Großer Preis von Bahrain

Hamilton-Show lässt Fans von Michael Schumacher zittern

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Lewis Hamilton (Mercedes) ist auch in Sakhir top-motiviert.

Lewis Hamilton (Mercedes) ist auch in Sakhir top-motiviert.

Foto: Imago/Poolfoto Motorsport

Rekordweltmeister lässt auch beim Qualifying nichts anbrennen und ist so auf bestem Weg zu weiteren Fabelmarken. Vettel enttäuscht.

Sakhir. Lewis Hamilton lässt einfach nicht nach – er genießt und fährt weiter allen davon. Der frischgebackene Formel-1-Rekordweltmeister holte sich in der hell erleuchteten Wüstennacht souverän die Pole Position für den Großen Preis von Bahrain und nimmt damit die nächsten Wahnsinnsrekorde ins Visier.

„Ich habe nach dem Gewinn der WM nicht gefeiert. Ich habe trainiert, mich auf dieses Rennen voll fokussiert“, sagte Hamilton nach der 98. Pole seiner Formel-1-Karriere und der zehnten in dieser Saison: „Das ist die Weiterführung der bisherigen Leistung. Ich wollte heute einfach Spaß haben. Wenn der Druck dann abfällt, ist das etwas Erleichterndes.“

Hamilton könnte Schumacher weiter distanzieren

Der Mercedes-Pilot aus England verwies im Qualifying für das 15. Saisonrennen am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) seinen finnischen Teamkollegen Valtteri Bottas und den Niederländer Max Verstappen im Red Bull auf die Plätze. Im Idealfall kann Hamilton in zwei Wochen beim Saisonfinale in Abu Dhabi seine 100. Pole feiern, dann hätte er 32 mehr als Michael Schumacher auf Rang zwei der „ewigen“ Bestenliste.

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„Es wird auch morgen schwierig, Mercedes zu schlagen“, sagte Verstappen resigniert. Der 23-Jährige und der wieder einmal enttäuschte WM-Zweite Bottas sind die einzigen Anwärter, um einen weiteren Hamilton-Rekord in diesem Jahr zu verhindern: 13 Saisonsiege sind für den siebenmaligen Weltmeister noch möglich, diese Marke erreichten bislang nur Co-Rekordchampion Schumacher (2004/in 18 Rennen) und Sebastian Vettel (2013/in 19). Die Corona-Notsaison umfasst nur 17 Läufe, so wenige wie zuletzt 2009.

Qualifying: Vettel nur beim Start erfolgreich

Von solchen Rekordmarken träumt man bei Ferrari derzeit nicht einmal. Der zum Jahresende scheidende Vettel fand sich nach seinem überraschenden dritten Platz beim Chaosrennen von Istanbul bei konstanten Bedingungen in der Wüste nur im Mittelfeld wieder. Der Heppenheimer kam nicht über Rang elf hinaus, zumindest entschied er das Stallduell mit dem Monegassen Charles Leclerc um 16 Tausendstelsekunden für sich.

„Im letzten Versuch hatte ich Probleme, die Vorderreifen auf Temperatur zu bringen“, sagte Vettel am Sky-Mikrofon: „Wir hoffen, dass wir morgen ein bisschen mehr rausholen können.“

Ferrari so schlecht wie seit 30 Jahren nicht

Die verkorkste Saison 2020 ist für den erfolgreichsten Rennstall der Formel-1-Geschichte allerdings nicht mehr zu retten. Rang sechs belegt die Scuderia in der Teamwertung, schlechter waren die Italiener zuletzt 1980 – als WM-Zehnter.

Racing Point auf Rang drei ist 24 Punkte voraus, der aus der Ferrari-Zentrale in Maranello virtuell zugeschaltete Teamchef Mattia Binotto hielt sich am Freitag mit einer Kampfansage zurück. „Bahrain wird unserem Auto nicht gut liegen. Platz fünf ist realistischer als Platz drei“, sagte der Italiener. Problematisch für die Scuderia: In der kommenden Woche wird erneut in Sakhir gefahren.

( sid )