstiegszone ab. Für Würzburg geht dagegen der Abwärtstrend weiter: Aus den letzen neun Spielen holte der Neuling nur einen Sieg.

Der VfL war durch ein Eigentor von Tim Hoogland in Rückstand geraten (26.). Der Abwehrspieler lenkte eine Hereingabe von Peter Kurzweg ins eigene Netz. Erst in der Schlussphase drehten die Bochumer mit einem Kraftakt das Spiel. Seit acht Spielen sind die Düsseldorfer sieglos und rutschten in der Tabelle auf den zwölften Platz ab. Die Fortuna verbuchte in den acht Partien vier Unentschieden und vier Pleiten. Der Österreicher Robert Zulj (41.) traf vor 7978 Zuschauern per Lupfer zum Führungstor der Franken. Die Kleeblätter haben damit vier der letzten fünf Heimpartien gewonnen. Düsseldorf traf in den letzten sieben Spielen nur einmal.

Nach Todesschüssen: Gästefans in Rio ausgeschlossen

Wegen teilweise tödlicher Gewaltexzesse sind in Brasiliens Fußball-Hochburg Rio de Janeiro bei Derbys Fans von Gästemannschaften bis auf Weiteres ausgeschlossen. Das entschied der Sondergerichtshof für Fans und Großveranstaltungen.

Die Einstweilige Verfügung ist eine Reaktion auf das tödliche Drama am vergangenen Wochenende beim Stadtduell zwischen Rios Erstliga-Teams Botafogo und Flamengo. Durch Schüsse aus einem vorbeifahrenden Auto war ein Anhänger der Hausherren getötet und zwei weitere Botafogo-Fans verletzt worden. Im Zusammenhang mit dem Vorfall erlitten fünf weitere Personen Verletzungen. Rund um die Arena lieferten sich außerdem Hooligans aus beiden Fan-Lagern mehrere Scharmützel.

Das Bundesland Rio de Janeiro hat allerdings schon Einspruch gegen die Entscheidung des Gerichts eingelegt. Dabei strebt das zuständige Sportministerium eine Aufhebung des Beschlusses noch vor den für Karneval geplanten Halbfinals der Rio-Meisterschaft an.

Ex-ManU-Star Yorke wird Einreise in die USA verweigert

Dem ehemaligen Fußball-Star Dwight Yorke ist die Einreise in die USA verwehrt worden, weil er sich vor zwei Jahren für ein Spiel für den guten Zweck im Iran aufgehalten hatte. Dies berichtet die britische Zeitung The Sun am Samstag. "Ich habe mich wie ein Krimineller gefühlt und konnte nicht glauben, was hier gerade passiert", sagte der 45-Jährige aus Trinidad und Tobago.

York hatte in Doha/Katar als TV-Experte für beIn Sports gearbeitet und wollte am Freitag in seine Heimat in der Karibik zurückkehren - mit einer Zwischenlandung in Miami. "Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich in den USA war", sagte der ehemalige Profi, der mit Manchester United 1999 Champions-League-Sieger gegen Bayern München geworden war. Das von Donald Trump erlassene Einreiseverbot für Menschen aus dem Iran und sechs weiteren islamisch geprägten Ländern ist zwar aktuell außer Kraft - in Yorks Fall hatte dies aber offenbar keinen Einfluss.

"Ich hatte schon eingecheckt und wollte gerade ins Flugzeug steigen, als ich von zwei Flughafenmitarbeitern gestoppt wurde. Ich habe mir gedacht: Was ist hier los?", berichtete York: "Sie sagten mir, es gebe ein Problem mit meinem Visum, weil ich einen iranischen Stempel in meinem Pass habe. Ich habe dort an einem Legendenspiel teilgenommen und damals nicht einmal übernachtet." Hätte er das Flugzeug bestiegen, wäre er umgehend nach der Landung in Miami wieder nach Doha zurückgeschickt worden, berichtete York weiter: "Ich wollte erklären, dass ich gar nicht in Doha lebe, sondern nur nach Hause will."

BVB gegen Wolfsburg vor leerer Südtribüne

Bundesligist Borussia Dortmund muss das Duell am Sonnabend mit dem VfL Wolfsburg vor einer leeren Südtribüne bestreiten. Nach den Vorfällen beim vergangenen Heimspiel gegen RB Leipzig wurde die von BVB-Trainer Thomas Tuchel als „Monument des Weltfußballs“ bezeichnete Stehplatztribüne für ein Spiel gesperrt. Weil deshalb rund 25 000 Fans nicht ins Dortmunder Stadion kommen können, hat die Polizei ihre Kräfte für die Partie verstärkt.

Die Begegnung selbst gilt eigentlich als Nicht-Risiko-Spiel. BVB-Anhänger hatten zwei Wochen zuvor Leipziger Offizielle und den gesamten Verein auf zahlreichen Spruchbändern und mit Gesängen massiv beleidigt und diffamiert. Später griffen Dortmunder Fans Leipziger Gäste mit brutaler Gewalt an.

Inter will Wolfsburgs Rodriguez

Die Mailänder Spitzenklubs Inter und AC strecken schon für die neue Saison ihre Fühler nach Verstärkungen aus der Bundesliga aus. Inter befindet sich nach Informationen des Corriere dello Sport mit Abwehrspieler Ricardo Rodriguez vom VfL Wolfsburg angeblich sogar schon in der Endphase von Verhandlungen. Bei Milan sollen Weltmeister Christoph Kramer und Mahmoud Dahoud von Borussia Mönchengladbach der gleichen Zeitung zufolge auf der Beobachtungsliste stehen.

Rodriguez soll sich mit Inter bereits weitgehend einig sein. Im Vertrag des 24 Jahre alten Schweizers mit den Wölfen bis 2019 ist eine Ausstiegsklausel für eine Ablöse von angeblich 22 Millionen Euro verankert, doch Inter will mit den Niedersachsen Gespräche über eine niedrigere Transfersumme führen.

Milan hat unterdessen Kramer und Dahoud schon einmal genauer unter die Lupe genommen. Bei Gladbachs 0:1-Niederlage in der Europa League am vergangenen Donnerstag gegen den AC Florenz sollen Späher der Lombarden auf der Tribüne des Borussia-Parks gesessen haben.

Werder und Trainer Nouri in Mainz arg unter Druck

Bundesligist Werder Bremen hofft am Samstag beim FSV Mainz 05 auf die ersten Punkte in diesem Jahr. Sollte der Tabellen-16. erneut verlieren, droht der Absturz auf einen direkten Abstiegsplatz und Trainer Alexander Nouri zudem die Beurlaubung. Ebenfalls um 15.30 Uhr tritt der VfL Wolfsburg bei Borussia Dortmund an. Der VfL sieht seine Chance beim BVB, da die berühmte Dortmunder Fantribüne, auf der normalerweise 24 500 Menschen Platz haben, verwaist ist. Als Strafe für die Verunglimpfungen des Gegners und Schmährufe beim Dortmunder Spiel gegen RB Leipzig vor zwei Wochen muss die Südtribüne am Samstag leer bleiben.

( dpa/sid/Reuters )