Formel 1

Wehrleins Wechsel hat auch Auwirkungen auf Mercedes

Foto: Imago/Eibner

Nachwuchsfahrer geht von Manor zu Sauber. Damit scheint der Weg für Valetteri Bottas als Nachfolger von Nico Rosberg frei.

Hamburg/Hinwil. Sauber statt Silberpfeil: Pascal Wehrlein hat sich auch für die kommende Saison ein Cockpit in der Formel 1 gesichert, auf den ganz großen Karrieresprung muss er allerdings noch warten. Der 22-Jährige wechselt vom Manor-Team zum Traditionsrennstall Sauber, das bestätigten die Schweizer am Montag. "Es ist eine neue Herausforderung in einem neuen Team, ich bin wirklich aufgeregt und freue mich auf dieses neue Abenteuer", sagte Wehrlein.

Der Worndorfer, seit Jahren Mercedes-Protegé, war zwischenzeitlich auch als möglicher Nachfolger des zurückgetretenen Weltmeisters Nico Rosberg gehandelt worden. Allerdings zeichnete sich seit einigen Wochen ab, dass man bei den Silberpfeilen den Finnen Valtteri Bottas (Williams) als Teamkollegen von Lewis Hamilton bevorzugt. Die Bekanntgabe des Deals scheint nach der geregelten Zukunft Wehrleins nun lediglich eine Frage der Zeit zu sein.

Drei deutsche Fahrer nach Rosberg-Abschied

Nach dem Abschied von Rosberg fahren damit drei deutsche Piloten 2017 in der Königsklasse: Sebastian Vettel (Heppenheim) träumt weiter vom Titel mit Ferrari, Nico Hülkenberg (Emmerich) wechselte zuletzt von Force India zum Renault-Werksteam.

Eine Weile hatte Wehrlein, der 2016 sein Debüt in der Königsklasse gab, auf den Aufstieg zu Mercedes hoffen dürfen. Schon zuvor hatte sich der Wechsel zu Force India zerschlagen - ausgerechnet sein ehemaliger Manor-Teamkollege Esteban Ocon (Frankreich) hatte ihm den Platz dort weggeschnappt. Nun also der Schritt zu Sauber, vom Letzten zum Vorletzten der Team-WM-Wertung von 2016.

"Unser Ziel ist es, uns im Mittelfeld zu etablieren und regelmäßig zu punkten. Ich werde mein Bestes tun, um Sauber zu unterstützen", sagte Wehrlein, der es in der Vorsaison einmal in die Top Ten schaffte: "Jetzt freue ich mich darauf, alle im Team zu treffen und die Vorbereitungen für die Saison 2017 in Angriff zu nehmen." Zweiter Sauber-Mann ist der Schwede Marcus Ericsson.

Mercedes führte Wehrlein-Gespräche

Die Gespräche über den Wehrlein-Wechsel zu Sauber führte stets Mercedes, seit Jahren ist der DTM-Champion von 2015 Vertragsfahrer der Stuttgarter. Der Schritt zu Manor zu Beginn der Saison 2016 wurde auch dadurch begünstigt, dass Mercedes das englische Team mit Motoren beliefert. Sauber fährt im kommenden Jahr dagegen weiterhin mit Ferrari-Antrieb. Inwieweit der klamme Rennstall Hilfe für Wehrleins Verpflichtung erhält, ist derzeit unklar. Wehrlein selbst meinte aber vielsagend: "Ein großes Dankeschön für die Unterstützung geht natürlich auch an Mercedes."

Sauber dürfte nur eine Übergangsstation für Wehrlein sein. Nicht ohne Grund verhalf Mercedes dem Worndorfer zum Sprung in die Königsklasse. Langfristig ist Wehrlein ein Kandidat für ein Cockpit im Werksteam, der Vertrag von Hamilton läuft Ende 2018 aus, Bottas soll wohl nur einen Kontrakt für 2017 bekommen.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hatte stets betont, dass Wehrlein sich in der Formel 1 nun für höhere Aufgaben empfehlen müsse. Und der 22-Jährige schlug sich in seiner Rookie-Saison achtbar: Im unterlegenen Manor ließ er mehrfach vermeintlich stärkere Konkurrenten hinter sich und fuhr mit seinem zehnten Platz in Österreich den einzigen WM-Punkt für das Hinterbänkler-Team ein. "Wir möchten ihm bei uns die Chance geben, sich weiterzuentwickeln und wertvolle Erfahrungen in der Königsklasse des Motorsports zu sammeln", sagte Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn.